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Graphik, Zeichnungen
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[Andachtsbild]. Fac ut tecum lugeam. Rom, um 1800. Gestochene Kupferplatte (98:150 mm).
€ 250
| Wohl Teil einer Stichserie zum "Stabat Mater", hier zu einer Zeile aus der fünften Strophe ("Eja Mater, fons amoris, me sentire vim doloris fac ut tecum lugeam" - "Gib, o Mutter, Born der Liebe, dass ich mich mit dir betrübe, dass ich fühl die Schmerzen dein"). Die dazugehörige Darstellung zeigt eine Madonna mit Schwert in der Brust. - Mit Druckvermerk "In Roma al Gesu N. 80". {BN#18038} (mehr) |
[Andachtsbild]. Ecce mater tua. Rom, um 1800. Gestochene Kupferplatte (55:73 mm).
€ 250
Wohl Teil einer Stichserie zu den Sieben Worten Jesu am Kreuz, hier zum dritten Wort ("Siehe, deine Mutter!" - Johannes 19, 27). Die dazugehörige Darstellung zeigt eine sternenumkränzte Madonna. - Mit Druckvermerk "In Gesu No. 80-81". {BN#18040} (mehr)
[Andachtsbild]. Effigies S. Mariae Laurentanae. Wohl Rom, um 1780. Gestochene Kupferplatte (133:202 mm).
€ 650
Kupferplatte mit vier Andachtsbildchen, sämtlich mit derselben Legende und Darstellung (Madonna in reichgeschmücktem Kleid mit Christuskind, beide gekrönt; letzteres mit Reichsapfel und zum Segen erhobener Hand). {BN#18042} (mehr)
Bombelli, Pietro Leone. S. Giacinta Mariscotti. Wohl Rom, 1807. Gestochene Kupferplatte (132:202 mm).
€ 800
| Schön gestochenes Bildnis der römischen Nonne Hyacintha Mariscotti (1585-1640) aus dem Orden der Tertiarschwestern der Franziskaner, mit Kruzifix, Bibel und Totenkopf in ihrer Zelle. Wohl entstanden anläßlich der Heiligsprechung im Jahre 1807. Der römische Kupferstecher Bombelli (1737-1809), Schüler des Stefano Pozzi, stach u. a. die zwölf Engel auf der Englsbrücke sowie "mehrere Blätter nach den schönsten antiken Statuen Roms" (Nagler 2, 27; vgl. auch Thieme/B. 4, 261f.). {BN#18021} (mehr) |
[Buchhandelsplakat]. Plakat für R. Lechner's k. k. Univ. Buchhandlung. Wien, um 1860. Holzstich von A. Kantor in typographischer Rahmung. Verso farblithographierte Landkarte von Südrussland. 525:550 mm.
€ 90
Dekoratives Plakat für die 1825 gegründete k. k. Universitätsbuchhandlung R. Lechner, die sich am Graben 31 in Wien befand und, wie am Plakat beworben, ein "Best assortirtes Lager aus allen Zweigen der Literatur!", "Globen, Tellurien und Atlanten!", "Reichhaltigste Auswahl von Jugend- und Geschenk-Literatur" sowie "Belehrende Spiele für die Jugend!" anbot. Der zentrale Holzstich zeigt Ansichten des Geschäftslokals in dekorativer Schriftrahmung. Seltenes, für die Geschichte des Wiener Buchhandels interessantes Geschäftsplakat. - Faltspuren. {BN#18044} (mehr)
Buffagnotti, Carlo Antonio. Sammlung von 10 radierten Theaterdekorationen. O. O., um 1690. Querformatige Radierungen mit alter Interimsheftung. Quer-4to (Blattmaß ca. 283:202 mm; Plattenmaß ca. 220:150 mm).
€ 650
Seltene Sammlung von teils in der Platte, teils händisch betitelten Bühnenbildern ("Bosco", "Prigione", "Campagnia", "Gabinetti", "Giardino" etc.). Der um 1660 in Bologna geborene Theaterdekorationsmaler wirkte in seiner Heimatstadt, Genua und Turin bis um 1710. - Kräftige und breitrandige Abzüge, aber durchgehend mit Bildverlusten durch Mäusefraß. - Thieme/B. V, 201. {BN#24506} (mehr)
Böhm, Adolf, Graphiker u. Maler (1861-1927). Plakatentwurf für die erste Ausstellung der Secession 1898. "I. Kunstausstellung 1898 Wien Vereinigung Bildender Künstler Oesterreichs". Wien, 1897. Mischtechnik (Gouache über Bleistift) auf Karton, Blattgröße 20,6:18,7 cm, zweimal monogrammiert AB und datiert (18)97.
