Bücher und Autographen
Neueingänge 2010
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| 1 | Algerus von Lüttich (ed. Erasmus von Rotterdam). De veritate corporis & sanguis dominici in eucharistia, cum refutatione diversaru[m] circa hoc haereseon, opus piu[s] iuxta ac doctu[s]. Nunc antehac excusum. Ex recognitione Des. Eras. Roterodami. Freiburg im Breisgau, Johannes Faber aus Emmich, 1530. (8), 103, (1) Bll. Mit einer Holzschnittinitiale und großer Holzschnittdruckermarke am letzten Bl. verso. Pappband des 18. Jhs. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Erste Ausgabe. - Von Erasmus von Rotterdam herausgegebene Schrift gegen die spiritualistische Abendmahlslehre des Berengar von Tours, verfaßt von Alger von Lüttich (seit 1121 Mönch in Cluny). Im Widmungsbrief (an den kaiserlichen Vizekanzler Balthasar Mercklin von Waldkirch) vom 15. Mai 1530 bekennt sich Erasmus eindeutig zur katholischen Eucharistielehre. - Fabers prächtige Druckermarke zeigt den von einem Schwerthieb durchtrennten Gordischen Knoten. - Einband etwas bestoßen. Buchblock nach dem Titel gebrochen; Bl. 95 und das letzte Blatt mit Abklatschspuren. | |
| ¶ VD 16, A 1870. Adams J 173 (s. v. "Jesus Christ"). BM-STC German 20 (s. v. "Algerus, Monachus Cluniacensis"). Eckert 387. Vander Haeghen II, 6. | |
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| 3 | Balde, Jakob, SJ. Batrachomyomachia Homeri. Tuba romana cantata. (Ingolstadt, Georg Hänlin, 1637). (10), 94, (114) SS. Mit gest., ill. Titel (von Wolfgang Kilian). Reich geprägter Ganzlederband der Zeit mit geistlichem Wappensupralibros (B.S.A.G.) und Medaillon des Hl. Andreas. Dreiseitiger Goldschnitt. 12mo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Seltene erste Ausgabe dieser wichtigen neulateinischen Umarbeitung (und erheblichen Ausweitung) des Pseudo-Homerischen "Froschmäusekriegs" (laut Untertitel nunmehr "mit römischer Trompete gespielt") durch den Elsässer Jesuiten Balde (1604-68), genannt der "Deutsche Horaz". Balde wirkte in München als Rhetorikprofessor, Prinzenerzieher, Hofprediger und Hofhistoriograph; die anschließenden Jahre verbrachte er in Landshut und Amberg. - Gest. Titel mit kl., unauff. Einriß. Stellenweise etwas wasserrandig. Hübscher Klostereinband für einen nicht identifizierten Abt "B. S." eines Stifts "G." | |
| ¶ VD 17, 23:331146E. Dünnhaupt 386, 10.1. De Backer/Sommervogel I, 818, 6. | |
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| 6 | Barbaro, Ermolao. Compendium ethicorum librorum Hermolai Barbari p. V. Venedig, Comin da Trino, 1544. 40 Bll. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. (Beigebunden) II: Ders. Compendium scientiae naturalis ex Aristotele. Ebd., 1545 (Kolophon: 1544). 75, (4) Bll., l. w. Bl. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. Pappband. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Ermolao Barbaros Zusammenfassung der Nikomachischen Ethik des Aristoteles bzw. der aristotelischen naturphilosophischen Schriften. - Die ersten beiden Lagen von I mit Nagespuren am oberen Rand (minimaler Buchstabenverlust); unbedeutende Wurmspur im w. Rand von II. | |
| ¶ I: Edit 16, CNCE 4136. BM-STC Italian 46. Nicht bei Adams. - II: Edit 16, CNCE 4137. BM-STC Italian 71. Nicht bei Adams. | |
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| Klostereinbände für Abt Nivard von Schlierbach | |
| 8 | Beyerlinck, Laurentius / Zwinger, Theodor. Magnum theatrum vitae humanae: hoc est, rerum divinarum humanaumque syntagma catholicum, philosophicum, historicum, et dogmaticum [...]. Editio novissima, singulari cura recognita. Lyon, Jean Antoine Huguetan & Marc-Antoine Ravaud, 1656 (Bd. 6: Venedig, Pezzana, 1707). 8 Bde. Mit gest. Titel im ersten Band und 6 gest. Titelvignetten. Drucktitel in rot und schwarz. Blindgepr. Schweinslederbände der Zeit über Holzdeckeln mit abgeschrägten Deckelkanten; goldgepr. Wappensupralibros und datierte Monogrammprägung "F.N.A.Z.S. | 1664". Reste von Schließen. Folio (je ca. 250:390 mm). |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Zweite (Bd. 6: vierte) Ausgabe von Beyerlincks alphabetischer katholisierter Umarbeitung von Zwingers monumentalem "Theatrum humanae vitae" (EA 1565 in 29 Bänden). "Eine riesige Sammlung von literarischen Stoffen, Anspielungen und Belegen [...] Alphabetische Neuausgabe des Werkes durch Laurentius Beyerlinck S.J. unter dem Titel: Magnum theatrum vitae humanae .. 1631. 8 Bände" (Zischka). Der Antwerpener Theologe Beyerlinck, entgegen Zischkas Auffassung kein Jesuit, wurde 1605 in seiner Heimatstadt Präsident des Seminars und in der Folge Domherr, Zensor, Erzpriester und apostolischer Protonotar (vgl. ADB). "Conceived by Conrad Lycosthenes, reworked and augmented by Theodor Zwinger, Jacob Zwinger, Anton Hierat, and Beyerlinck" (OCLC). "Beyerlinck erweiterte den Stoff, gab ihm alphabetische Ordnung und bequemte ihn dem Katholicismus durch sorgfältige Beseitigung aller protestantischen Elemente an" (ADB II, 600); in dieser Form dann "der klösterlichen Bildung unentbehrlich" (Ebert). - Zeitgenössisch prächtig gebundene Reihe aus der Bibliothek des Zisterzienserstifts Schlierbach (OÖ) mit entspr. hs. Besitzvermerk der Zeit an den Titelblättern, hs. Doublettenvermerk am Vorsatz sowie an den Deckeln Wappen und Monogrammierung des Nivard I. Geyregger, 1660-79 vierter Abt des Stifts, der als tatkräftiger Bauherr in Erinnerung ist ("F[rater] N[ivard] A[bt] Z[u] S[chlierbach]"). Die Schlierbacher Bibliothek verwahrt u. a. einen beträchtlichen Teil der berühmten Sammlung des österreichischen Späthumanisten Job Hartmann von Enenkel (1576-1627). - Durchgehend leicht braunfleckig; die schönen Einbände ansprechend erhalten. Der sechste Band leicht abweichend gebunden, stärker berieben und aus der venezianischen Ausgabe von 1707 ergänzt (die Schließen hier vorhanden). | |
| ¶ Graesse I, 358. Ebert 2081. OCLC 270923539. | |
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| 15 | Brusch, Kaspar. Sacelli regii encomion elegiaco carmine. Augsburg, Philipp Ulhard, 1551. (16) SS. Mod. marmorierter Pappband. 4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Seltene erste Ausgabe dieses Lobgedichts auf die Wiener Hofkapelle, mit Widmung an den Wiener Domherrn Primus Lacunarius (Lackner), Vize-Eleemosinär des Königs Ferdinand I. Angefügt ist eine bemerkenswerte Elegie "de prodigiis annorum 1549 et 1550" mit Erwähnung von Himmels- und anderen Naturerscheinungen bei Nördlingen, Braunschweig, Coburg, Kaufbeuren, Wien etc.: "Infantem mater gestavit in urbe Vienna / Per lustri unius tempora longa gravis: / Semiputridis ille est tandem excisus ab ipsa, / quae curata isto tempore vivit adhuc." - Der deutsche Humanist und Theologe Brusch (1518-57) studierte in Tübingen und Wittenberg (unter Melanchthon); 1541 wurde er von Kaiser Karl V. mit der Dichterkrone gekrönt. Er führte ein Wanderleben als Schriftsteller und wurde nahe Bad Windsheim von Unbekannten erschlagen. - Etwas knittrig; Titel angestaubt und mit 2 hinterlegten Randläsuren im Oberrand. | |
| ¶ VD 16, B 8796. Nicht bei Adams. | |
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| 16 | Cardano, Girolamo. In Hippocratis Coi prognostica. Basel, Henricpetri, (März 1568). (32), 7, (1) SS., Spp. 7-10, S. 11-19, Spp. 20-813 (recte: 715), (1) S. Mit Holzschnittdruckermarken am Titel und am letzten Bl. verso. Lederband um 1750 mit goldgepr. Rückentitel und -vergoldung sowie doppelten Deckelfileten. Folio (212:319 mm). |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Erste Ausgabe dieses im Handel sehr seltenen Werkes des Hieronymus Cardanus (1501-76), einer so bemerkenswerten wie umstrittenen Gestalt der italienischen Renaissance. Enthält den lateinischen Text der "Prognostica" des Hippokrates, über die Vorhersage akuter Krankheiten und Leiden, sowie Cardanos Kommentar dazu und auch zu den pseudo-hippokratischen Beobachtungen zur Schwangerschaft ("De septimestri partu'). "Cardano's commentary, contrary to the statement on the title page, did not cover the 'De octimestri partu'" (Durling). Cardano hielt Hippokrates und Galen durchaus nicht für unfehlbar und begehrte gegen die Autorität der Aristotelischen Lehre auf. - Einband berieben; Ecken und Kanten stärker bestoßen; Kapitale defekt. Papierbedingt durchgehend gebräunt bzw. braunfleckig; einige kleinere Randläsuren; Titel mit größeren Einrissen. Vorsätze fehlen. International seit 1950 ein einziges Exemplar auf Auktionen nachgewiesen. | |
| ¶ Wellcome I, 1308. Durling 853. Waller 1766. Osler 157. OCLC 14295294. | |
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| 19 | Diogenes Laertios [et al.]. De vitis, dogmatis & apophthegmatis clarorum philosophorum, libri X. Hesychii ill. de iisdem philos. & de aliis scriptoribus liber. Pythagoreorum philosoph. fragmenta. Is. Casauboni notae ad lib. Diogenis multo auctiores & emendatiores. Eunapii Sardiani de vitis philosophorum & sophistarum liber, cui accesserunt eiusdem auctoris legationes. Omnia graece & lat. ex editione postrema. Genf, Pierre & Jacques Chouet, 1616. 16, 884, 7-88, 120, (6), 3-47, (25) SS., l. w. Bl. (Mit eigenem Titelblatt): [Eunapiou tou Sardianou bioi philosophon kai sophiston]. Eunapius Sardianus De vitis philosophorum et sophistarum, Hadriano Iunio Hornano interprete. Genf, Samuel Schott, 1616. 169, (7) SS. Mit 2 versch. Druckermarken an den Titeln. Pergamentband der Zeit auf 4 durchzogenen Bändern mit hs. Rückentitel. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Genfer Sammelausgabe (unter wechselndem Impressum beim Konsortium Chouet, Crispinus, Schott, Stoer, Etienne u. a. erschienen) der wichtigsten antiken Schriften zu Leben und Werk der großen Philosophen; "als Materialsammlung zur Ergänzung verlorener antiker Quellen unentbehrlich" (Tusc. Lex. Lit., 78). Zumeist im griechisch-lateinischen Paralleltext. Der letzte Teil (Eunapius), mit eigenem Titelblatt, wurde auch separat vertreiben. - Die Pagnierung etwas verworren, aber so komplett (vgl. auch OCLC: "Many errors in pagination"). Gegen Ende und vor allem zu Beginn stark wasserrandig und mit einigen Randläsuren. Der Einband fleckig; Vordergelenk angeplatzt. Am vorderen Vorsatz hs. Besitzvermerk des Prager Philosophiestudenten Gebhard Winsauer (dat. 1. Mai 1913). | |
| ¶ OCLC 65789352. Schweiger I, 114. Ebert 7069. Brunet II, 719. | |
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| 23 | Faber, Antonius [d. i. Leucht, Christian Leonhard]. Europäische Staats-Cantzley [...]. Nürnberg und o. O., 1697-1708. 12 Bde. in 11. Mit 12 gest. Frontispizen. Pergamentbände der Zeit mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger Farbschnitt. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Die ersten 12 Bände der 1697 vom Arnstädter Juristen Christian Leonhard Leucht (1645-1716) gegründeten Zeitschrift, die nach seinem Tode fortgesetzt werden und bis 1760 auf 115 Teile (und sieben Registerbände) anschwellen sollte. "Enthält meist alles, was bey der Reichsversammlung zur Dictatur gekommen oder auch nur distribuirt war. Ein Werk, das alleine seitdem alle, die mit dem Teutschen Staatsrecht zu thun gehabt haben, in Stand gesetzt hat, sich mit den laufenden Reichssachen, die sonst nur in Archiven zu finden waren, bekannt zu machen, und solche noch bequemer, als aus Archiven, zur Hand zu haben" (Pütter). - Aus der Bibliothek des Regensburger Advokaten und Notars Sebastian Seelmann (vgl. Kobolt), seit 1668 unter dem Namen "Silvius" Mitglied des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg, jeweils mit seinem eigenh. Besitzvermerk (häufig unter Zufügung des Jahres). | |
| ¶ VD 17, 1:018485G. Bircher D 704. Kirchner 1548. Pütter I, 307. Stintzing/L. III/1, 43. Humpert 1121. ADB XVIII, 475. | |
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| 24 | [Facetus]. Facetus in latin durch Sebastianu[m] Brant getütschet. [Basel, Michael Furter, um 1503]. (28) SS. Mit großer Holzschnittdruckermarke am Titel und kleinem Signet am vorletzten Blatt verso. Pappband um 1900. 4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Sehr seltene Basler Ausgabe des "Facetus". Jeweils nach den lateinischen Vers ist Sebastian Brants deutsche Übertragung in kleinerer Type gesetzt. Nur zwei Nachweise dieser Ausgabe über VD 16 (Öff. Bibliothek der Universität Basel; Stadtbibliothek Trier). - Der in manchen Überlieferungen einem Magister Johannes zugeschriebene "Facetus" gehört zur Gruppe der didaktisch-satirischen Literatur des Mittelalters. Bei dem auch als "antiquus facetus" bekannten Lehrgedicht handelt sich um eine Anstandslehre in paargereimten Hexametern; die darin zusammengefaßten Benehmensregeln sind für die Jugend gedacht und betreffen vor allem jene Bereiche "qui a morallissimo Cathone erant omissi" (Copinger 2411, Anm.), also auch und vor allem höchst weltliche Themen wie Trink- und Tischsitten ("Wann du das trinckgeschirr entphahst / Beyd hend du billich dar an laßst / Und halt es reccht zü beyder sydt / Mit zenen, lefftzen, halt es nyt"), Gesang, den Umgang mit Frauen im Allgemeinen und Speziellen, die richtige Art zu lachen und zu sprechen sowie zu reiten, die Kunst des Grüßens, Körperpflege, aber auch Eigenlob und Streit mit Vorgesetzten und Kommilitonen (vgl. LMA IV, 216, 2). - Gering gebräunt; das letzte Bl. (mit dem Schlußgedicht "Sabestianus Brant ad studiose indolis pueros") verso am hinteren Vorsatzblatt gegengeklebt. Das vorletzte Bl. mit kl. Papierdurchbruch im Innenrand und etwas angestaubt. | |