€ 8.000
| Der in Gold umrahmte, fast quadratische Entwurf zeigt einen frontal gestellten, nackten Genius, der mit lodernder Fackel in der Rechten ein Feuer auf einem Altar entzündet. Hinter seinen formatfüllenden Flügeln scheint links ein grüner Baum durch, und ein angedeuteter Regenbogen schließt die Komposition nach oben ab. In einer Bleistiftnotiz auf der Rückseite findet sich der Titel des Blattes, der klar die programmatische Bedeutung des Entwurfs darlegt: "Genius entzündet die heilige Flamme der Kunst auf dem Altare der neuen Vereinigung, das Böse Prinzip verscheuchend". Somit spielt Adolf Böhm, der als Gründungsmitglied zu den Vätern der Secession gehört, klar auf das Selbstverständnis der neuen Künstlervereinigung an: Die Secession will der Kunst neue Kraft (Feuer) geben und entzündet ihre Flamme auf dem neuen Altar der Secession und nicht auf jenem der alten Vereinigung "Künstlerhaus", in der für die Avantgarde kein Platz war. Der grüne Baum und der Regenbogen mögen die Hoffnungen der jungen Künstlergeneration symbolisieren, die sie in die Erneuerung und nicht zuletzt in die erste Ausstellung setzten. Diesem unpublizierten Plakatentwurf Böhms kommt neben seiner hohen künstlerischen Qualität auch besondere dokumentarische Wichtigkeit zu: Er wurde nicht realisiert und stellt, da bereits 1897 ausgeführt, eines der ersten Dokumente in der Geschichte der für die bildende Kunst Wiens so wichtigen Künstlervereinigung dar. Für die erste Ausstellung gelangte bekan ntlich der Entwurf von Gustav Klimt, dem ersten Präsidenten der Secession, zur Ausführung. Auch Klimt thematisiert in seinem Plakat für die erste Secessionsausstellung das Verhältnis Künstlerhaus-Secession, wo er Theseus (Secession) im Kampf mit dem Minotaurus (Künstlerhaus) zeigt. Adolf Böhm schuf bis zu seinem als Mitglied der Klimtgruppe 1905 erfolgten Austritt aus der Secession noch zwei weitere Plakate in diesem Zusammenhang, nämlich für die achte (1900) und die fünfzehnte (1902) Secessionsausstellung. Zu seiner großen künstlerischen Bedeutung als Innenarchitekt sei auf seine Glasfensterentwürfe in der Villa Otto Wagners verwiesen. {BN#1880} (mehr) |
[Charlotte Amalie von Hessen-Barchfeld]. - Calamo / Trinks, Heinrich David. Tuschzeichnung mit eigenh. Widmungsgedicht zum 32. Geburtstag. [Wohl Meiningen], 10. VIII. 1762. Zeichentusche auf Papier (Blattmaß 485:295 mm). Unter Passepartout (615:430 mm).
€ 2.500
| Die schöne Dedikationszeichnung zeigt Apoll, auf eine geborstene Schrifttafel weisend. Auf derselben findet sich ein 21zeiliges kalligraphiertes Festgedicht: "Apollo spielt, die Gegend hört | Den Wunderklang der reinen Leyer; | Mir ist kein gleiches Glück beschert, | Ich lodre nicht in gleichem Feuer, | Nur Ehrfurcht ist's und wahre Treue | Die ich der Grosen Fürstin weyhe | [...]". Der Steinblock, auf dem Apolls Leier ruht, trägt außerdem eine 15zlg. Widmung "Der Durchlauchtigsten Fürstin und Frau, Frau Charlotten Amalien, Herzogin zu Sachsen, Jülich, Cleve und Berg auch Engern und Westphalen, Landgräfin zu Thüringen, Marggräfin zu Meissen, gefürsteten Gräfin zu Henneberg, Gräfin zu der Marck und Ravensberg, Frau zu Ravenstein, gebornen Landgräfin zu Hessen, Fürstin zu Hersfeld, Gräfin zu Katzenelnbogen, Diez, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg und Hanau, auch Sayn und Witgenstein [...]"; am Schluß der Widmung vom Gratulanten Heinrich David Trinks in millimeterhoher Schrift signiert. Das Motiv von etwas Pflanzenstaffage eingerahmt; im Hintergrund ein Monopteros. Außerhalb des Rahmens vom sonst nicht nachgewiesenen Zeichner signiert: "Calamo delin." (nicht im AKL). - Charlotte Amalie (1730-1801) war die Tochter des Landgrafen Karl I. von Hessen-Philippsthal und seiner Gemahlin Christine von Sachsen-Eisenach. 1750 heiratete sie 20jährig den 43 Jahre älteren Herzog Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen, dem sie in der verbleibenden Zeitspanne seines Lebens noch acht Kinder schenkte. 1763 übernahm sie als Vormund ihrer Söhne die Regentschaft im Herzogtum, das finanziell und wirtschaftlich völlig ruiniert war. Aufgrund ihrer straffen Reformen und Sparmaßnahmen, ihres wirtschaftlichen Wiederaufbaus und ihrer Förderung des geistigen Lebens gilt sie als "Retterin des Herzogtums". Die beliebte und volksverbundene Herzogin wurde nicht in der Fürstengruft, sondern gemäß ihrem Wunsch auf dem städtischen Friedhof begraben. - Hübsche Zeichnung als Jubiläumsgabe, womöglich auch Vorzeichnung für einen Kupferstich. {BN#17767} (mehr) |
[China]. Chinesisches Ahnenportrait. China, um 1880. Papier, Seide bemalt. 166:100 cm. Alt auf Leinen aufkaschiert.
€ 7.500
| Farbenprächtige Darstellung eines älteren Beamtenpaars der späten Qing-Dynastie in Zeremonialgewändern. Die Hutzier des Mannes, anscheinend ein Silberfasan, weist auf den (hohen) fünften Rand in der chinesischen Zivilbeamtenhierarchie hin. Beide thronen in streng repräsentativer Frontalität - der Mann auf Tigerfell - unter einem weit gerafften Vorhang. Die realistisch durchgeformten, ungewöhnlich kleinen Köpfe und die flächig-dekorativ ausgestalteten Körper erscheinen vor ungestaltetem Grund, um die Wirkung voll auf die Dargestellten zu konzentrieren, während sich der ganze Reichtum chinesischer Dekorationskunst im unteren Bereich entfaltet, wo ein Fliesenboden mit ornamentalen und figürlichen Motiven (Blumen, Früchte, Tiere) eine breite abschließende Bordüre bildet. Die reiche Bildsymbolik (u. a. Lotosblüten, Fledermäuse, Kraniche, Granatäpfel) verweist auf Glück, langes Leben, Fruchtbarkeit usw. - Ahnenporträts waren wichtige Objekte der Verehrung im Rahmen des chinesischen Ahnenkults. "Die farbenprächtigen, aufwändig gestalteten Ganzkörperporträts [...] wurden anlässlich der Neujahrsfestlichkeiten hervorgeholt und [...] in der Empfangshalle des Hauses aufgehängt [...] Auf diese Weise wurden die Ahnen zurück ins Haus eingeladen und auch wieder verabschiedet" (Noda, S. 192). - Überstehende Leinwandränder mit Läsuren; stellenweise unbedeutend knittrig. Eine Stelle mit winziger Farbabplatzung. Eingerollt. - Vgl. Noda, Renate. Grab- & Ahnenkult. In: Gold und Jade. Sensationsfunde aus chinesischen Herrschergräbern. Kat. Kunsthalle Leoben, 2007, Kat. Nr. 156f. {BN#22406} (mehr) |
Chodowiecki, Daniel, Kupferstecher, Graphiker und Illustrator (1726-1801). Folge von 12 eigenh. bezeichneten und signierten bzw. monogrammierten Original-Sepia-Zeichnungen. O. O., um 1780. Jeweils ca. 50:75 mm unter Passepartout. Lederband des frühen 20. Jhdts. mit Rückenvergoldung, dreifachen goldgeprägten Deckelfileten mit Eckfleurons, goldgeprägter Deckelvignette sowie Steh- und Innenkantenvergoldung. 8vo.
€ 18.000
| Hübsche Folge von Sepia-Zeichnungen, die vermutlich als Vorlage für einen geplanten, jedoch nie ausgeführten Zyklus angefertigt wurden. Der in feinen Linien und verschiedenen Grauabstufungen gemalte Zyklus behandelt in jeweils 3 Zeichnungen die vier Lebensalter einer Frau. Alle Zeichnungen sind im unteren weißen Rand vom Künstler signiert und bezeichnet ("Das Kind", "Das Mädgen", "Die Frau" und letztlich "Die Witwe"). - Eine Zeichnung im unteren weißen Rand mit kleinem Randausriß (geringf. Textverlust). Tadellos erhalten und reizend montiert. {BN#18551} (mehr) |
[Chodowiecki-Werkverzeichnis - Handschrift]., Ludwig David Jacoby (Kunsthändler, 1768-1848). "Verzeichnis aller Chodowieckischen Kupferstiche". Eigenh. Manuskript. O. O., vor bzw. 1808. 54 beschr. (sowie 53 unbeschr.) Bll. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und floraler Rückenvergoldung sowie Fileten. Gr.-4to.
€ 2.500
Hübsche, ausführliche Handschrift, ein frühes Werkverzeichnis und das Manuskript zu Jacobys 1808 in erster Auflage erschienenem "Verzeichnis". Vermerkt Chodowieckis Schaffen von 1758 bis zum Jahr 1800 in 950 Nummern und enthält weiters einen autobiographischen Aufsatz Chodowieckis "von ihm selbst entworfen" - eine Abschrift aus "Meusels Miscellanien" [1780] - sowie zwei Abschriften von Nachrufen aus dem "Hamburger unpartheyischen Correspondenten" und der "Bayreuther Zeitung". {BN#13915} (mehr)
Eisen, Ikeda (Keisai). Surimono der A-Serie. Um 1830. Farbholzschnitt. 210:185 mm.
€ 450
| Das Surimono (in kleiner Auflage erschienener Privatdruck) in der ukiyoe-Tradition zeigt eine Dame, einen Herrn und ein Kind, wohl beim Spaziergang, in traditionellen japanischen Gewändern unter einem Baum am Zaun. Links der Darstellung ein kurzes Gedicht; rechts unten signiert "Keisai Eisen ga". - "Der vielseitige Eisen [1790-1848] ist besonders für Portraits schöner Frauen (bijinga), Erotika (shunga, "Frühlingsbilder"), Landschaften, Blumen- und Vogelbilder (kachoga) und exquisite surimono bekannt. Zwischen 1811 und 1847 entstanden illustrierte Serien eigener Gedichte [...] Eisens Tätigkeit als surimono-Meister beschränkt sich auf die Zeit zwischen ca. 1810 und 1840. Die eleganten Einzel-Blätter erinnern an Arbeiten der Utagawa- und Hokusai-Schule. Zusammen mit Kunisada gehörte Eisen zu den wichtigsten ukiyoe-Künstlern der ersten Hälfte des 19. Jhs." (U. Middendorf in AKL XXXIII, 2002, 31). Vgl. auch Thieme/Becker XX, 78. - Aus der Dorotheums-Auktion 30. April 1992 (mit Abb.). {BN#14095} (mehr) |
Fischer, Ludwig Hans, Maler, Archäologe und Ethnologe (1848-1915). 9 aquarellierte Federzeichnungen. O. O. u. D. Zusammen 9 Bll. Verschiedene Formate.