| ¶ VD 16, F 506. Weller Rep. 222. | |
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| 25 | Ferdinand I., römisch-deutscher König, ab 1558 Kaiser (1503-1564). [Anordnung des vierzigstündigen Gebetes zur Abwendung des Türkenkrieges]. Wien, [Singriener], 7. V. 1537. Einblattdruck mit Unterschrift im Holzschnittdruck. Qu.-Folio (ca. 474:352 mm). |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Aufruf des römischen Königs, Erzherzog Ferdinand, zum Gebet gegen die Türkengefahr, veröffentlicht in Form einer Mandatsflugschrift während des Ersten Österreichischen Türkenkriegs. Erst 1529 hatte die Hauptstadt die Erste Wiener Türkenbelagerung überstanden, doch war die Gefahr damit keineswegs abgewendet: 1537 trat Venedig in den Krieg ein; 1552 endlich schlugen die Osmanen die Österreicher bei Palast. Das Königreich Ungarn wurde dreigeteilt, Ferdinand mußte jährlich einen Tribut von 30.000 Dukaten zahlen. - "Wie gross man damals die Gefahr hielt, und neue verheerende Türkenzüge in die österreichischen Lande befürchtete, erhellt aus der Aufforderung König Ferdinand's an alle Unterthanen, durch ein inbrünstiges Gebet die Schrecken und Gräuel eines blutigen Krieges von den ohnehin so oft und schwer heimgesuchten Ländern abzuwenden" (Oberleitner, S. 68). - Faltspuren; einige kl. Randeinrisse und -ausrisse; ein kl. Fehlstelle im Text (alle fachmännisch hinterlegt). Eine zeitgenöss. Unterschrift in der unteren rechten Ecke. | |
| ¶ Mit einzelnen Abweichungen gedruckt in: Karl Oberleitner, Österreichs Finanzen und Kriegswesen unter Ferdinand I. vom Jahre 1522 bis 1564. Nach den Quellen des k. k. Finanz-Ministerial-Archivs (= Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen XXII. Wien, 1860), S. 151f. (nach dem gedruckten Exemplar im Archiv des k. k. Finanzministeriums). Nicht im VD 16. Nicht bei Mayer. Nicht in der ÖNB. | |
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| 27 | [Friedrich Wilhelm II. von Preußen]. Trauerrede auf des Höchstseligen Königs von Preußen Friedrich Wilhelms II. Majestät, über den Text, Ap. Gesch. 13, 21 und 22: Und Gott gab ihnen Saul, den Sohn Kis, etc. "Deutschland", o. Dr., 1797. VIII, (9)-56 SS. (Beigebunden) II: Lavater, Johann Caspar. An das Directorium der französischen Republik. Nebst einer Litanei, fürs ganze Leben brauchbar. "Schweiz" [d. i. Leipzig, P. Ph. Wolf], 1798. 23, (1) SS. Spätere Broschur. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| I: "Rar! [...] Vorbericht des Herausgebers dat. Berlin, den 23. Nov. 1797. Unter dem Deckmantel 'Trauerrede' verbrigt sich eine scharfe Satyre auf die Regierung des Königs und die damaligen schlimmen Berliner Zustände" (Hayn/G.) - II: Seltene Ausgabe von Lavaters Protestnote gegen die Unterdrückung der Schweizer durch die revolutionären Franzosen, auch verbreitet unter dem Titel "Wort eines freien Schweizers an die große Nation": "Am 10. Mai 1798 faßte er [...] alle Anklagen zusammen, die er als Patriot und Diener der Wahrheit gegen die Franzosen erheben konnte, und sandte sie entschlossenen Muthes an den Director Rewbell. Als er nach Ablauf eines Monates eine aus Sophismen zusammengesetzte officielle Antwort aus dem Directorium erhielt, erneuerte er seinen Protest" (ADB). Datiert "Zürich, d. 10. Mai 1798 [...] Im ersten Jahr der Schweizerischen Sklaverei". "Der Druck wurde wider Lavaters Willen nach einer Abschrift von einem Unbekannten herausgegeben [...] S. 19-23 die Litanei" (Schulte-S.). - Leicht gebräunt; die Broschur etwas knittrig. | |
| ¶ I: Hayn/Gotendorf II, 460f. Weller, Druckorte I, 171 (ohne Auflösung). II: Goedeke IV/1, 275, 84 a. Schulte-Strathaus 132, 220 b. Barth I, 4076. Weller, Druckorte I, 174. ADB 18, 793. Vgl. Borst 817 (Druckvariante mit anderer Kollation). | |
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| 28 | Funk, Franz. Das Verzeichniß der Vielperzentigen. Ein zeitgemäßer Schema renomirter Kapitalisten Wiens, die für zwölf, achtzehn, vier und zwanzig, sechs und dreißig und mehr Perzent ihr Geld ausleihen. Wien, Selbstverlag (Schmidbauer u. Holzwarth für den Herausgeber), 1848. 73, (7) SS. Buntpapier-Heftstreifen. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Unter dem Spottmotto "vox popoli, vox Dei" stehendes polemisches Namensverzeichnis der Wiener Geldverleiher und Wucherer mit launigen Beschreibungen der Betroffenen, erschienen im April des Revolutionsjahrs 1848. Am Titel Vermerk: "Zweite Auflage des ersten Bogens". - Unbedeutend braunfleckig; einzelne Lagen bzw. Doppelblätter gelockert. | |
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| 29 | [Gartenbau]. Der wohl-informirte Gärtner, welcher gute Anweisung gibt, wie man auf das beste einen schönen fruchtbaren Baum- Blumen- wie auch Küchen- Kräuter- und Wien-Garten anrichten, und guten Nutzen davon erheben möge; allen Garten-Liebhabern sehr nutz- und dienlich. Augsburg, Andreas Brinhaußer, 1757. 151, (1) SS. Mit gest. Frontispiz (alt bis auf den Plattenrand beschnitten und aufgezogen). Marmorierter Pappband der Zeit. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Sehr seltenes, frühes Gartenbuch, teilweise textident mit dem späteren "Kunstgärtner" des Isidorus Antophilus, dem das Werk wohl als Quelle diente. Unter vorliegendem Titel nur ein Exemplar einer späteren Ausgabe nachweisbar (Augsburg, 1778 - Stift Heiligenkreuz). - Etwas gebräunt; Einband berieben. | |
| ¶ Nicht bei Dochnahl. | |
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| 37 | Henisch, Georg. De numeratione multiplici, vetere et recenti. Augsburg, David Franck, 1605. (5), 107 SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel, mehreren Textholzschnitten und 2 Falttabellen. Pergamentband der Zeit. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Erste Ausgabe dieses bemerkenswerten Handbuchs der Zahlenlehre, das nicht nur die verschiedenen Zahlzeichen und -systeme der Römer, Griechen, Hebräer, Chaldäer und Ägypter vorstellt, sondern u. a. auch Rechenschreibweisen und Punktier- bzw. Bogenverfahren zur Stellenmarkierung anbietet. Grundlegend wird der Begriff der Zahl logisch-philosophisch gefaßt, Cardinalia werden von Ordinalia, Relativa, Multiplicativa etc. abgegrenzt, es werden orthographische Feinheiten behandelt, und sogar Figuren der Rhetorik und Tropen (Pleonasmus, Ellipse, Periphrase, Synekdoche etc.) werden aus der Mathematik hergeleitet und erklärt. - Der aus dem ungarischen Bartfeld stammende Henisch (1549-1618) lehrte als Professor für Logik und Mathematik am Augsburger Annagymnasium, unterrichtete die alten Sprachen, verfaßte das erste deutsche Wörterbuch, stand der Stadtbibliothek vor (sein 1600 erschienener Katalog derselben ist das älteste gedruckte Werk seiner Gattung) und führte bis zu seinem Tode eine vielfrequentierte Arztpraxis. "Henisch gehört zu dem weit über Augsburg hinaus wirkenden Späthumanistenkreis an der Wende vom 16. zum 17. Jh. [...] Henisch war der Mathematiker und Naturwissenschaftler, aber auch der Germianist dieses Kreises [...] In der Kaufmannsstadt Ausgburg war der Humanismus wesentlich auf praktische Erkenntnisse und Ergebnisse gerichtet. Henisch kam den Wünschen des nüchternen, rechnenden und zählenden Bürgertums entgegen. Seine Schriften tragen einen stark rationalen Zug [...] Krone der Wissenschaften war ihm die Mathematik. Er hat den Schülern des Gymnasiums Arithmetik, Geometrie und Astronomie nahegebracht, und aus praktischen Gründen erfreute er sich höherer Gunst durch die Bürger als die Philologen Hoeschel und Wolf" (NDB). "His mathematical oeuvre had some currency: an English compilation by F. Cooke, 'The principles of geometrie, astronomie, and geographie: Gathered out of G. Henischius, etc.' was published in 1591" (Macclesfield cat.). - Einband mit Spuren behutsamer Restaurierung. Einige wenige hs. Textkorrekturen der Zeit, das letzte Blatt mit unauffällig restauriertem Einriß, sonst praktisch durchgehend sehr sauber und ungebräunt. Sehr selten; seit 1950 international nur ein Exemplar auf Auktionen nachweisbar (Macclesfield copy, mit nur einer Falttafel). Aus der Bibliothek des Augsburger Mediziners und Sammlers Hans-Joachim Trautner (1916-2001, Präsident der Bibliophilen-Gesellschaft) mit seinem Wappenexlibris am vorderen Innendeckel. | |
| ¶ VD 17, 23:304843Y. NDB VIII, 525. Zedler XII, 1371. Jöcher II, 1490. Macclesfield 1401 (1320 GBP; dort inkomplett). | |
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| 41 | Jansenius, Cornelius. Tetrateuchus, sive commentarius in sancta Jesu Christi Evangelia. Editio nova accuratior. Paris, Louis Roullands Sohn, 1688. (8), 4, 400, 364, (32) SS. Französischer Lederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und reizvoller Rückenvergoldung. Stehkantenvergoldung; dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. Gr.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Spätere Ausgabe. Vermutlich erstmals 1639 erschienen, erlebte dieser Kommentar zahlreiche Auflagen. Verfaßt von Cornelius Jansenius d. J. (1585-1638), dem die Jansenisten ihren Namen verdanken. - Die Bll. M1 und O3 mit geringen Ausrissen am Unterrand (kein Textverlust); die Lagen pp und qq gegeneinander verbunden. Kaum gebräunt; gelegentlich unbedeutend braunfleckig, gelegentliche kl. Randläsuren. Einband an Ecken und Kanten bestoßen; Kapitale defekt. Exemplar aus der Bibliothek des Kardinals Frédéric Jérôme de Roye de La Rochefoucauld, Erzbischof von Bourges und Abt von Cluny (1701-57), mit seinem gest. Wappenexlibris am vorderen Innendeckel und dem Exlibris der erzbischöflichen Bibliothek von Bourges am hinteren Innendeckel. Später in der Sammlung Dr. Eduard Kamenicky (1925-2008) mit seinem eigenh. Erwerbungsvermerk von 1956 lose einliegend; am vorderen Innendeckel Buchhändleretikett Boudot-Lamotte, Paris (Öhlberger 255). | |
| ¶ Vgl. ADB XIII, 706. | |
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| 44 | [Josephinica]. Vorschlag: wie die Wohlfeilheit der Eßwaaren in Wien hergestellet werden könne. Ein Anhang zu der Abhandlung: woher die Theuerung der Eßwaaren in Wien ihren Ursprung habe. Wien, Joseph Georg Oehler, 1790. 30 SS., l. w. Bl. Interimsbroschur der Zeit. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Entwurf zu einer Wiener Marktordnung als Reaktion auf die starke Teuerung der Lebensmittelpreise in den Städten - eine Folge des Türkenkrieges, dem Österreich Anfang 1788 beigetreten war. - Etwas gebräunt, gegen Ende auch wasserrandig. Monogrammstempel "Dr. GM". | |
| ¶ Wernigg 2804. | |
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| 48 | [Kryptographie]. Attraktiver Maroquin-Einband mit einem Ms. in Geheimschrift. O. O. u. D. (um 1780). Roter Maroquinband der Zeit mit goldgepr. Blütenbordüre und geschwungenen Eckfleurons, reicher floraler Rückenvergoldung in den Feldern und auf den 5 Bünden sowie goldgepr. Rückenschildchen mit codiertem Rückentitel. Dreiseitiger Goldschnitt. 4to (203:163 mm). Darin: 180 Bll. (Wasserzeichen "Pro Patria"), davon 15 unnum. SS. mit einem bislang nicht aufgelösten Codemanuskript. Weitere 143 num. SS. mit mathematischen und 7 unnum. SS. mit lyrischen Aufzeichnungen. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Das hübsch gebundene kryptographische Manuskript ist codiert in einer fortlaufenden Folge von Brüchen, die wohl jeweils für einen Buchstaben stehen. Ab dem 2. Blatt ist jeweils nach jedem Blatt ein Leerblatt für die Aufschlüsselung gelassen, welche allerdings leider unterblieben ist. Die kuriose Chiffrierung wird auch am Rückenetikett aufgegriffen, das mit den beiden Brüchen "3/34" und "2/35" möglicherweise die Initialen des Besitzers codiert. - Über Kopf gewendet, enthält das Buch außerdem noch eine längere Abhandlung zur Einführung in die Mathematik mit Beispielen aus verschiedenen Rechenarten (darunter auch Zinsrechnung und Textaufgaben); ferner eine kurze lyrische Exzerptensammlung ("Carmina diversa ex optimis poetis excerpta"), unter deren Stofflieferanten J. G. Seidl hervorragt. Der mathematische Text trägt am ersten Blatt den Besitzvermerk des Christoph Althaus (dat. Münster, 1817), die Exzerpte den Namen "W. Althaus" (Telgte, 1867). Die chiffrierte Handschrift, für die das Buch samt Einband urspünglich angelegt wurde, jedenfalls in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zu datieren und zumindest nicht im Klartext mit einer Verfasser- oder Besitzerangabe versehen. | |