€ 500
| Sehr hübsche und sauber ausgeführte Zeichnungen, die wohl mehrheitlich während einer von Fischers zahlreichen Reisen entstanden sein dürften. - Die vorliegende Sammlung enthält im einzelnen: 1. [Opiumraucher]. O. O. u. D. 88:110 mm. - 2. [Orientale]. O. O. u. D. 63:121 mm. - 3. [Orientale mit Kamel]. O. O. u. D. 65:117 mm. - 4. [Selbstportrait mit Pfeife]. O. O. u. D. 80:120 mm. - 5. [Orientale mit Flasche]. O. O. u. D. 94:65 mm. - 6. [Herz mit Rauchschweif]. O. O. u. D. 90:65 mm. - 7. [2 Schlangen]. O. O. u. D. 100:65 mm. - 8. [Schneemann mit Pfeife]. O. O. u. D. 134:100 mm. - 9. [Pärchen] O. O. u. D. 156:155 mm. - Der aus Salzburg gebürtige Ludwig Hans Fischer studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien (u. a. bei Eduard von Lichtenfels), lebte von 1875 bis 1877 in Rom und von 1879 bis zu seinem Tod in Wien. Er gehörte zu den Gründern des Aquarellistenklubs, schuf Entwürfe für Prägungen der Numismatischen Gesellschaft, beschäftigte sich mit Ethnologie und Urgeschichte und war als Reiseschriftsteller tätig. Zudem war Fischer Mitglied der Wiener Anthropologischen sowie der Wr. Prähistorischen Gesellschaft. Neben graphischen Mappenwerken schrieb er u. a. eine "Technik der Aquarellmalerei" (1888) und eine "Technik der Ölmalerei" (1898). {BN#18384} (mehr) |
[Gartenkunst]. Ansicht einer neuen Naturholzbrücke beim kleinen Teiche im St. Antaler Parke. [Wien?, 1846]. Aquarellierte Federzeichnung. Signiert rechts unten "Joh. Kunsch Baumeister" und mit dem Genehmigungsvermerk des Verwalters Franz Frey.
€ 75
Maßstäbliche Entwurfszeichnung für eine Naturholzbrücke im Landschaftsgarten der Herzöge Sachsen-Coburg-Gotha in St. Antal in Ungarn (Bezirk Német). Dekorative Perspektivansicht der im typischen Zeitstil aus Baumstücken gefertigten Brücke. In der Mitte kaum sichtbare Faltspur. {BN#15121} (mehr)
Geyling, Remigius, Maler und Bühnenbildner (1878-1974). Sammlung von 23 Portraitzeichnungen bzw. -karikaturen, alle "nach der Natur" gezeichnet und von Geyling eigenh. signiert, datiert und bezeichnet (oftmals auch unter Nennung des Ortes der Portraitsitzung). Beiliegend zwei eigenh. Schreiben Arthur Schnitzlers. Wien, 1897-1935. In späteren Jahren vom Künstler selbst auf Untersatzkartons einheitlichen Formats montiert und in zwei einfache Mappen eingelegt, die er jeweils mit den Namen der Dargestellten eigenhändig beschriftete. Die Blätter selbst von der Hand des Künstlers durchlaufend numeriert (1-24, die auf ein Kartonblatt montierten Schreiben Schnitzlers als Nr. 23) und mit der Bezeichnung der Portraitierten unter Hinzufügung ihrer Lebens- bzw. Sterbedaten versehen. Imp.-Folio.
€ 45.000
| Das früheste Blatt datiert aus dem Jahr 1897, dem Gründungsjahr der Wiener Secession und der Kunstzeitschrift "Ver Sacrum". Für letztere hatte Geyling laut seiner eigenh. Beschriftung das vorliegende Portrait des secessionistischen Bildhauers Rudolf Bacher geschaffen. Ein Großteil der von ihm in den beiden Mappen versammelten Bilder entstand dann 1905, im Jahr nach der Schließung des von ihm gemeinsam mit Otto Prutscher betriebenen Ateliers für Einrichtungs- und Ausstattungsbedarf und zur Blütezeit der Wiener Werkstätte, für die Geyling u. a. Postkarten entwarf. "Obwohl Mitglied des konservativen Künstlerhauses, stand er trotzdem der Wiener Secession nahe" (AKL LII, 462). Für Geyling waren "Klimt, Hoffmann, Roller, Olbrich nicht nur meine Kollegen, sondern auch meine Freunde und wir haben viele, viele Nächte über die 'neue und reine Kunst' debattiert" (Remigius Geyling erzählt, aufgezeichnet von Gerald Szyszkowitz. In: Nebehay/Krug, SS. 5-8, hier 7). Diese Nächte boten offenbar zahlreiche Gelegenheiten für Geylings Portraitstudien: die vorliegende Sammlung enthält neben den Portraits der obengenannten auch ein Bild des oftmaligen Tivoli-Gastes Egon Schiele aus dessen Todesjahr sowie eine im Cafe Museum entstandene Portraitzeichnung von Adolf Loos. Am selben Ort wird Geyling wohl auch der von ihm so bezeichnete "Fackl-Kraus" Portrait gesessen haben. Ein besonders enges Verhältnis pflegte Geyling zu Gustav Klimt: er "gehörte viele Jahre lang zum Kreis derjenigen, die mit Klimt am Tivoli frühstückten" (Nebehay/Krug, S. 3). In dem legendären Restaurationsbetrieb am Grünen Berg in Meidling entstand im Mai 1905 dann auch das Blatt mit den beiden Portraits Klimts. Gemeinsam mit Peter Altenberg und Otto Wagner gehört Klimt zu den wenigen, die in den vorliegenden Mappen mit mehr als einer Portraitstudie (jeweils auf einem Blatt) vertreten sind. Es war die Empfehlung seines Freundes Klimt, die Geyling 1910 zur Anstellung als Ausstattungschef der "Neuen Wiener Bühnen" verhalf; die erste von ihm ausgestattete Inszenierung am Burgtheater war die Premiere von Schnitzlers "Das weite Land". Bei den Proben zu ebendieser Inszenierung, am 14. X. 1911, entstand auch die in vorliegender Sammlung überlieferte Portraitzeichnung des Dichters. Die zwei beiliegenden Schreiben Schnitzlers an Geyling betreffen u. a. das gemeinsame Projekt des "Medardusfilm", hatte sich Geyling doch um die Austattung der bedeutendsten österreichischen Filmproduktionen verdient gemacht. Seine Übertragung der "Stilmittel der Wiener Werkstätte in das historische Trauerspiel [war] so wirkungsvoll, daß 1924 Fritz Lang Geylings Entwürfe für den Stummfilm 'Nibelungen' verwendete" (AKL LII, 462). - Provenienz: Wiener Privatsammlung, in die der Künstler die beiden Mappen noch zu Lebzeiten verkaufte. - Die Nrn. 6-8 sowie 18, 21 und 22 der unten verlisteten Zeichnungen jeweils ganzseitig abgebildet in: Ch. M. Nebehay u. H. Krug (Hrsg.). Remigius Geyling. Künstler und Literaten. Gezeichnet in Wien um 1900. Wien 1974. (= Jahresgabe der Wiener Bibliophilengesellschaft). Die vorliegende Sammlung dort nicht beschrieben; alle übrigen Zeichnungen unveröffentlicht. {BN#17017} (mehr) |
Gomier, Louis. Sine Macula. Wohl Rom, um 1730. Gestochene Kupferplatte (117:174 mm).
€ 400
| Hübsches Bildnis der Madonna in Andacht, mit über die Brust gelegten Händen, nach einem Gemälde von Carlo Maratti (1625-1713). Signiert vom Pariser Kupferstecher Louis Gomier, der 1713-30 in Rom tätig war und auch nach Pietro da Cortona, Ciro Ferri und An. Carracci stach. "Zu seinen Hauptblättern gehören eine Ansicht der Bernini-Fontände und des Obelisken auf der Piazza Navona [...] Auch war er Mitarbeiter an Mich. Mercati's Metallotheca [...] und stach einige Porträts nach eigener Zeichnung, darunter die der Königin Marie Eleonore Jos. von Polen und des Fürsten Lubomirski" (Thieme/B. 14, 364). Die Platte trägt noch den Verlegervermerk "typis Salmoni" (wohl ein Hinweis auf den römischen Drucker Giovanni Generoso Salmoni?). {BN#18018} (mehr) |
Grado, [Bartolommeo oder Filippo?]. In Conceptione tua Virgo Maria Immaculata fuisti. Wohl Neapel, um 1750. Gestochene Kupferplatte (200:269 mm).
€ 850
| Schöne, großformatige Kupferstichplatte, signiert "Grado f." Der Stich zeigt die auf einer Mondsichel stehende Jungfrau Maria, die mit Hilfe von Engeln ihren Mantel über die Heiligen Riccardo, Ulmaro und Odrano Cocchi breitet; darunter die sie verehrenden Andächtigen. Zur neapolitanischen Kupferstecherfamilie Grado zählen der flämische Stammvater Francesco, der schon Ende des 17. Jahrhunderts nach Süditalien kam, seine Söhne Arcangelo und Bartolommeo ("von denen der letztere eine Madonna nach F. Falciatore [...] stach"; Thieme/B. 14, 473), sowie Bartolommeos Sohn Filippo, der die Stiche für Mazzocchis "Tabulae Heracleenses" (Neapel, 1754f.) lieferte und auch an den "Antichità di Ercolano" (ebd. 1755ff.) mitwirkte. - Einige kl. Oxydationsflecken und Buckel in der Platte; am oberen Rand einige kl. Kratzer. {BN#18016} (mehr) |
[Gregosch, Johann Baptist). Rundgemälde von Wien und dessen Umgebung aufgenommen nächst der Spinnerin am Kreuz und nächst der Villa am Laaerberge. Wien, J. B. Gregosch / J. Höfelichs Wwe., 1855]. Panorama in sechs Blättern. Zeitgenössisch kolorierte, getönte Lithographie, je ca. 205:660 mm. Jedes Blatt unter Passepartout.
€ 9.500
| Das prächtige, knapp vier Meter lange Rundpanorama von Wien in einem kolorierten Exemplar. - Bild 1: Spinnerin am Kreuz und Arsenal. Bild 2: Von Penzing bis zum Leopoldsberg. Bild 3: Von Kalksburg bis zum Schloß Schönbrunn. Bild 4: Von Rothneusiedl bis Rodaun. Bild 5: Von der Fabrik Kettenhof bei Schwechat bis Laxenburg, im Vordergund Pfarrkirche Oberlaa. Bild 6: Von der Simmeringer Heide bis Schwechat. Ab 1871 lehrte Gregosch an der Kunstgewerbeschule zu Budapest, wo er u. a. die "Österreichisch-Ungarische Monarchie in Wort und Bild" illustrierte (vgl. Th./B.). - Das Exemplar des Historischen Museums der Stadt Wien ebenso wie jenes der Slg. Eckl unkoloriert. - Komplett mit allen Blättern und im Originalkolorit wie vorliegend von größter Seltenheit. - Nebehay/Wagner II, 208 . Slg. Eckl 869. Thieme/Becker XIV, 582. {BN#24736} (mehr) |
Hoffmann, Josef, Architekt und Kunstgewerbler (1870-1956). Von Hoffmann eigenhändig m. Deckweiß überarbeitete und beschriftete Originalphotographie. [Wien], um 1950. 22,7:14,5 cm.