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| 55 | Megiser, Hieronymus. Delitiae Neapolitanae, das ist: Außführliche Beschreibung, des mechtigen, un[d] inn Europa hoch unnd weitberühmbten Königreichs, auch der darinnen gelegenen königlichen Hauptstadt Neapolis [...]. Leipzig, (Jakob Popporeich für) Henning Grosse d. J., (1605). (16), 299, (37) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit 17 gest. Tafeln und Karten. Pergamentband der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden mit hs. Rückentitel und blindgepr. Deckelfileten. Bindebänder fehlen. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Erste Ausgabe; Frucht einer 1588/89 unternommenen Italienreise des Gelehrten. Mit Ansichten von Asquila, Ascoli, Baiae, Chieti, Fondi, Mola, Neapel, Teramo, Pozzuoli, Höhle der Sibylle etc. und einer Übersichtskarte sowie einer Karte von Ischia (rechts meist sehr knapp bis an den Plattenrand beschnitten). - Papierbedingt durchgehend gleichmäßig etwas gebräunt und vereinzelt schwach wasserrandig; zu Beginn kl. Wurmgang. Die Ansicht der Solfatara mittig abgerissen (fehlt die rechte Hälfte); die Ansicht der Höhle des Charon am Lago di Agnano (den bekannten "Hundeversuch" zeigend) mit kl. Eckabriß; die Darstellung der Thun- und Schwertfische vorm Kastell Lopizzo mit winzigem Einriß am Plattenrand; zwei weitere Tafeln im Rand etwas fleckig. Einige wenige Anstreichungen von zeitgenöss. Hand. Vor den Titel gebunden ist der (oben und unten beschnittene) Kupferstich von Melchior Küsell, "Bucephalus von Hercule geführt". | |
| ¶ VD 17, 23: 254098Q. Schudt 15. Nicht bei Pescarzoli. | |
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| 57 | Michaelis, Christian Friedrich. Über die Freiheit des menschlichen Willens. Eine philosophische Abhandung. Leipzig, Georg Joachim Göschen, 1794. XVI, 132 SS. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und hübscher -vergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Buntpapiervorsätze. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Sehr seltene Abhandlung zur Willensfreiheit vom noch jungen Leipziger Philosophiedozenten C. F. Michaelis (1770-34), dessen Verbindung zum "Atheisten" Fichte eine Berufung zum Professor verhindern sollte. Michaelis hatte die Thomas- und Nicolaischule besucht und bei Doles und Görner Unterricht in "Spiel und Vortrag, Contrapunkt und reinem Satz" genossen. Sein Werk "Über den Geist der Tonkunst" ist "als Interpretation und Ergänzung der Musikästhetik Kants von Bedeutung" (MGG IX, 271). Nur drei Exemplare in Bibliotheken nachweisbar (Erfurt; Schwerin; Göttingen); in Hamburg eine Mikrofiche-Ausgabe. - Der Einband an Ecken und Kanten etwas berieben; insgesamt sauberes, kaum gebräuntes Exemplar mit altem heraldischem Besitzerstempel am Titel. Kein Exemplar auf dt. Auktionen seit 1950. | |
| ¶ OCLC 46269909. | |
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| Kein vollständiges Exemplar auf dt. Auktionen seit 1950 | |
| 63 | Nicolaus de Cusa (Nikolaus von Kues). Opera. [...] Item in philosophia praesertim in mathematicis, difficultates multae [...] explicantur & demonstrantur. Basel, Henricpetri, (August 1565). 3 fortlaufend paginierte Teile in einem Band. (96), 1176, (4) SS. Mit zwei Holzschnittdruckermarken, zahlr. (zumeist schematischen) Textholzschnitten und mehreren figuralen Initialen in Holzschnitt. Blindgepr. Schweinslederband der Zeit auf 4 Doppelbünden über Holzdeckeln mit abgeschrägten Deckelkanten, monogrammiert "F.I.M." und datiert "1599". Eine Schließe (von 2). Schnittitel; verblaßter dreiseitiger Rotschnitt. Folio (240:336 mm). |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Zweite Gesamtausgabe, ebenso wie die erstmals 1514 in Paris erschienene Werkausgabe auf Auktionen seit 1950 nicht nachgewiesen und im Handel praktisch unauffindbar. Nikolaus von Kues' Lehre wurde ein Jahrhundert später von Giordano Bruno aufgegriffen, "der ihn 'divus Cusanus' nannte, und auf dem Weg über Bruno übte seine Auffassung Einfluß aus auf Spinoza, Leibniz und Hegel. Cusanus gab sich zahlreichen theologisch-physikalischen Spekulationen hin über die Gestalt des Weltalls und die Möglichkeit seiner Unendlichkeit" (PMM). - Der hübsche blindgeprägte Rollenstempelband mit dreifachen Laubstab- und Bogenfriesrollen; das Mittelfeld mit ovalem, mauresk gefülltem Plattenstempel. Die Querriegel am Vorderdeckel monogrammiert und datiert (Goldprägung oxydiert); am Hinterdeckel leer. Einband berieben; hinteres Gelenk angeplatzt. Innen teils etwas gebräunt bzw. braunfleckig; zu Beginn kleinere Randläsuren; Einriß im ersten Widmungsblatt an den Rektor der Universität Basel (mit Spuren alter Klebebandrestaurierung verso). Erste Bll. mit kl. Wurmgang im w. Unterrand. Alte Bibliothekssignaturen an vorderem Innendeckel und Vorsatz. Aus der Bibliothek des Karmeliterklosters Frankfurt am Main mit entspr. hs. Besitzvermerk (um 1600) und Stempelung (um 1700) am Titel. Das Kloster wurde 1803 säkularisiert; seine umfangreichen Besitztümer fielen an die Stadt (als Ersatz für die an Nassau-Usingen verlorenen Rechte an den Dörfern Sulzbach und Soden): Der vorliegende Band wurde in die Universitätsbibliothek Frankfurt einsigniert (entspr. Stempelungen des Historischen Seminars an Vorsätzen und Titel). - Selten; das einzige Exemplar auf deutschen Auktionen der letzten Jahrzehnte inkomplett (Reiss 105 [2006], 993: 3300 Euro; fehlten zus. 10 Bll. Text; späterer Einband); kein Nachweis über ABPC. | |
| ¶ VD 16, N 1545. IA 148.862. Adams C 3131. DSB III, 516. Smith 43 (Anm.). OCLC 49763484. Vgl. PMM 45 (erste Gesamtausgabe). | |
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| 64 | [Niederösterreich - Weinviertel]. Scolik, Charles. Kellerpartie. Tischgesellschaft Josef Rain. Haugsdorf - Alberndorf - Pernersdorf - Pfaffendorf. Bezirk Hollabrunn, um 1895. Album von vier Originalphotographien (Vintage-Albuminabzüge), montiert in rote Leinenmappe (gebunden von Joseph Koch, Wien) mit goldgepr. Deckelfileten; die reliefierten Deckel mit aufgezogenen photograph. Dekorreproduktionen. 145:197 mm. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Schönes Weinviertel-Album mit vier typischen Kellergassen-Motiven. Dargestellt ist der Weinbaubetrieb H. & J. Rain nebst Gästen, nämlich vor dem Lagerhaus, vor der Kellertüre, im Weinberg sowie bei der Jause - Szenen, die von der Gegenwart allein durch einige zeittypische Gewandstücke getrennt werden. Die hübschen Deckelillustrationen etwas berieben; die Photos sehr sauber. Am Vorderdeckel unten goldgepr. Atelierstempel Scoliks. - Der Wiener Fotograf Charles Scolik (1854-1928, ab 1892 Hofphotograph), der sein Handwerk 1867 bei Carl Wrabetz und dem Chemiker Emil Hornig lernte, übernahm 1876 das Atelier F. Kohler in Wien. Bereits 1886 gründete er ein größeres Atelier in der Josefstadt, das er 1900 um eine Zweigstelle erweiterte. "Scolik gehörte bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg zu den führenden Porträtphotographen Wiens, zu seinen Kunden zählte in- und ausländische Prominenz [...] Neben der Studiotätigkeit photographierte Scolik ab den 90er Jahren bei öffentlichen Ereignissen und gehörte damit zu jenen ersten österreichischen Atelierphotographen, die ihre Bilder auch in der Presse publizierten. Bereits früher hatte er sich auf dem Gebiet der 'Momentphotographie' einen Namen als Fachautor gemacht [...] Scolik [...] gehörte zur letzten erfolgreichen Generation der traditionellen Atelierphotographen des 19. Jh. Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen stand er [...] aktuellen Entwicklungen aufgeschlossen gegenüber und suchte nach neuen Anwendungen für die Berufsphotographie. Scolik erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Medaillen und zählte zu den höchstdekorierten Photographen Europas" (ÖBL XII, 67f.). | |
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| 73 | Porzio (Portius), Simone. De coloribus libellus, a Simone Portio Neapolitano latinitate donatus, & commentariis illustratus: una cum eiusdem praefatione, qua coloris naturam declarat. Florenz, Lorenzo Torrentini, 1548. 197, (3) SS. (= A-Z, Aa, Bb4). Mit zwei figuralen Initialen in Holzschnitt. Zeitgenössischer flexibler Pergamentband auf drei durchzogenen Bünden. 4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Erste Ausgabe der frühen Farbenlehre, gleichzeitig die editio princeps und einzige Edition des griechischen Originaltextes. "Seltene und wichtige Ausgabe" (Schweiger). Das Werk enthält die zweiseitige Widmung an Cosimo de Medici, ein umfangreiches Vorwort (v. a. zur ungeklärten Verfasserfrage) sowie den von lateinischer Übersetzung und ausführlichem Kommentar begleiteten griechischen Text. Das Werk ist aufgrund seiner starken Bezüge zur Alchimie, Chemie und Hermetik in den einschlägigen Bibliographien und Sammlungen verzeichnet, wird aber auch in der Kunstliteratur erwähnt. Der im Jahr darauf in Paris erschienene, gekürzte Nachdruck nennt im Titel Theophrastus oder Aristoteles als Autoren ("Aristotelis, vel Theophrasti de coloribus libellus. Parisiis: apud Vascosanum, 1549"); der Index Aureliensis hält auch eine Autorenschaft des Strato Lampsacenus für möglich. Die meisten Bibliographien führen das Werk unter dem Namen des Pisaner Pomponazzi-Schülers Simone Porzio (1497-1554), dessen Name als einziger am Titel genannt ist; letztendlich ist aber die Verfasserfrage bis heute ungeklärt. "Ouvrage fort rare et curieux non cité par Brunet, de ce Simon Portius, qui fut fanatique de Pomponace et dont la doctrine a l'instar de celle de son maitre, tend, dit on, a nier l'immortalité de l'Ame" (Caillet). - Am Titel zeitgenöss. hs. Besitzvermerk des Genueser Augustinerkonvents S. Maria Visitationis; am vorderen Innendeckel Spuren eines alten Exlibris. Im Bug leicht gebräunt bzw. wasserrandig, sonst schönes und breitrandiges Exemplar. | |
| ¶ BM-STC Italian 54. Adams P 1958. Hoffmann I, 289. IA 108.139. Edit 16, CNC 16133. Caillet 8881 (datiert irrig 1538). Schwab, Bibliographie d'Aristote 3503. Cranz/Schmitt 50. Wellcome I, 5217. Graesse I, 212. Parkinson 1951. Bibl. Dt. Museum, Libri rari 016. McLean 2067. Vgl. Cicognara 187 ("prezioso libretto" für den Nachdruck von 1557). Vgl. Ferchel 420 (kennt nur spätere Werke Porzios). Nicht in Duveen. Nicht in Ferguson. | |
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| 74 | [Pseudo-]Cyprianus, Caecilius, Hl. De douze manieres d'abus qui sont en ce monde, en diverses sortes de gens, & du moyen de corriger iceux, & les eviter. Paris, Michel de Vascosan, 1558. 24 Bll. Mod. Rauhledereinband. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Über Bibliothekskataloge und Bibliographien nicht nachweisbare französische Ausgabe der "Duodecim abusivis saeculi". Die früheste bibliographisch nachweisbare Ausgabe ist die im selben Jahr erschienene Edition mit Impressum des Übersetzers, Fédéric Morel (1523-83), der das Werk noch öfter auflegte. Die politisch-moralische Abhandlung über die "Zwölf Mißbräuche der Welt" wurde unter wechselnder Zuschreibung an die Heiligen Patrick, Augustinus oder (zumeist) Cyprianus seit dem Mittelalter von irischen Missionaren verbreitet und erfreute sich in ganz Europa großer Beliebtheit, insbesondere als Fürstenspiegel. Erst 1909 gelang es Siegmund Hellmann, die Verfasserschaft eines anonymen irischen Autors des 7. Jahrhunderts nachzuweisen. - Etwas angestaubt bzw. (finger-)fleckig, auch leicht wasserrandig und wellig. Am alten vorderen Vorsatz hs. italienische Notizen des frühen 19. Jhs. zur Seltenheit der Ausgabe. | |
| ¶ Nicht im IA, bei BM-STC French, Adams oder French Vernacular Books. Vgl. Brunet II, 461 (Ausg. 1577). Vgl. OCLC 457331162 (Paris: F. Morel, 1558; = BnF C-3906). | |
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| Prospectus mundi saeculi septendecimi | |
| 76 | Rosaccio, Giuseppe. Prospectus Mundi. Weltblick oder kleine Cosmographia [...]. Augsburg, Andreas Aperger f. Johann Wehe, 1655. (6), 57, (1) SS. Mit Kupfertitel und 4 (!; statt 1) gefalteten Kupfertafeln. (Beigebunden) II: Wassenberg, Eberhard. Gründliche Beschreibung der Kriege, so zwischen den [...] Keysern Ferdinanden dem Andern und Dritten, insonderheit aber mit Friederich, Pfaltzgraffen bey Rhein [...] geführet worden. Frankfurt, Anton Humm, 1643. (4), 352 (20) SS. - (Beigebunden) III: [Kunitz, Georg Christoph von]. Diarium welches am Sonntag den 12. Septembris 1683 nach glücklich von der türckischen Belägerung befreyten Statt Wien in dem türckischen Läger gefunden worden. Nebst außführlicher Relation der Wienerischen Belägerung [...]. O. O., 1684. (2), 38 SS. Mit einer mehrf. gefalt. Kupfertafel als Frontispiz. - (Beigebunden) IV: Hammer, Johann Andreas. Disputatio iuridica inauguralis exhibens militem desertorem, eius delictum atque poenam [...]. Straßburg, Johann Welper, 1677. 40 (falsch: 38) SS. Mit Holzschnittvignette am Schluß. (Beigebunden) V: Seelmann, Sebastian. Ruhm-belorberter Triumphs-Fahn, dem durchleuchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Maximilian Emmanuel [...]. München, Johann Jahn, 1685. (6) SS., l. w. Bl. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Bindebänder fehlen. Dreiseitiger Farbschnitt. 4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Attraktiver Sammelband mit einer seltenen Weltbeschreibung, Flugschriften zum Dreißigjährigen Krieg und zur Wiener Türkenbelagerung, einer Dissertation über die Fahnenflucht sowie einem unbekannten Loblied auf einen Helden des Türkenkriegs, aus dem Besitz des Dichters der letzten Schrift, einem Mitglied des Pegnesischen Blumenordens. I: Einzige deutsche Ausgabe von Rosaccios Weltbeschreibung "Il mondo e sue parti" (1595), laut BSB-Katalog übersetzt von Johannes Günzel, nach Bircher und Hausmann jedoch von Johann Conrad Gundelfinger. In allen Ausgaben sehr selten; kein Exemplar der deutschen Ausgabe im Handel seit 1950 nachweisbar. Hier überkomplett mit drei zusätzlichen, wohl ursprünglich nicht zum Werk gehörigen Kupfern: Ansicht von Regensburg (oben und unten knapp beschnitten); Ansicht von Venedig aus der Vogelperspektive; Vulkane und wilde Tiere in Guatemala; Eingeborene und ihre Gebräuche und Greueltaten. - II: Erste deutsche Ausgabe, vom Bearbeiter "biß auff das 1643. Jahr vermehret". "Die ungemeine Beliebtheit [des Werks] bei den Zeitgenossen beruhte wesentlich darauf, daß Wacssenberg nicht ungeschickt und zuweilen sehr lebhaft erzählend die Ereignisse des Krieges in einem schlanken, lesbaren Quartband zusammenfaßte" (ADB). - III: Seltene, vom VD 17 nur an der BSB nachgewiesene Flugschrift: offen bar frühere von zwei Druckvarianten, deren andere unpaginiert ist und bei geringfügig abweichendem Titelwortlaut den Namen des Verfassers nennt: Der "am türckischen Hoff, und hernach beym Gross-Vezier in der Wienerischen Belägerung geweste Kayserl. Resident" Georg Freiherr v. Kunitz hatte das Manuskript bei der Flucht zurückgelassen. Die Kataloge von ÖNB und Wienbibliothek verzeichnen nur die zweite Variante (diese lt. Kábdebo außerdem in Admont), während Sturminger noch ein Exemplar unserer Ausgabe in der ÖNB verzeichnet. Das (nur am Titel der anderen Ausgabe angekündigte) Kupfer zeigt die Entsatzschlacht um Wien. - IV: Bemerkenswerte Straßburger juristische Inauguraldissertation des Regensburgers J. A. Hammer über die Fahnenflucht (eine von zwei Varianten mit abweichenden Widmungen). - V: Einzig nachweisbares Exemplar dieses Enkomions auf Kurfürst Max Emanuel von Bayern, der schon 1683 beim Entsatz von Wien maßgeblich mitgewirkt hatte und 1685 mit den Feldherrn von Lothringen und Waldeck den Sieg bei Gran errungen und Neuhäusel zurückerobert hatte. Der Regensburger Jurist Sebastian Seelmann, seit 1668 unter dem Namen "Silvius" Mitglied des von Harsdörffer gegründeten Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg, nennt sich am Titel als "seiner Churfürstl. Durchl. Eydts-verpflichteter und bey dem Löbl. Graf-Archischen General-Wachtm. Cuirrassier Regiment bestellter Auditor und Secretario". Das erste Werk im Sammelband, der mit enzyklopädischer Erdbeschreibung, Kriegsschriften, Jurisprudenz und Barockdichtung gleichsam die Welt des 17. Jahrhunderts in sich vereinigt, trägt am Titel den eigenhändigen Besitzvermerk Seelmanns (dat. 1670), der wohl den Band persönlich zusammenstellte und so binden ließ. | |
| ¶ I: VD 17, 23:231530X. Bircher C 255. Hausmann 0992. - II: VD 17, 23:275673G. ADB XLI, 233. Vgl. Apponyi 846 (lat. Ausg. 1648). - III: VD 17, 12:186448V. Sturminger 1094. Kábdebo 50 (und vgl. 42). - IV: VD 17, 1:004922B. - V: Nicht im VD 17. | |
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| 78 | Scalletari, Francesco, OFM. Condotta navale e vera relatione del viaggio da Carlistot a Malta dell' [...] Gioanni Gioseppe d'Herberstein [...]. Graz, Georg Widmanstetters Erben, 1688. (8), 399, (1) SS. Mit mehrf. gefalt. gest. Portraitfrontispiz (von An[dreas] Trost) und 19 gest. Falttafeln. Lederband der Zeit mit hs. Rückenschildchen und oxydierter Rückenvergoldung. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| "Sehr seltenes, höchst interessantes Büchlein. Herberstein hatte an den Türkenkriegen in Ungarn teilgenommen, focht bei St. Gotthard und ward später Adjutant des Herzogs von Lothringen, er starb 1692" (Apponyi). Der aus Görz stammende Minorit Scalletari begleitete Herberstein auf seinen Reisen als dessen Beichtvater. Mit schönen Ansichten und Plänen von Malta, Nauplia und Lepanto, von Festungen auf der Peloponnes, in Dalmatien und Albanien sowie einer Karte von Malta und Gozo etc. Der aus Deggendorf gebürtige Grazer Kupferstecher Andreas Trost (gest. 1708) war Mitarbeiter G. M. Vischers und ist insbesondere für seine steirischen Ansichten bekannt. - Einband etwas berieben, die Ecken unbedeutend bestoßen. Das Frontispiz mit winziger Restaurierstelle (kl. Papierdurchbruch fachmännisch geschlossen); die Ansicht von Monemvasia mit fachmännisch geschlossenem Randeinriß. Teils mit kl. Wurmspuren im Rand (gelegentlich auch Text bzw. Tafeln betreffend). | |
| ¶ VD 17, 23:286786Z. Apponyi 2316 (zählt nur 17 Tafeln). Nicht bei Blackmer, Brunet, Cicognara, Ebert, Graesse, Kissner und Manek/P./St., nicht in der Libreria Vinciana. | |
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| 82 | Schweder, Gabriel. Introductio in jus publicum Imperii Romano-Germanici novissimum. Tübingen, Carl Theophil Eberts Witwe, 1733. (22), 982, (56) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Frontispiz (Gottf. Rogg fec.). Pergamentband der Zeit. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Zehnte, letzte zu Lebzeiten des Verfassers erschienene Ausgabe des erstmals 1681 gedruckten Staatsrechtslehrbuchs. Seinerzeit ein Standardwerk, "außerordentlich oft neu aufgelegt [...] Vor Rhez' Arbeit hat sie die glücklichere, freiere Anordnung voraus, indem sie einen 'Allgemeinen Theil' über die Grundgesetze und Grundsätze vorausschickt, dann aber in besonderen Theilen von den Rechten des Kaisers, der einzelnen Reichsstände, der mittelbaren Reichsunterthanen handelt" (Stinzing/L.). - Papierbedingt etwas braunfleckig; das Frontispiz mit geringfügigem Randeinriß. | |
| ¶ Vgl. Stintzing/Landsberg III/1, 41. | |
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| 83 | Sipilean, Kghemes. P'ernan Gordez kam Mek'sikoyi arnowile ibrew sharunakut'iwn K'ristap' Kolombosi. Wien, Pashtpan S. Astuatsatsni vank'e, 1851. (2), 210 (statt 216) SS. Mit Holzschnittvignette am Titel. Bedr. Originalpappband. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Einzige Ausgabe. - Äußerst seltene Geschichte der Eroberung Mexikos durch Hernándo Cortés, in armenischer Sprache verfaßt von Kghemes Sipilean (1824-78). - Teils leicht gebräunt bzw. braunfleckig; insgesamt sauber. Kapitale gering bestoßen. Es fehlen 3 Bll. (S. 71f., 179f. und 187f.; im Faksimile beiliegend). Am vorderen Vorsatz Trockenstempel des Wiener Antiquariats Gustav Klügel. | |
| ¶ OCLC 35059080. | |
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| 84 | Snouck Hurgronje, Christian. Mekka. Den Haag, Nijhoff, 1888-1889. 2 Textbde. u. Bilder-Atlas in 3 Bdn. XIII, 228, (2) SS. Mit 2 Plänen u. 3 Stammtaf. XVIII, 393, (4) SS. Mit 4 chromolith. Taf., 6 (1 doppelblattgr.) getönt. lith. Taf. und 65 mont. Fotografien auf 30 Taf., 1 Bl. Inhalt. Halblederbände der Zt. mit goldgeprägtem Rückenschildchen. Gr.-8vo (250:175 mm). Halbleinenmappe der Zeit mit montiertem Deckeltitel. Folio (380:285 mm). |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Erste Ausgabe, komplett mit dem in nur 100 Exemplaren gedruckten Tafelteil wie vorliegend selten. Der niederländische Orientalist Snouck verbrachte 1884/85 ein Jahr in Mekka und Dschidda und war mit einer Mekkanerin verheiratet. Als erster Nicht-Moslem konnte er dort auch außerhalb der Pilgerzeit Beobachtungen anstellen. Die Fotografien, von ihm und einem arabischen Arzt aufgenommen, gehören zu den frühesten, die Mekka und seine Pilger zeigen. - Titel der Textbände sowie drei Bildbeilagen mit sorgfältig getilgtem Stempel im weißen Rand; die Lithographien nur minimal stockfleckig. Montagekartons der Fotografien etwas gebräunt, die als früheste Bildzeugnisse der Stadt, ihrer Würdenträger und Pilger gesuchten Originalfotografien tadellos erhalten. | |
| ¶ Henze V, 177. Macro, Bibl. of the Arabian Peninsula 233 u. 1239. Dinse 443. | |
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| 89 | Stosch, Balthasar Sigismund von. Von dem Praecedentz- oder Vorder-Recht, aller Potentaten und Republiquen in Europa, samt einer sonderbaren Zugabe von der Hoheit des Ertz-Hertzoglichen Hauses Oesterreich. Jena, Johann Nisius für Veit Jakob Trescher in Breslau, 1678. (14), 1069, (1) SS. Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit gest. Wappenfrontispiz (Christian Romstet sculpsit). Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Dreiseitiger Farbschnitt. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Im Handel seltene, insbesondere unter dem Aspekt der Zeremonialwissenschaften rezipierte staatsrechtliche Schrift des schlesischen Juristen Stosch (1635-77), "Königlicher Mann" des Guhrauischen Kreises. Papierbedingt etwas gebräunt; insgesamt gut erhalten. | |
| ¶ VD 17, 14:634237F. Vgl. Kosch³ XX, 443. Zedler XL, Sp. 452. | |
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| 90 | Tasso, Torquato. El Goffredo del Tasso canta alla Barcariola dal Dottor Tomaso Mondini [...]. Venedig, Lovisa, 1693. (6), 345, (3) SS. Mit gest. Titel von Isabella Piccini, gest. Wappenvignette am Drucktitel und 20 gest. Tafeln. Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. 4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Sehr seltene erste vollständige Ausgabe dieses "Befreiten Jerusalems" in venezianischem Dialekt (mit dem Originaltext im zweispaltigen Paralleldruck). Mondinis Bearbeitung erfreute sich besonderer Beliebtheit bei den Gondolieri (worauf der Untertitel "canta alla barcariola" und der Kupfertitel mit singendem Gondoliere Bezug nehmen). Sie war bereits 1691 in Einzellieferungen und ohne die schönen Kupfer unter dem Pseudonym "Simon Tomadoni" erschienen. - Einband fleckig; am Vorderdeckel zeitgenöss. Aufschrift "Paganoni". Innen unterschiedlich braun- bzw. fingerfleckig; der Kupfertitel unten angerändert. Stellenweise etwas wasserrandig. | |
| ¶ Graesse VI, 34. Libr. Vinciana 3069 (Anm.). | |
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| 91 | Teresa de Jesús (von Avila), Hl. Obras de la gloriosa madre Santa Teresa de Jesus, fundadora de la reforma de la Orden de Nuestra Senora del Carmen, de la Primera Observancia. Brüssel, Frans Foppens, 1674. 2 Bde. (22), 548, (6) SS. (8), 556, (48), 8 SS. Mit gest. Frontispiz (I. E. Quellinus iun. del., Richard Collin sc.) und 2 (wdh.) gest. Titelvignetten. Spanische Lederbände der Zeit auf 4 Bünden mit goldgepr. Rückentitel und -fileten. Gr.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Brüsseler Ausgabe der Werke der Hl. Teresa von Avila (1515-82), die den Karmelitenorden nach strenger Ausrichtung reformierte. "Die Werke Teresas sind nicht in schriftstellerischer Absicht geschrieben, sondern im Auftrag ihrer Seelenführer. Teils sollen sie über ihre Seelenzustände Aufklärung geben, teils der Belehrung und Erbauung ihrer Nonnen dienen" (LThK X, 92). - Etwas gebräunt bzw. braunfleckig, teils auch wasserrandig (Titel etwas stärker). Die Einbände berieben und mit gelegentl. kl. Schabspuren bzw. Rückendefekten. | |
| ¶ OCLC 32985649. | |
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| 92 | Teresa de Jesús (von Avila), Hl. Cartas de Santa Teresa de Jesus, madre y fundadora de la reforma de la Orden de Nuestra Senora del Carmen, de la Primitiva Observancia. Brüssel, Frans Foppens, 1674-1676. 2 Bde. XXXII, 516, (26) SS. (12), 398, (18) SS. Mit 2 (wdh.) gest. Titelvignetten. Spanische Lederbände der Zeit auf 4 Bünden mit goldgepr. Rückentitel und -fileten. Gr.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Von Juan de Palafox y Mendoza kommentierte Ausgabe. Die Hl. Teresa von Avila (1515-82) reformierte den Karmelitenorden nach strenger Ausrichtung. "Die Werke Teresas sind nicht in schriftstellerischer Absicht geschrieben, sondern im Auftrag ihrer Seelenführer. Teils sollen sie über ihre Seelenzustände Aufklärung geben, teils der Belehrung und Erbauung ihrer Nonnen dienen" (LThK X, 92). - Etwas gebräunt bzw. braunfleckig, teils auch wasserrandig (Titel etwas stärker). Die Einbände berieben und mit gelegentl. kl. Schabspuren bzw. Rückendefekten. | |
| ¶ Palau 299.209f. | |