€ 380
Die S/W-Aufnahme (rückseitig gestempelt: "Martin Gerlach | Fotografisches Atelier") eines mit dem erhabenen Stadtwappen Wiens gezierten Keramikkrugs von Hoffmann zur Erhöhung der Schattenwirkung mit Deckweiß gehöht, rückseitig mit Bemaßung versehen und eigenh. beschriftet: "Keramik | Hoffmann | Powolny". - Der Bildhauer u. Keramiker Michael Powolny (1871-1954) arbeitete schon bei der Ausstattung des Cabaret Fledermaus mit dem Begründer der Wiener Werkstätte zusammen und unterrichtete ebenso wie Josef Hoffmann selbst an der Wiener Kunstgewerbeschule. {BN#3569} (mehr)
Holub, Georg. Plakatprobedruck zur Wiener Sonnwendfeier 1913. Wien, Schneider & Lux, 1913. Farblithographie, 123 x 94 cm, links unten im Stein monogrammiert.
€ 450
| Prachtvoller, kräftiger Probedruck des Plakats vor der Schrift. Im Museum für Angewandte Kunst Wien existiert das seltene Plakat mit separat eingedruckter Aufschrift: "Große Sonnenwendfeier der Deutschen Wiens am 15. Juni 1913. Ob schön! Ob Regen! Deutsches Volksfest. Bund der Deutschen in Niederösterreich. Fackelreigen, Musikvorträge, Gesangsvorträge, Wiesenspiele, Volksbelustigungen" (MAK, Plakatsammlung PI 1747). - Auf Japan doubliert. {BN#17974} (mehr) |
Hübl, Emil. Filmplakat für "Die Hölle von Barbalo". Wien, Reklame-Anstalt Pollak, um 1923. Farblithographie, verso eigenhändig bezeichnet, signiert und datiert. 120 x 94,5 cm.
€ 200
| Plakat für einen Film der Pan-Film. Ohne Texteindruck. Frühwerk des später als Buchillustrator bekannt gewordenen Künstlers. - Faltspuren. {BN#17971} (mehr) |
Jené, Edgar, Maler (geb. 1904). Naturgaben. Ein Gedicht aus dem Anakreon. 3 Holzschnitte von Edgar Jené. (Wien, um 1925-30). 4 Bll. (als Blockbuch gebunden) mit mont. handschriftl. Titel, 3 handschriftl. Gedichten [von Rudolf Pointner?] u. den 3 Orig.-Holzschnitten (ca. 25:18 cm) von Edgar Jené. Karton der Zeit mit marmor. Umschlag und hs. Deckelschild ("Naturgaben"). 4to.
€ 900
Wohl sehr frühe Arbeit des österreichischen Künstlers Edgar Jené, vermutlich nur in kleinster Auflage (vielleicht aber auch nur dieses eine Exemplar) handschriftlich hergestellt. Während die ersten beiden Holzschnitte noch unausgereift und unausgewogen wirken, hat das dritte Blatt bereits den für Jené so typischen surrealistischen Anklang. {BN#9152} (mehr)
Kilian, Lucas. Illustris et generos. Dominus Dn. Wolufgangus Wilhelmus Dn. ab et in Volckensdorff, Weissenburg, Stein, et Reichersdorf, Archiducatus Austriae vexillifer haeredit. Sacr. Caes. Mai. Consil. et Cubicul. Provinc. Q.Austriae Supr-Anisinae Capitanaeus. Aetat. suae XLIX. O. O., 1616. Portraitkupferstich (248:172 mm).
€ 120
Brustbild des Oberösterreichers Wolfgang Wilhelm von und zu Volkendorf, Weißenburg, Stein und Reichersdorf im Alter von 49 Jahren. Das ovale Portrait gefaßt von 16 Wappen; darunter ein 8zlg. Widmungsgedicht. Der Augsburger Zeichner und Kupferstecher Lucas Kilian (1579-1637) war vor allem als Portraitist geschätzt: "Seine Porträtgalerie enthält Gelehrte und Künstler, Herrführer und Monarchen - eine Geschichte in Bildern jener ereignisreichen Jahre des 30jährigen Krieges [...] Unter den Stechern der Familie Kilian steht Lucas an erster Stelle" (Thieme/B. 295f.) - Innerhalb des Plattenrands beschnitten und auf Kartonträger montiert. - Thieme/Becker XX, 298. {BN#16817} (mehr)
Klein, Johann Adam, Zeichner und Radierer (1792-1875). Kamele am Meer. Ohne Ort, 1832. Originalradierung, in der Platte signiert und datiert. Gewalztes Chinapapier (200:140 mm) auf Kupferdruckpapier (270:340 mm).
€ 350
| Guter Abzug des schönen Blattes, lt. Nagler eine der großen Seltenheiten im graphischen Werk des Nürnberger Zeichners. - Der Untersatzkarton minimal stockfleckig, sonst tadellos. - Nagler VII, 43, Nr. 31. {BN#18160} (mehr) |
[Kupferplatte]. Pius VII. Wohl Rom, 1800. Gestochene Kupferplatte (120:166 mm).
€ 400
Unsigniertes Portraitkupfer des Papstes Pius VII. (Graf Luigi Barnabà Niccolò Maria Chiaramonti; 1742-1823), wohl anläßlich seiner Papstkür am 21. März 1800 gestochen. Unter dem ovalen Brustbild das Wappen des Papstes. {BN#18037} (mehr)
[Laxenburg]. [Laxenburg bei Wien in bildlicher Darstellung. Wien, Lithogr. Institut, 1820-1826]. 47 (statt 55) Lithographien (Blattmaße ca. 610:485 bis 480:385 mm). Zus. in zeitgenöss. Leinenmappe mit dekorativer Gold- und Blindprägung. Bindebänder. Gr.-Folio (630:490).
€ 2.500
| "Privatdruck auf Befehl Kaiser Franz I., in sehr kleiner, nicht für den Handel bestimmter Auflage erschienen [...] Außer Ansichten zeigen die Darstellungen auch Interieurs, Dekorationen etc. [...] Die Tafeln sind nicht beschriftet und nicht numeriert" (Nebehay/W.). Gezeichnet von Jakob Alt, Johann Rupp, Carl Bschor und Albert von Radmannsdorf. - Teils leicht finger- bzw. stockfleckig (zumeist nur den Rand betreffend) und mit kl. Randeinrissen. Die Mappe stärker berieben; Rückenbänder gebrochen. Der vorliegenden Reihe fehlen die Nummern 1, 4-6, 15-17 sowie 20. Die Ansicht des Ritterschlosses von der Südseite liegt hier nicht in einer unbezeichneten Umrißradierung vor, wie sie Nebehay/Wagner für das Exemplar der Albertina nachweisen, sondern als von Jakob Alt gezeichnete Lithographie. Das Blatt 7 ("Gothische Brücke") im Probedruck aus der Sammlung des großen österreichischen Otologen Adam Politzer (1835-1920), dessen graphische Sammlung 1922 bei Schwarz in Wien versteigert wurde (vgl. Lugt 2037 und 2741; die vorliegende Stempelvariante nicht bei Lugt). "Il collectionnait depuis 1870 environ, sans système bien défini, mais seulement d'après son goût artistique [...] L' amateur a consacré une attention spéciale à la lithographie, de ses debuts à l'année 1880" (Lugt, S. 513). - Nebehay/Wagner 359. H. Schwarz (Anfänge der Lithographie in Ö) 76. {BN#25111} (mehr) |
[Laxenburg]. [Laxenburg bei Wien in bildlicher Darstellung. Wien, Lithogr. Institut, 1820-1826]. 16 (statt 55) Lithographien (Blattmaße ca. 600:485 mm bis 470:350 mm). Lose.
€ 750
| "Privatdruck auf Befehl Kaiser Franz I., in sehr kleiner, nicht für den Handel bestimmter Auflage erschienen [...] Außer Ansichten zeigen die Darstellungen auch Interieurs, Dekorationen etc. [...] Die Tafeln sind nicht beschriftet und nicht numeriert" (Nebehay/W.). Gezeichnet von Jakob Alt, Johann Rupp, Carl Bschor und Albert von Radmannsdorf. Die vorliegende Reihe umfaßt die Blätter 2, 9, 10, 19, 21, 23, 36, 39-41, 44, 46, 48, 53-55 (Zählung nach Nebehay/W.). - Teils leicht finger- bzw. stockfleckig (zumeist nur den Rand betreffend) und mit kl. Randeinrissen. Das Blatt 19 ("Innere Hofraum-Ostseite") in beidseitig bedrucktem Probeabzug, aus der Sammlung des großen österreichischen Otologen Adam Politzer (1835-1920), dessen graphische Sammlung 1922 bei Schwarz in Wien versteigert wurde (vgl. Lugt 2037 und 2741; die vorliegende Stempelvariante nicht bei Lugt). "Il collectionnait depuis 1870 environ, sans système bien défini, mais seulement d'après son goût artistique [...] L' amateur a consacré une attention spéciale à la lithographie, de ses debuts à l'année 1880" (Lugt, S. 513). Das Blatt 40 ("Plafond im Prunksaale") ebenfalls im Probeabzug, hier auf rückseitig bedrucktem Makulaturpapier. - Nebehay/Wagner 359. H. Schwarz (Anfänge der Lithographie in Ö) 76. {BN#25112} (mehr) |
[Laxenburg]. Carl Bschor und Albert von Radmannsdorf. [Ansicht vom Prunksaale. Wien, Lithogr. Institut, 1820-1826]. Lithographie (Blattmaß ca. 483:607 mm).
€ 300
| Das wohl eindrucksvollste Einzelblatt aus der 55 Blätter umfassenden Folge "Laxenburg bei Wien in bildlicher Darstellung", die 1820-26 in Wien erschien. "Privatdruck auf Befehl Kaiser Franz I., in sehr kleiner, nicht für den Handel bestimmter Auflage erschienen" (Nebehay/W.). - Die Ränder gering angestaubt bzw. geknittert, sonst tadellos. - Nebehay/Wagner 359, 36. {BN#25113} (mehr) |
Le Clerc, Sébastien. Anmuthige Augen Belustigung, abgezielte Hertzens Ermunterung [...]. Unser Heyland Jesus Christus in seinem so schmertz- als schmählichen von Juden und Heiden unschuldigst außgestandenen Leiden [...]. Augsburg, Johann Ulrich Krauss, 1707. 40 SS. Mit gest., ill. Titel und 20 gest. Tafeln mit je 2 Abbildungen. Marmorierter Halblederband und 1800 mit goldgepr. Rückenfileten. Dreiseitiger gesprenkelter Farbschnitt. 8vo.