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| 93 | Tesauro, Emanuele. Inscriptiones, quotquot reperiri potuerunt. Editio tertia. Cölln an der Spree (Berlin), Georg Schultze, 1671. (48), 478, (42) SS. Titel und Widmung in rot und schwarz gedruckt. Mitganzs. Wappenholzschnitt und mehreren Holzschnittvignetten und Zierstücken im Text. Prächtiger roter Maroquinband der Zeit auf 6 Bünden mit goldgepr. Rückentitel, reichster Rücken- und Deckelvergoldung sowie Stehkantenfileten. Dreiseitiger, an den Enden ziselierter Goldschnitt. Folio (202:322 mm). |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Vorzugsexemplar auf großem Papier in Prachteinband. - Umfangreiche, kulturhistorisch aufschlußreiche Sammlung (zumeist antiker) Inschriften aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, in Gruppen zusammengestellt: Begräbnisse, Geburten, Elogen auf bedeutende Männer, griechische und jüdische Mythologie etc. Graf Emanuel Thesaurus (1592-1675) war zeitweise Mitglied des Jesuitenordens, verließ diesen aber und wurde Großmeister des Kreuz-Ordens. Er soll vierzig Jahre an diesem Werk gearbeitet haben. - Der prächtige dunkelrote Maroquinband mit umlaufender breiter Deckelbordüre, darin rechteckige Bordüre mit Eckstücken und Fleurons; ornamentale Mittelstücke. Leicht berieben; minimale Schabspuren am oberen Kapital; Hinterdeckel mit kl. Kratzspuren. Vorsätze und Titel gering gebräunt. Mehrere zeitgenössische An- bzw. Unterstreichungen im Text. | |
| ¶ VD 17, 1:085573A. Jöcher IV, 1127. | |
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| 96 | Vergilius Maro, Publius / Ruaeus ed. Opera. Interpretatione et notis illustravit Carolus Ruaeus SJ. Secunda editio. Amsterdam, (David Roger, 1689-)1690. (26), 864, (184) SS. Mit gest. Frontispiz, gest. Titelvignette, 4 gest. Kopfstücken und 4 gest. Initialen. Pergamentband der Zeit mit alt erneuertem Rückenbezug und hs. Rückentitel. 4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Nachdruck dieser erstmals 1675 in Paris erschienenen Vergil-Edition "ad usum Delphini". Der Prediger Charles de la Rue (1643-1725) lehrte "avec éclat" am Pariser Jesuitenkolleg. "Der Commentar ist der Beachtung werth" (Schweiger II, 1170). "On préfère cette édition, dont le texte est corrigé d'après celui de Heinsius" (de Backer/S.). - Gering braun- und fingerfleckig; im Rand gegen Ende leicht tintenfleckig. Frontispiz im Falz verstärkt und teils mit Japanpapier hinterlegt. Radierter Besitzvermerk am Titel. Einband berieben und an Ecken und Kanten restauriert; am vorderen Innendeckel alte hs. Bibliothekssignatur. | |
| ¶ Schweiger II.2, 1171. De Backer/Sommervogel VII, 293. | |
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| 97 | (Victoria, Königin von England). Leaves From the Journal of our Life in the Highlands, From 1848 to 1861. Edited by Arthur Helps. London, Smith, Elder & Co., 1868. XV, (5), 315, (1) SS. Mit gest. Frontispiz, einer gest. Tafel und zahlr. Textillustrationen. Ill. grüner Leinenband der Zeit mit goldgepr. Deckelfileten und Rückentitel; Steh- und Innenkantenvergoldung. Dreiseitiger Rot-Gold-Schnitt. Lesebändchen. Gr.-8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Erste Ausgabe. - Prächtiges, für den Verleger R. Ingalton Drake in Eton gebundenes Widmungsexemplar der königlichen Tagebücher, die Victorias Schottlandaufenthalte auf Schloß Balmoral, ihren Besuch in Irland und ihre Segelfahrten zu den Kanalinseln und nach Mont-St-Michel beschreiben. Die Deckel zeigen das aus Ästen zusammengesetzte goldgepr. Monogramm "AV". Am Vorsatz die Widmung: "Pour le Vicomte de Benghem de la part de Victoria. Balmoral 20 Juin 1899". Der Vicomte de Benghem war belgischer Botschafter in Mexiko. - Die ersten Bll. stellenweise unbedeutend wellig; sonst tadellos erhalten. | |
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| 99 | Wenck, Johann Baptist. Mütterliches Heyrath-Gut, das ist: Kurtzer jedoch gründlicher Bericht, von den wunderbaren Werck der Empfängnus, und Geburt eines Menschen: wie sich nemblich eine Frau vor- und in derselben zu verhalten, auch was denenselben vor Kranckheiten, vor- in- und nach der Geburt zufällig seyn können, und wie hingegegn solche zu curiren seynd. Graz, Widmanstätterische Erben für Franz Jakob Ludwig, 1719. (4 [statt 8?]), 3-437, (11) SS. Pappband der Zeit über Holzdeckeln (Rücken fehlt). 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Einzige Ausgabe der sehr seltenen gynäkologischen Schrift; das zweite bekannte Exemplar nach dem der Wellcome Library. "Denen Frauen sehr nutzlich, auch meistens für die kleine Städt und Märckt auf dem Land, mithin zugleich denen Pfleg- und Verwalters-Frauen deren Herrschaffts-Unterthanen in der Noth beyzustehen" (Untertitel). Der aus Franken stammende J. B. Wenck "lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jhs. als der 'freyen Stände in Steyermarck Leibmedicus und als Stadtphysicus in Gratz'. In den unter dem Titel 'Miscellanea' von der kaiserlichen Leopoldinischen 'Academia Naturae Curiosorum' herausgegebenen periodischen Schriften erschienen mehrere seiner wissenschaftlichen Abhandlungen über von ihn angestellte interessante Beobachtungen im Gebiete der Medicin" (Wurzbach LIV, 267). Für 1697 weist Graff einen weiteren seltenen, nur in der Stiftsbibliothek Rein bei Graz, der UB Klagenfurt sowie in der UB Ljubljana vorhandenen Druck ohne Impressum nach ("Vindiciae medico-apologicae in casu omnino apoplectico-hemiplectico undecima morbi die [...] opera et studio Joannis Baptistae Wenckh"), der nach Typenvergleich ebenfalls von Widmanstetter stammt. - Es fehlen der Schluß der Vorstücke sowie das erste Textblatt (A1). Durchgehend gebräunt; am Schluß einzelne Blätter lose. Hinterdeckel lose. | |
| ¶ OCLC 26900139 (= Wellcome 26900139, ohne Kollation). Nicht bei Graff. | |
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| 110 | Aslan, Raoul, Schauspieler und Regisseur (1886-1958). Hauptmann, Gerhart. Iphigenie in Delphi. Tragödie. Berlin, S. Fischer Verlag, (1942). 98 SS., 1 Bl.; interfoliiert mit 48 Bll. in-4to, sämtliche mit meist umfangreichen eigenh. Aufführungs- u. Regie-Anmerkungen von Raoul Aslan. Halbleinen der Zeit mit montiertem Originalumschlag von H. H. Hagedorn. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Handexemplar Raoul Aslans, der bei der Uraufführung der Tragödie die Rolle des Priesters Pyrkon verkörperte. - Das Vorsatzblatt ist von Aslan eigenh. monogrammiert u. dat. "1942". Es folgen 4 Bll. (7 SS. in Tinte, 1 in Bleistift) mit Anmerkungen zu Hauptmann bzw. dem Stück 'Iphigenie in Delphi' (am Ende dat. "31. X. [19]42"), eine Seite (in Bleistift wie alle folgenden) mit Anmerkungen zu Masken u. Kostümen, eine ganzs. Bühnenskizze, 2 SS. mit Anmerkungen zu Requisiten, Beleuchtung, Musik usw. sowie 84 SS. mit Aufführungs- und Regie-Anmerkungen. - Durchg. (auch im gedruckten Text) mit zahlr. Anstreichungen in Rot- u. Blaustift. - Raoul Aslan, der armenischer Herkunft war, gastierte seit 1906 an Bühnen in Hamburg, Graz, Stuttgart, Berlin und München. Wieder in Wien, spielte er am Volkstheater; 1920 debütierte er am Burgtheater als Orest in 'Iphigenie auf Tauris'. Aslan avancierte zum Ersten Schauspieler des Hauses, war seit 1926 Kammerschauspieler und Regisseur und 1945-48 Direktor des Burgtheaters. Zu seinem Repertoire zählten die klassischen Helden und Charakterrollen; er galt als großer Shakespeare-Darsteller. - Aus dem Besitz des Regisseurs Gerhard Lamprecht, der u. a. der erste Direktor der Deutschen Kinemathek (heute Filmmuseum Berlin) war. | |
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| 111 | Bachmann, Ingeborg, Schriftstellerin (1926-1973). Albumblatt mit eigenh. Namenszug und montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt). O. O. u. D. 1 S. Qu.-8vo. |
| € 120 | |
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| 112 | Baker, George Pierce, Theaterwissenschaftler (1866-1935). Ms. Brief mit eigenh. U. ("Geo. P. Baker"). New Haven (Connecticut), 13. XI. 1925. 1 S. Gr.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An Mrs. Roland G. Hopkins vom Women's City Club of Boston: "You could not do better, I think, than to have Professor Nettleton as one of your speakers. He is the Chairman of the very distinguished Department of English here, he is a man famous as a specialist on the English Drama of the eighteenth century, and he is a very important person here at Yale University in every way. Besides all that, he is an altogether charming man. It may interest you to know that he is Chairman of the Athletic Committee, and that in the absence of the President of Vassar two or three years ago, he was the Acting President [...]". - George Pierce Baker war Mitbegründer der Yale School of Drama und unterrichtete u. a. Eugene O'Neill, George Abbott, Hallie Flanagan, Edward Sheldon, Sidney Howard, Maurine Dallas Watkins und Stanley McCandless. "His 'Dramatic Technique' (1919) offered a codification in English of the principles of the well-made play" (Wikipedia). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Yale University | School of the Fine Arts | Department of the Drama"; Papierbedingt etwas (am rechten Rand stärker) gebräunt und mit einem größeren sowie einem kleineren Ausriß am rechten bzw. unteren Rand;mit einem kleinen Papierdurchbruch im oberen weißen Rand. | |
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| 118 | Bethge, Hans, Schriftsteller (1876-1946). Eigenh. Brief mit U. ("Bethge"). Berlin, 28. X. 1926. 1¾ SS. Gr.-8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An eine Redaktion: "Von den Briefen Lehmbrucks, die ich habe, kommen höchstens die mitfolgenden zwei für eine Veröffentlichung in Frage. Bei dem einen würde ich dringend bitten, den eingeklammerten Passus fortzulassen, da er Meier-Graefe kränken würde, der ein großer Verehrer Lehmbrucks ist. Briefe mit wichtigen künstlerischen Bekenntnissen dürfte es kaum von Lehmbruck geben [...]". - Hans Bethge war als Übersetzer von zumeist arabischer oder asiatischer Lyrik und als Mitarbeiter u. a. an den Zeitschriften "Die Schaubühne" und "Der Sturm" tätig; er verfaßte Reisebeschreibungen und Essays und gab die Anthologie "Deutsche Lyrik seit Liliencron" (1905) heraus. "Seit einem Aufenthalt in Worpswede 1898 war Bethge mit Heinrich Vogeler befreundet. Rund 18 Komponisten haben Texte von Bethge vertont, u. a. Gustav Mahler (Lied von der Erde), Arnold Schönberg und Felix Weingartner. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; ohne die erwähnten Briefe. | |
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| 120 | Biermann, Wolf, Liedermacher und Lyriker (geb. 1936). Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., Oktober 1982. 1 S. Qu.-8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Die vier Schlußzeilen aus "Wer sich nicht in Gefahr begibt. Selbstportrait für Reiner Kunze" ebenso wie Unterschrift und Datierung in Spiegelschrift: "Es ist schön finster und schön licht | Gut leben und gut sterben | Wir lassen uns die Laune nicht | Und auch kein Leid verderben". - In Bleistift; mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt). | |
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| 132 | Clemens VIII., Papst (d. i. Ippolito Aldobrandi, Papst, 1536-1605). Brief mit eigenh. U. O. O., 22. IX. 1600. 1 S. Gr.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An Monsignor Giulio Vitulli über die Streitfrage bezüglich Vitullis Erbschaft zwischen der Camera und dem von ihm (namentlich nicht) genannten Erbe. Bis zum Prozeßende solle Vitulli ein Verzeichnis seiner gesamten Güter erstellen - "Vi ordiniamo, che a modo di Provisione senza pregiudizio delle ragioni dell'una e l'altra parte facciate indice in quel modo che a voi meglio piacerà tutti i grani, vini, oli, cappezzari, argenti, biancheria, cocchio, carrozze, cavalli, bestiami, et qualsivoglia altri beni mobili [?]" -, und den entsprechenden Wert an das Monte di Pietà in Rom einzahlen. Eine Summe, welche der Camera zur freien Verfügung stehen wird: "[?] facendo che il prezzo venghi depositato nel Monte della Pietà di Roma a titolo di eredità, a nostra disposizione". - Mit altem Papier fachmännisch angerändert und mit zwei kleinen Papierdurchbrüchen im oberen weißen Rand. | |
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| 146 | Eich, Günter, Schriftsteller (1907-1972). Ms. Brief mit eigenh. U. Bayerisch Gmain, 21. X. 1964. ½ S. Gr.-8vo. Mit ms. adr. Kuvert. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An Eckhard Goldberg: "Meine Frau ist krank und kann Ihnen nicht selbst antworten. Sie dankt Ihnen sehr für das schöne Gedicht und den Brief. Die Erzählung 'Mein Vater aus Stroh' ist im Almanach des S. Fischer Verlages [...] erschienen [...]". | |
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| An die Zarin | |
| 147 | Elisabeth, Kaiserin von Österreich (1837-1898). Eigenh. Telegramm mit U. Wohl Biarritz, [1. I. 1897]. 1 S. Qu.-schmal-gr.-4to (151:296 mm). |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| "Sa Majeste L'Imperatrice de Russie, Zarskoje Selo | Mit innigstem Dank erwiedere [!] ich aus ganzem Herzen Deine lieben Wünsche. In Treuer Freundschaft | Elisabeth". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Grand Hôtels in Biarritz. - Die Datierung gemäß einer kleinen Bleistiftnotiz von alter Hand; mit winzigen Randeinrissen. | |
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| 151 | Fallada, Hans, Schriftsteller (1893-1947). Portraitpostkarte mit eigenh. U. O. O. u. D. 1 S. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| S/W-Portrait im ¾-Profil. | |
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| 153 | Fauré-Frémiet, Emmanuel, Botaniker (1883-1971). Eigenh. Brief mit U. Paris, 5. XII. 1904. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An einen namentlich nicht genannten Adressaten, mit dem er sich zu treffen beabsichtigt, um über eine Anzahl neuer Arten zu sprechen, die von früheren Autoren nur unzulänglich beschrieben worden wären. Möglicherweise habe er, der Adressat, völlig Recht anzunehmen, daß bestimmte Reihen von Formen existieren; genau dies habe er selbst beispielsweise bei den Opercularia beobachtet - da gebe es Interessantes über die Evolution zu sagen: "[?] je suis heureux de me rencontrer avec vous quant au nombre des espèces nouvelles insuffisamment décrites par les anciens auteurs; peut-être avez vous raison de penser qu'il y a des séries de formes; c'est en effet ce que j'observe chez les Opercularia par exemple; il y aurait bien des choses intéressantes à dire ici au sujet de l'Evolution [...]". - Papierbedingt etwas gebräunt und mit alten Montagespuren auf der Innenseite. | |
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| 158 | Franz Josef I., Kaiser v. Österreich (1830-1916). Eigenh. Mitteilung mit Paraphe. O. O., 10. IX. 1912. ½ S. auf Doppelblatt. Kl.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| "Ich bitte anzufragen und mir zu melden, wo Eh. Franz Ferdinand sich gegenwärtig aufhält". - In Bleistift; papierbedingt etwas gebräunt und mit zwei horizontalen Faltspuren. | |
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| 160 | Fronius, Hans, Graphiker (1903-1988). Eigenh. Brief mit U. Fürstenfeld, 21. IV. 1952. 1½ SS. Gr.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An einen Herrn Lange (?): "[...] Die Albertina-Schau zeigt nun Welz in Salzburg, mit zum Teil verändertem Material. Es würde mich natürlich sehr freuen, wenn Sie die Ausstellung sehen könnten! [...] Eine Bitte: ich benötige für Sammler meiner Zeitungsgraphik je 3 Ex. der Nummern vom 1. März, 22. März u. 5. April und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir sie auf meine Rechnung zusenden ließen! [...]". | |
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| 165 | Gauss, Carl Friedrich, Mathematiker und Astronom (1777-1855). Gedr. Bücherzettel mit eigenh. Zusatz und U. ("Gauss"). Wohl Göttingen, am bzw. nach dem 5. September 1851. 1 S. Kl.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Bücherzettel der Dieterichschen Buchhandlung und Buchdruckerei zu Göttingen, die Gauss unterm 5. September 1851 ein Exemplar von Gustav Adolf Jahns "Generalregister zu den Astronomischen Nachrichten" zugesandt hatte, was Gauss mit den Worten "Hierbei mit Dank retour" quittierte. - Ein zweiter Band von Jahns "Generalregister" sollte fünf Jahre darauf erscheinen. - Papierbedingt etwas gebräunt; beiliegend eine Echtheitsbestätigung. | |
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| 167 | Gobert, Boy, Schauspieler und Regisseur (1925-1986). 2 ms. Briefe mit eigenh. U. Wohl Wien, 1968 und 1969. Zusammen (¾+1=) 1¾ SS. auf 2 Bll. Gr.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An Richard Dolberg (1888-1972) vom "Österreich-Institut": "Es tut mir so außerordentlich leid, Ihnen auf einen neuerlichen so reizenden Brief wiederum eine Absage geben zu müssen. Sie wissen vielleicht, daß ich am 1. August die Leitung des Hamburger Thalia-Theaters übernehme. Es bedeutet fast übermenschliche Anstrengung neben meiner ausgefüllten Beschäftigung als Schauspieler und Regisseur am Burgtheater die Vorarbeiten für diese große Aufgabe zu leisten. Es ist daher ganz ausgeschlossen, darüber hinaus noch an irgendein Nebenbei zu denken [...]" (a. d. Br. v. 8. III. 1969). - Der Sohn des Juristen, Politikers und Schriftstellers Ascan Klée Gobert debütierte in Helmuth Gmelins "Theater im Zimmer" mit einer Ibsen-Rolle und kam bald an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. "Es folgten in den fünfziger und sechziger Jahren Engagements und Gastspiele an allen großen deutschen Bühnen sowie zahlreiche Auftritte in Filmen und Fernsehspielen. Gobert wurde als Komödiant und Darsteller bohemienhafter und schriller Typen populär. 1969 übernahm er die Intendanz des Hamburger Thalia-Theaters, spielte dort u. a. Goethes Mephisto, wurde 1980 Generalintendant (Schiller-Theater, Schloßpark-Theater) in Berlin (West) und ging 1986 als Direktor des Theaters in der Josefstadt nach Wien" (DBE). - Jeweils auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf. | |
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| 168 | Goethe, Walther von, Kammerherr und Komponist (1818-1885), Enkel Goethes und dessen letzter Nachfahr. Eigenh. Brief (Fragment) mit U. Weimar, 15. II. 1873. ½ S. Qu.-gr.-8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| "WIe immer Ihr | alter | Walther vGoethe". - Walther von Goethe, der erstgeborene Sohn von Goethes Sohn August und dessen Frau Ottilie, war von Felix Mendelssohn Bartholdy am Klavier unterrichtet worden, da er musikalisch außerordentlich talentiert war. Eine musikalisch erfolgreiche Laufbahn war ihm jedoch nicht beschieden, "er lebte kränkelnd und zurückgezogen, den Nachlaß seines Großvaters ordnend, meist in Weimar und komponierte Lieder und Opern, von denen nur 'Anselmo Lancia' 1839 in Weimar aufgeführt wurde" (DBE). Wie sein jüngerer Bruder Wolfgang Maximilian zeitlebens unter der Last leidend, die der große Name ihnen aufgebürdet hatte, entsagten beide Familie und Nachkommenschaft. - Am linken und am oberen Rand etwas unregelmäßig beschnitten; die zwei anderen Ränder mit schwarzem Trauerrand; papierbedingt etwas gebräunt. | |
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| 169 | Goltz, Alexander Demetrius, Maler, Graphiker und Bühnenbildner (1857-1944). Eigenh. Brief mit U. ("AD Goltz") und aquarellierte Federzeichnung mit Datum und U. Königshof bei Bruck a. d. Leitha, 21. V. und 21. VI. 1890. 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Das 145:85 mm große Bild in Passepartout. Mit zwei Beilagen (s. u.). |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An die namentlich nicht genannte Schauspielerin Katharina Schratt (1853-1940): "Sie werden sich gewiß schon oft gedacht haben, daß ich dem Ruf, in welchem wir Künstler stehen, alle Ehre mache. Wie Ihnen das Datum auf meiner kleinen Zeichnung zeigt, ist dieselbe unmittelbar nach Erhalt Ihrer freundlichen Zeilen entstanden, und wenn Sie diese Zeichnung erst jetzt bekommen, so ist nur schuld, daß ich dieselbe persänlich überbringen wollte, da ich aber meiner Studien und meiner stark mitgenommenen Gesundheit halber früher aufs Land mußte als ich gedacht so konnte ich diesen Vorsatz nicht ausführen [...]". - Die Zeichnung zeigt die sitzende Schauspielerin im Profil beim Lesen. - Der gebürtige Ungar studierte u.a. bei Anselm Feuerbach (1829-1880) in Wien, lebte später in München und unternahm ausgiebige Reisen. Zu seinem Werk zählt u. a. der Mozartvorhang des Salzburger Stadttheaters und der Hauptvorhang für das Hoftheater in Wiesbaden. Von 1904 bis 07 war Goltz Vorsteher des Ausstattungswesens am Burgtheater, gehörte dem Gemeinderat der Stadt Wien an und übernahm 1925 die Leitung der 1861 gegründeten Genossenschaft der bildenden Künstler (später "Künstlerhaus" genannt) in Wien. - Beiliegend ein kleiner Sammlungszettel sowie eine Portraitpostkarte des Malers. | |
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| 171 | Gregor XV., Papst (d. i. Alessandro Ludovisi, 1554-1623). Schriftstück mit eigenh. U. Ort unlesbar, 10. XII. 1622. 1 S. Gr.-4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Päpstliche Urkunde, die die Streitfrage bezüglich der Erbschaft von Mons. Ottavio Blasi, eines ehemaligen Priesters der Kirche S. Pietro d'Arquata, zu Ende bringt. Der zunächst zwischen dem legitimen Erben Blasio Blasi und der Camera geschlossene Abtretungsvertrag wird für ungültig erklärt und alle Güter des verstorbenen Ottavio Blasi - im Brief ausführlich aufgelistet - werden verschenkt: "[?] con la parte rescindiamo e annulliamo il d.tto contratto di cessione fatto a favore del S.g Blasio, ordiniamo a voi in nome nostro e di d.tta Camera diate, cediate e concediate si come noi con la parte diamo, cediamo e diamo a donazione libera et irrevocabile [...] tutti li punti beni e crediti hereditari del Mons. Ottavio descritti di sopra e tutti altri beni, effetti azioni e crediti che possedeva il Sig. Ottavio in tempo della sua morte in qualunque luogo e parte del mondo [...]". - Der Grund für die Aufhebung des Vertrages sei die Nichtbezahlung einer Steuer in Höhe von 1500 Denari, welche für Blasio fällig war: "Blasio Blasi [...] herede di sopra detto spoglio heredita et s'obbliga pagare alla Camera somma di millecinquecento denari entro il mese di Agosto dell'anno 1619 [?] E perché d. Blasio mancò di pagare li detti 1500, fu aditanza della Camera [?] contro d. Blasio in virtù del quale egli fu incarcerato giá dal 1620 [?]". - Mit altem Papier fachmännisch angerändert und mit drei kleinen Papierdurchbrüchen im oberen weißen Rand. | |
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| 172 | Gregorovius, Ferdinand, Publizist und Historiker (1821-1891). Eigenh. Brief mit U. ("Ferd. Gregorovius"). München, 1. XI. 1875. 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An einen namentlich nicht genannten Verleger, dem er "einen mit einem namhaften Künstler combinirten Plan vertrauensvoll unterbreitet" hatte, "welchen Sie nicht abgeneigt waren in ernstliche Erwägung zu ziehen, und worüber Sie mir nach einigen Tagen gefälligst Ihre Ansicht sagen wollten. Das aber ist zu meinem Bedauern in so langer Zeit nicht geschehen, und dadurch bin ich freilich genötigt, auf den Gedanken an eine mögliche praktische Beziehung jenes Plans, welcher mir so künstlerisch gut wie zeitgemäß erscheint, zu Ihrem geschätzten Kunstverlage zu verzichten [...]". - Papierbedingt leicht gebräunt, die Vacat-Seiten minimal fleckig. | |
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| 176 | Handke, Peter, Schriftsteller (geb. 1942). Eigenh. Albumblatt mit U. O. O. u. D. 1 S. Qu.-8vo. |
| € 150 | |
| "Wenn's sein soll: | Peter Handke". - Mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt). | |
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| Das Manuskript eines Prinzen, gebunden für Zarskoje Selo | |
| 191 | Karl XIII., König von Schweden und Norwegen (1748-1818). Eigenh. Manuskript in französischer Sprache mit zweifacher U. O. O. (Drottningholm?), 1762/1763. (4), 80, (4), 45 SS. Rotes Maroquin der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen, floraler Rückenvergoldung, goldgepr. Deckelbordüren und Supralibros "P" in ovalem Kranz auf beiden Deckeln. Stehkantenvergoldung oxydiert. Dreiseitiger Goldschnitt. Marmorvorsätze. Lesebändchen. 4to. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Schöne Zusammenstellung von historischen Darstellungen, die der erst fünfzehnjährige Prinz Karl übersetzt und seiner Mutter, Königin Luise Ulrike (1720-82), gewidmet hat: "A La Reine Madame [...] Le Très humble et très soumis fils Charles". Karl, der 1809-18 König von Schweden und ab 1814 auch König von Norwegen sein sollte, war der zweite Sohn von Luise Ulrike von Preußen, einer Schwester Friedrichs des Großen. Wie das Datum "ce 25 Décembre 1762" in der zweiten Widmung nahelegt, dürfte es sich bei dem vorliegenden Manuskript um ein Weihnachtsgeschenk gehandelt haben. Der Prinz demonstriert seiner Mutter hierin seine Fortschritte in der lateinischen und französischen Sprache: ein aus dem Lateinischen übersetzter Auszug aus der römischen Geschichte des Eutropius sowie ein "Abregé", den Karl offenbar aus einem schwedischen Geschichtswerk ins Französische übertragen hat, mit Ereignissen der europäischen Geschichte von 1660 bis 1715 (darunter ein eigener längerer Abschnitt über den Spanischen Erbfolgekrieg). - Interessantes Dokument zur Prinzenerziehung am schwedischen Hof. - Einband gering berieben und beschabt; Innengelenke gebrochen, vorderer Buntpapiervorsatz mit Spuren eines Etiketts. Stellenweise unbedeutend fingerfleckig. Am vorderen fliegenden Vorsatz Stempel der Zarenbibliothek in Zarskoje Selo (heute Puschkin bei St. Petersburg). | |
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| 201 | Kraepelin, Karl, Biologe (1848-1915). Eigenh. Postkarte mit U. ("K. Kraepelin"). Hamburg, 10. X. 1912. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An den Schweizer Zoologen, Anthropologen und Ethnologen Fritz Sarasin (1859-1942): "Schicken Sie nur an Skorpionen u. Skolopendiden, was Sie zur Hand haben. Natürlich setze ich voraus, daß ich für unser Museum Doubletten zurückbehalten darf. Süßwasserbryozoen [...] werden Sie schwerlich gesammelt haben, sonst sind wir zur Bearbeitung bereit. Süßwasserfische würde Herr Dr. Duncker übernehmen. Die Landmollusken werden Sie natürlich selber bearbeiten wollen [...]". - Der Bruder des Psychiaters Karl Kraepelin leitete von 1889 bis 1914 das Naturhistorische Museum in Hamburg, war Mitglied des Hamburger Professorenkonvents (seit 1901) und des Professorenrats am Kolonialinstitut (seit 1908). "Neben seinem Engagement für die Reform des schulischen Naturkundeunterrichts erlangte er weltweite Anerkennung als Fachmann für Skorpione, Glieder- und Walzenspinnen sowie Skolopender. Kraepelin schrieb zahlreiche Lehrbücher der Botanik und Zoologie, u. a. einen mehrfach aufgelegten 'Leitfaden für den botanischen Unterricht an mittleren und höheren Schulen' (1876)" (DBE). - Mit einer kleinen Knickfalte. | |
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| 214 | Ludwig, Emil, Schriftsteller (1881-1948). Portraitzeichnung mit eigenh. U. ("Ludwig"). O. O. u. D. 1 S. 8vo. |
| € 250 | |
| Saubere Tuschzeichnung des Schriftstellers, signiert E. M. Bloch. | |
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| "Valete bene et perseverate scientes, quoniam necesse est vel ab hominibus vel a deo reprobari" | |
| 216 | Luther, Martin, Theologe und Reformator (1483-1546). Eigenh. Brief mit U. Nürnberg, S. Francisci [d. i. 4. X.] 1518. 1 S. Folio. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Der früheste jemals in den Handel gelangte Brief Martin Luthers; zugleich das seit dem 1911 bei Boerner versteigerten Brief an Kaiser Karl V. (102.000 Goldmark, entspr. ca. 530.000 Euro - mittlerweile Besitz Lutherhaus Wittenberg) fraglos bedeutendste Schreiben des Reformators in Privatbesitz. Eben am Tag seiner Abreise zum Augsburger Reichstag, wo er, bei der römischen Kurie als Ketzer angeklagt, vom Dominikaner Thomas Cajetan verhört werden sollte, verfaßte Luther sein nun hier vorliegendes, "als Testament formuliertes Bekenntnis, das er nach Wittenberg schickte [...] Luther ist in der Überzeugung nach Augsburg gefahren, bei Verweigerung des Widerrufs den Märtyrertod zu erleiden [...] Der Weg nach Augsburg ist ihm eine Fahrt ins Gewisse. Er weiß: Es ist vorbei" (Oberman). Unmittelbar nach diesem Abschiedsbrief brach Luther zu Fuß nach Augsburg auf, wo er, erschöpft und magenleidend, am 7. Oktober eintraf; die letzten drei Meilen hatte ein Wagen gemietet werden müssen. Zwei Tage lang, vom 12. bis 14. Oktober, wurde er von Cajetan durchaus sachlich verhört, "aber die sechs Buchstaben 'Revoco' konnte ich nicht über die Lippen bringen" (zit. n. Oberman): Er weigerte sich, zu widerrufen, wenn er nicht aus der Bibel heraus widerlegt werde. Demgemäß galt Luther als der Ketzerei überführt; der drohenden Verhaftung entzog er sich in der Nacht vom 20. zum 21. Oktober durch die Flucht, womit für die deutsche Geistesgeschichte die Weichen gestellt waren. - Obwohl Luther, wie er schreibt, von zahlreichen ängstlichen Bekannten vor der Reise gewarnt worden sei, verspricht er hier seinen Wittenberger Freunden Melanchthon, Karlstadt, Amsdorf und Beckmann, standhaft zu bleiben: "Ich habe etliche in bezug auf meine Sache kleinmütige Leute gefunden, die auch anfingen, mich zu versuchen, ich solle nicht nach Augsburg gehen. Aber ich bleibe fest. Es geschehe der Wille des Herrn [...] Auch zu Augsburg, auch mitten unter seinen Feinden herrscht Jesus Christus [...] Es lebe Christus, es sterbe Martin und jeder Sünder, wie geschrieben steht; [...] es werde aber der Gott meines Heils erhöht. Gehabt Euch wohl und beharret standhaft, weil man entweder von den Menschen oder von Gott verworfen werden muß. Aber Gott ist wahrhaftig, der Mensch jedoch ist ein Lügner" (vgl. Luther Deutsch). Im Original umfassen diese hier (nach der Übertragung Kurt Alands) wiedergegebenen Worte, aus denen alle detaillierteren Lutherbiographien zitieren, etwa acht von insgesamt dreiundzwanzig Zeilen des Gesamttextes. Überliefert nur durch einen 1719 gedruckten Auszug, war dieser obige Teil jahrhundertelang der einzig bekannte des nunmehr vollständig vorliegenden Briefes: "Die kürzlich nach mehr als zwei Jahrhunderten wieder aufgefundene [...] Urschrift dieses Lutherbriefes, die [...] in einer Bostoner Dachkammer zutage kam, hat die zuerst von J. K. Seidemann ausgesprochene Vermutung hinsichtlich der Empfänger: 'An die Wittenberger Freunde (?)' bestätigt; denn in den bisher nicht bekannten Eingangsworten redet Luther die Adressaten als 'optimi viri' an; der Kreis der Empfänger im einzelnen ergibt sich aus einem Vergleich mit dem Schluß des Augsburger Lutherbriefes an Karlstadt vom 14. Oktober 1518: 'zeige diese meine Schrift unsern theologis, dem Amsdorf, dem Philippo, dem Otten [Beckmann] und Andern' (Briefe Bd. 1, S. 217, 64f.)" (Briefe XII, S. 13f.). "The compiler of [the 1719] collection was interested only to display Luther's courage as he started out for the interview with Cajetan and for that reason transcribed merely the beginning and end of the epistle [...] The previously missing portion says that Eck is losing face at Nürnberg and that Link will accompany Luther [...] But now comes something quite new and very puzzling. Luther refers to a work which has just come into his hands by a 'plus quam paganus lallator.' One thinks at once of Eck's 'Obelisci,' but Luther knew this work five months earlier. Who then was this 'lallator?'" (Bainton). Das Rätsel um diese unbekannte Humanistenschrift konnten auch die Herausgeber der Weimarer Briefausgabe nicht lösen. - Gebräunt; die symmetrischen Braunflecken noch zeitgenössisch entstanden; die Unterschrift etwas flau. Die dreifachen Querfalten zeitgenössisch gebrochen und der Brief dann noch im späteren 16. Jahrhundert mit Siegelwachs auf Papierträger montiert. Aus dem Nachlaß des Bostoner Pathologen und Autographensammlers H. Spencer Glidden (St. John's Hospital/Tufts School of Medicine, gest. 1978). | |
| ¶ Luther, Werke: Briefe XII (Weimar, 1967), Nr. 4214 (S. 13ff.). Roland H. Bainton, "Luther and Spalatin letters recovered in Boston", in: Archiv für Reformationsgeschichte 53 (1962), 197. Wilhelm Hammer, Die Melanchthonforschung im Wandel der Jahrhunderte III (1981), S. 644, Nr. A 4007a. Auszugsweise: Luther, Werke: Briefe I (Weimar, 1930), Nr. 96 (S. 208). Deutsch in: Luther Deutsch. Die Briefe. Hrsg. v. Kurt Aland (²1983), S. 44f. Heiko A. Oberman, Luther. Mensch zwischen Gott und Teufel (Berlin, 1981), S. 209. Martin Brecht, Martin Luther. Sein Weg zur Reformation; 1483-1521 (Stuttgart, 1981), S. 242. | |
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| 219 | Mann, Thomas, Schriftsteller (1875-1955). Eigenh. Brief mit U. und Portraitphotographie mit eh. U. Pacific Palisades, 24. X. 1946. 1¼ SS. Gr.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert. Die Photographie im Format 120:82 mm. |
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| An Bernhard Lamey von der "Stuttgarter Zeitung": "[...] Ich habe mich gefreut über Ihre Nachrichten und schicke Ihnen ein kleines Bild, das, obgleich es schon ein paar Jahre alt ist, mein 'Mäskchen', wie Mephistopheles sagte, auch heute noch ganz getreu wiedergibt. Ich habe nun meinerseits eine Bitte. Sie leben in Stuttgart und werden mir über das Ergehen meines alten Freundes, des Dichters und Uebersetzers Hans Reisiger Auskunft geben können. Ich hatte vor einigen Wochen, datiert vom 6. August einen langen Brief von ihm, den ersten seit vielen Jahren, den ich in aehnlicher Ausführlichkeit beantwortete. Seitdem kam mir hier, nicht aus Stuttgart, die Nachricht zu, er sei gestorben. Ich bewahre mir noch etwas Unglauben dagegen, denn in seinem Brief war keine Andeutung von Krankheit und irgendwelcher Todesahnung, und die Meldung ist mir bisher noch nicht bestätigt worden. Bitte, sagen Sie mir, was Sie wissen [...]". - Der Schriftsteller und Übersetzer Hans Reisiger - der einige Jahre zuvor auf Thomas Manns Vermittlung hin an die Universität Berkeley berufen worden war, dies dann aber doch abgelehnt hatte - sollte sich noch einige Jahre hindurch seines Lebens erfreuen können, war u. a. nach dem Zweiten Weltkrieg Gründungsmitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und erhielt 1959 den Professorentitel h.c. des Landes Baden-Württemberg. - Die Photographie mit einer S/W-Aufnahme im ¾-Profil und für "Bernhard Lamey mit freundlichem Gruss | Thomas Mann". - Vgl.: Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register. Hrsg. v. Hans Bürgin und Hans-Otto Mayer. Bearb. und hrsg. unter Mitarbeit von Yvonne Schmidlin. Bd. III. Briefe 1944-1950. Frankfurt a. M., S. Fischer, 1982, S. 301, Nr. 376. | |
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| 220 | Maria Theresia, Kaiserin (1717-1780). Brief mit eigenh. U. Wien, 17. I. 1756. 1½ SS. auf Doppelblatt. Kl.-4to. |
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| An einen Grafen Kassalkovitz, wohl Antal Grassalkovich I. (1694-1881), den Präsidenten der Ungarischen Hofkammer, mit dem Ausdruck ihres Vertrauens: "[...] Quapropter indubitanter confido, quia Vos omnes Conatus es adhibituri fitis, ut quota Hungarico-aulica in 40 florenorum millia annua es modo, uti Vobis per Supramemoratum meum Rescriptum declarabatur, augeatuor huiusque Augmenti praestatio pro introducta Solutionis norma in quartalibus Ratis fiat [...]". - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleineren Läsuren; die Verso-Seite von Bl. 2 mit kleinen Montagespuren und hs. Vermerk "Freiherrlich v. Reden'sche Sammlung". | |
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| 223 | Matisse, Henri, Maler und Graphiker (1869-1954). Ms. Bildpostkarte mit eigenh. U. ("H. Matisse"). O. O., [1952]. 1 S. Qu.-8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| "Mes remerciements et mes meilleurs voeux pour 1953". - Die Bildseite mit einem Kunstdruck seines Bildes "Le peintre". | |
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| 233 | Muirhead, William, Naturforscher und Missionar (1822-1900). 12 eigenh. Briefe mit U. Shanghai, 1860 bis 1864. Zusammen 34½ SS. auf 24 Bll. Meist gr.-8vo. Mit 1 eh. adr. Kuvert |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An den Entomologen und Wiener (Vize-)Bürgermeister Cajetan Frh. von Felder (1814-1894) über Insektensammlungen und mit mehrfacher Erwähnung Karl von Scherzers: "I have yours of 25th October, with the card of Dr. Scherzer enclosed. I am obliged by his kind remembrances of me, and beg that you will convey to him my sincere regards. - As to what you propose, I am aware that very little has been done towards entomological collections in this part of China. Several years ago Mr. Fortune, who has published three interesting volumes on what he saw + met with in this country, requested a friend of mine to make some such collection for him. Accordingly a Chinaman was sent into different parts of this + the adjoining provinces for the purpose, and after some time he brought back three or four cases of beetles + butterflies, which were highly prized indeed. A few gentlemen here have taken a little interest in the matter, + speak of the collections that might be made round about Shanghae as very curious + valuable. Of course it is only possible to make the collection in the summer. At present + during the early part of spring, there can be nothing done in regard to it. In so far as my own personal efforts are concerned, it will be out of my power to do anything towards making a collection, as my Missionary work demands all my time + labour [...]". - Jeweils mit Sammlerstempel "J. K. Riess, Handschriftensammlung". | |
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| 234 | Nansen, Fridtjof, Polarforscher, Diplomat und Friedensnobelpreisträger (1861-1930). Eigenh. Postkarte mit U. O. O., 12. V. 1884. |
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| An den Bakteriologen und Ornithologen Rudolf Blasius (1842-1907) mit Dank "für Ihre freundschaftliche Nachricht vom 30. Mai. Ich freue mich sehr die Geweihe zu sehen. Geweihe der Elentiere sind leider sehr schwer zu bekommen, zufällig ist jetzt ein schönes Exemplar (Zwölfender) für 30 Mark zu bekommen. Schöne Rentiere kann ich aber billig erhalten [...]" (diplomatische Umschrift). - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Verwischungen am unteren Rand, sonst tadellos. | |
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| 242 | Nordau, Max, d. i. Max Südfeld, Schriftsteller und Journalist (1849-1923). Eigenh. Manuskript mit U. O. O. u. D. ¾ S. 8vo. Mit zwei Beilagen (s. u.). |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| "Kaiser Franz Josef ist das erste Beispiel eines Staatsoberhauptes, das die Wandlung vom absolutistischen Herrscher zum verfassungsmäßigen Fürsten in der eigenen Seele glücklich und restlos vollzogen hat. Die wenigen früheren Versuche dieser Art haben alle tragisch geendet. Kaiser Franz Josef hat kein Vorbild gehabt und er dient allen Menschen, die neue Wege einschlagen wollen, als Vorbild [...]". - Max Nordau ließ sich nach der Promotion zum Dr. med. 1876 vorübergehend, 1880 dauerhaft als Arzt und Publizist in Paris nieder und verfaßte weitverbreitete kultur- und zeitkritische Abhandlungen sozialdarwinistischen und materialistischen Inhalts (darunter "Die conventionellen Lügen der Kulturmenschheit", 1883). Als Korrespondent mehrerer Zeitungen - darunter auch die "Vossische Zeitung", die "Neue Freie Presse", die "Welt" und die "Nación" - lernte er 1892 Theodor Herzl kennen, engagierte sich zunehmend für die zionistische Bewegung und gehörte bis 1911 zu den bedeutendsten Führern der Zionistenkongresse. Wesentlich an der Ausarbeitung des "Basler Programms" beteiligt, geriet Nordau über den Weg zur Schaffung eines jüdischen Staats in Gegensatz zu den politischen Führern des Zionismus und lebte von 1914-20 im Exil in Madrid und London. - Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand; etwas angestaubt und mit kleinen Randläsuren und -einrissen; beiliegend eine Portraitpostkarte sowie ein Ausschnitt einer Portraitpostkarte. | |
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| 251 | Reinbeck, Georg, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler (1766-1849). Eigenh. Gedicht mit U. Stuttgart, April 1830. 1 S. 8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Achtzehn einem Fräulein Fanny von Wangenheim gewidmete Zeilen: "Kennst Du das Land, wo reich die Flur erblüht, | Ein Silberstrom durch Blumenauen zieht, | Der Traube Laub die heitern Hügel krönt, | Manch Wundersang durch hohe Trümmer tönt? | Kennst Du es wohl? [...]". - Reinbeck war Redakteur des Cotta'schen "Morgenblatts", unterrichtete am oberen Gymnasium in Stuttgart, später auch am Katharinenstift. Durch seine Ehe mit der Malerin Emilie Hartmann heiratete er 1817 in eine der angesehensten Stuttgarter Familien. Ihr Haus wurde zum Treffpunkt der bedeutendsten Persönlichkeiten des geistigen Lebens, an dem auch wiederholt der mit Reinbeck befreundete Nikolaus Lenau teilnahm. Als Schriftsteller war Reinbeck vor allem mit Lustspielen nach englischen und französischen Vorlagen erfolgreich. Vgl. Kosch III, 2194. - Eine zweite Datierung in violetter Tinte am linken unteren Rand und rechts oben der Vermerk "abgethan" (?). | |
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| 256 | Rodin, Auguste, Bildhauer, Maler und Radierer (1840-1917). Visitenkarte mit eigenh. Ergänzung. Wohl Paris, o. D. 1 S. Visitkartenformat. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An einen Monsieur Hammond (?) betr. einer Verabredung für "samedi matin entre 9 et 10h". - Mit einer kleinen Knickfalte. | |
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| 261 | Schuschnigg, Kurt von, Politiker (1897-1977). 2 (davon 1 eigenh. und 1 ms.) Briefe mit eh. U. Wien, 1936 und 1938. Zusammen (1+1=) 2 SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. Mit einem eh. adr. Kuvert. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An Elsbeth Mayr in Innsbruck mit Dank "für die selbstgestopften Zigaretten, die ich mit Vergnügen rauche" (Br. v. 19. VIII. 1936) und für "Deine hübsche Arbeit" (Br. v. 17. II. 1938). - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Bundeskanzlers. | |
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| 270 | Spengler, Oswald, Geschichtsphilosoph und Kulturhistoriker (1880-1936). Gedr. Postkarte mit einigen eigenh. Zeilen und U. München, 12. IX. 1920. 1½ SS. Qu.-8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der gedr. Mitteilung, daß ihn die Arbeit am zweiten Band seines Hauptwerks "Der Untergang des Abendlandes" außer Stande setzt, persönlich auf alle Briefe zu antworten, und mit dem eh. Zusatz, daß "Herr Prof. W[ilhelm] Schölermann, Weimar [...], der die englische Übersetzung meines Buches vorbereitet, [...] gern bereit sein [würde], an meiner Stelle zu sprechen". - Gering fleckig und etwas abgegriffen. | |
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| 272 | Staehelin, Balthasar, Psychotherapeut und Schriftsteller (1923-2005). Eigenh. Brief mit U. ("B. Staehelin"). Zürich, 28. X. 1981. 1 S. Gr.-4to. |
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| An eine Frau Hanschin mit Dank für eine Einladung zu einem Vortrag: "[...]Mehrheitlich nimmt ja bis heute die schweizerische protestantische Theologie meine Gedanken nicht an. In Ihrem Kreis spürte ich wohlwollende Aufnahme. Ihre fröhliche, so tief echte Gottesfurcht hat mich beeindruckt [...]". - Balthasar Staehelin lehrte an der Universität Zürich Psychosomatik und leitete von 1957 bis 1992 die psychosomatische Sprechstunde am Universitätsspital Zürich. Er gilt als Begründer der sog. Christustherapie. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; am oberen Blattrand sowie auf der Verso-Seite mit alten Montagespuren. | |
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| 278 | Sturm, Julius, Schriftsteller und Theologe (1816-1896). Eigenh. Briefkarte mit U. ("J. Sturm"). Köstritz, 26. VII. 1889. 1½ SS. Qu.-32mo. Mit einer halbseitigen Nachschrift seiner Gattin. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An ein Fräulein: "Herzlichen Dank für die guten Wünsche. Ich habe den 73. Geburtstag fröhlich feiern können in Mitten meiner Lieben. Das ist eine große Gnade. Ems ist uns gut bekommen und wir haben schöne Tage in der herrlichen Gegend verlebt und auch die schöne Mosel besucht. Recht leid hat es uns gethan, daß wir nicht mit Ihnen zusammentreffen konnten [...]". - Zu Recht als einer der "bekanntesten Lyriker [...] unter den protestantischen Theologen des 19. Jahrhunderts" (DBE) geltend, wurden die Gedichte des in Köstritz geborenen Gelehrten u. a. von Franz Schreker, Hugo Wolf oder Max Reger vertont. - Mit umlaufendem Goldschnitt; mit kleinen Montagespuren. | |
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| 281 | Thackeray, William Makepeace, Schriftsteller (1811-1863). Schriftstück (Fragment) mit eigenh. U. ("Thackeray"). O. O. u. D. 1 S. Kl.-12mo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Wohl eine Zusammenstellung aktueller Beschwerden für seinen Hausarzt: "The same complaint I had before. Flatulence, sickness of stomach, great pain & spasms with desire to vomit - Took 6 grains of Calomel 3 days ago, apprehending an attack and yesterday 1/2 a bottle of Marienbad water - disagreed with me [...]". - Die Tinte stellenweise etwas verlaufen, am oberen Rand von alter Hand mit "2" numeriert. | |
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| 283 | Torberg, Friedrich, Schriftsteller (1908-1979). Ms. Brief mit eigenh. U. ("Torberg"). Breitenfurt bei Wien, 12. I. 1968. 1 S. 4to. Mit ms. adr. Kuvert. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| An eine Anita Braun in Friedberg: "Ich eile, Ihre ebenso überraschende wie erquickliche Wissbegier zu stillen: 'Der letzte Hofzwerg' ist keineswegs die Erstausgabe des 'Gaulschrecks', sondern - fast möchte man sagen: im Gegenteil - der letzte, verzweifelte Versuch des damals schon von der Pleite bedrohten (und bald darauf tatsächlich pleite gegangenen) Verlegers, das unverkäufliche Buch wenigstens im Ramsch loszuwerden, zu welchem Zweck er es mit einem vermeintlich attraktiveren oder doch leichter verständlichen Titel versah (übrigens gegen den Willen des Autors). Ich habe von dieser Episode in einer meiner Publikationen über Herzmanovsky-Orlando berichtet. Auch dass die Kapitel-Überschriften der Langen-Müller'schen 'Gaulschreck'-Ausgabe von mir stammen, habe ich im Nachwort dieser Ausgabe zu Protokoll gegeben. Aber Sie erweisen Ihnen ganz gewiss zuviel der Ehr' mit der Bezeichnung 'herrlich' und vollends mit dem Schluss, dass 'das Beste an Herzmanovsky' eigentlich von mir sei. Es trifft allerdings zu, dass manches, was Leser und Kritiker als 'echt Herzmanovsky' empfunden und gepriesen haben, das Resultat meiner Bearbeitung war (und bisweilen macht man mir das sogar zum Vorwurf). Aber das Beste an Herzmanovsky ist schon er selbst [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. | |
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| 287 | [Vietnam]. - Doan-Huy, letzte Kaiserin Vietnams (1890-1980). Ms. Brief mit eigenh. U. Paris, 1972. 1 S. 4to. Gestempelt. |
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| An einen deutschen Autographensammler: "[...] Unser Vaterland Vietnam war ca. 1.000 Jahre lang eine Monarchie. Es gab keinen Militarismus, keinen Krieg und die Bevölkerung lebte in Frieden und Wohlstand. Heute mitten im Krieg habe ich [...] Tag und Nacht für den Frieden und für den Wohlstand des ganzen vietnamesischen Volkes gebetet [...]" (dt. Übersetzung). - Beiliegend eine Übersetzung ins Deutsche. | |
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| 289 | Webern, Anton von, Komponist (1883-1945). Eigenh. Postkarte mit U. [Berlin-] Zehlendorf, 11. XI. 1911. 1½ SS. in Tinte u. Bleistift. Qu.-kl.8vo. |
| Preis auf Anfrage oder zwischenzeitlich verkauft | |
| Bislang unveröffentlichte Karte an den Schönberg-Schüler Paul Königer in Wien, der neuerdings bei Alban Berg weiterstudiert. Schönberg war Ende September 1911 nach Berlin gezogen, wohin ihm Anfang Oktober Anton von Webern folgte. Für 20. November 1911 - wenige Tage nach dieser Karte - war in München die Uraufführung von Mahlers 'Lied von der Erde' unter Bruno Walter angekündigt: "[W]arum schreiben Sie mir nicht? Was ist mit Ihrer Münchenfahrt? Ich wünschte sehr, Sie können Samstag hier sein, hoffentlich auch Berg [...] Ich freu mich schon unendlich. Es wird wunderbar werden". Webern schrieb zu dieser Zeit auch an seinem Schönberg-Essay für die 'Rheinische Musik- und Theater-Zeitung', über den er an Königer schreibt: "Meinen Aufsatz über Schönberg habe ich endlich fertig. Er ist 30 Seiten lang geworden. Etwas ganz anderes, als was ich Ihnen vorlas. Ich bin neugierig, was Schönberg sagt. Freilich das was ich wollte ist's leider nicht geworden. Schreiben ist nicht sehr einfach [...]". - Mit gestempeltem Absender. Auf der Vorderseite Weberns nachträgliche Notiz "Schönberg schreibt an Gutmann" (d. i. Schönbergs damaliger Konzertagent). | |
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| 293 | Wildenbruch, Ernst von, Schriftsteller (1845-1909). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 10. November 1892 [?]. 1 S. auf Doppelblatt. Folio. Mit eh. adr. Kuvert. |
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| An den Schriftsteller Georg Bötticher (1849-1918) in Leipzig: "Es thut mir aufrichtig leid, daß ich Ihrem Wunsche nicht entsprechen kann: Literarische Verpflichtungen und schwere häusliche Angelegenheiten machen es mir unmöglich, zu Vorträgen Zeit und innere Ruhe zu finden [...]". - Ernst von Wildenbruch war seit 1877 im Auswärtigen Amt tätig, quittierte 1900 aus gesundheitlichen Gründen seine Beamtentätigkeit und ließ sich 1907 in Weimar nieder. Der in der Wilhelminischen Zeit "vielgespielte Dramatiker" (DBE) schrieb neben historisch-patriotische Dramen Essays, Erzählungen und Lyrik mit patriotischen, teilweise sozialkritischen Themen. 1884 und 1896 wurde er mit dem Schillerpreis, 1907 auch mit dem Grillparzer-Preis ausgezeichnet. | |
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| 297 | Zahn, Ernst, Schriftsteller (1867-1952). Eigenh. Gedicht (14 Zeilen) mit U. Meggen, September 1924. 1 S. Qu.-8vo. |
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| "Zieh' aus, mein Kind, und werde | des Weges nimmer müd. | Nimm hin, was auf der Erde | an Leid und Lust dir blüht [...]". - Ernst Zahn trat nach Lehrjahren in England und Italien in den väterlichen Hotelbetrieb ein, den er nach seines Vaters Tod auch weiterführte. "In volkstümlichen Romanen [...] und Erzählungen schilderte er stimmungsvoll das Leben der Bauern seiner Heimat" (DBE); daneben schrieb er Dramen, Gedichte und Jugendbücher und war in öffentlichen Ämtern (u. a. als Kriminalrat und Präsident des Landrats von Uri) tätig. - Auf der Verso-Seite einer Portraitpostkarte. | |
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| 299 | Zweig, Stefan, Schriftsteller (1881-1942). Eigenh. Albumblatt mit U. Wien, Februar 1916. 1 S. Qu.-8vo. |
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| "Ist nicht Alles, was wir spenden, | Schon verloren, schon verirrt, | Wenn es nicht von treuen Händen | Herzensnah geborgen wird? [...]" - Auf Briefpapier mit gepr. Vignette. | |
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| 300 | Zweig, Stefan, Schriftsteller (1881-1942). Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., Februar 1932. ½ S. 8vo. |
| € 500 | |
| "Immer derselbe und niemals derselbe!" | |
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