€ 600
| Erste deutsche Ausgabe, nach Le Clercs 1692 entstandener Folge "Figures de la passion D. N. S. Jésus-Christ" (mit nur 36 Kupfern): "In dieser kleinen Folge kommt Leclerc dem Callot nahe" (Thieme/B.). Lt. Untertitel "anfänglich von dem vortrefflichen Künstler Sebast. le Clerc gezaichnet und in Kupffer gebracht zu Paris, anjetzo aber allen Passions Liebhabern zum Trost und Ergötzen so wohl vermehrt als mit andächtige Versen erläutert in disen Format gebracht von Johann Ulrich Kraussen". Mit "40 Einzelbildern, je 2 auf 1 Platte, und mit deutschen Vierzeilern" (Thieme/B.). Der elsässische Zeichner und Radierer Sébastien Leclerc (1637-1714) "übersiedelte 1665 nach Paris, wo er auf Lebrun's Anraten sich ganz der Radierkunst zuwandte" und eine "außerordentlich vielseitige Tätigkeit" entfaltete (ebd.). - Etwas braun- und fingerfleckig, teils auch wasserrandig; kleine Randläsuren. Am vorderen Vorsatz eigenh. Besitzvermerk des schwedischen Rechtsanwalts, Polizeikommissars und Freimaurers Teodor Hintze (1855-1918); darunter eigenh. Besitzvermerk des schwedischen Juristen und Bankiers Harald Wilhelm Lettström (geb. 1877) mit seinem Exlibris am vorderen Innendeckel. - Thieme/Becker XXI, 440f. Vgl. Faber du Faur 1851 (Ausg. 1715). Kat. der Ornamentstichslg. Berlin 4332f. (frz. Ausgaben). Thieme/Becker XXII, 524. Nicht bei Jantz. {BN#21916} (mehr) |
[Manöver-Exerzierplan]. Tuschzeichnung. Wohl Polen, um 1730. 284:158 mm (Blattmaß) in getuschtem Rahmen (266:144 mm).
€ 80
Zeigt das "Campement der Cavallerie" der (württembergischen?) Regimenter Milkau, Stainau, Eichstätt, Jordan sowie "Ch. Printz", "Leib-Regm." und "Königin" beim "Haupt-Quartier Schwenzochau" am Ufer eines "Morast aus der Weixell". - Kl. Brandfleck mit Papierdurchbruch in der Zeichnung. Verso einige zeitgenöss. Bleistiftnotate, wohl zu weiteren Regimentern. {BN#18570} (mehr)
Michalek, Ludwig., Maler (1859-1942). Portraitradierung der Schriftstellerin Marie Ebner-Eschenbach. Wien, um 1910. 75:101 mm (Blattgröße 86:113 mm).
€ 85
Ausdrucksstarke Porträtradierung der österreichischen Dichterin, die Michalek als seinen Beitrag im Österreichischen Pavillon auf der Internationalen Kunstausstellung in Rom 1911 präsentierte (Kat. Nr. 185a). {BN#11206} (mehr)
[Miliaria.] Brun, Giovanni. Scuola del Soldato. O. O., um 1845. 2 gestochene Kupferplatten (132:198 mm bzw. 128:191 mm).
€ 600
| Die beiden Platten III und V aus der "Scuola del Soldato" (in der ersten Hälfte des 19. Jhs. mehrfach aufgelegt) mit verschiedenen Exerzierstellungen. {BN#18043} (mehr) |
Morelli, Francesco. S. Hyacintha Mariscotti Ordinis Minorum. Wohl Rom, 1807. Gestochene Kupferplatte (89:131 mm).
€ 300
| Schön gestochene Darstellung der römischen Nonne Hyacintha Mariscotti (1585-1640) aus dem Orden der Tertiarschwestern der Franziskaner während des Wunders der Levitation. Wohl entstanden anläßlich der Heiligsprechung im Jahre 1807. - Der um 1768 als François Morel in der Franche-Comté geborene Reproduktionskupferstecher Morelli war in Rom tätig, wo er noch 1830 nachgewiesen ist (vgl. Thieme/B. 25, 133). Gestochen nach einem Entwurf des Ritters Antonio Concioli (1736-1820), Maler in Rom und Direktor der vatikanischen Tapetensammlung (vgl. ebd. 7, 289). {BN#18035} (mehr) |
[Napoléon] - Prevost, A. Trauerzug anläßlich der Beisetzung im Invalidendom. [Paris, 1840]. Lithographie von drei Steinen, signiert "A. Prevost". Drei Blätter (je 690:154 mm), unmontiert.
€ 650
Über 2 Meter langes, durchlaufendes Panorama mit der Darstellung des Begräbniszugs Napoleon Bonapartes, dessen sterbliche Überreste erst am 15. Dezember 1840 nach ihrer Überführung von St. Helena auf Betreiben des Bürgerkönigs Louis-Philippe im Invalidendom ihre letzte Ruhestätte fanden. Ausgehend vom 1806 auf Napoleons eigenen Befehl errichteten, jedoch erst 1836 fertiggestellten Arc de Triomphe ist hier der gesamte Trauerzug über die Champs-Elysées bis zum Invalidendom dargestellt. - Sehr selten. {BN#21242} (mehr)
Neumann, Hans. Filmplakat zu "Die Zwei von der Troyka". Wien, Neumann, um 1921. Farblithographie. 125 x 94,5 cm.
€ 180
| Plakat zu einer Produktion der "Micco"-Film. Der renommierte Wiener Plakatkünstler Hans Neumann (1888-1960) war nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bis zum ersten Weltkrieg vor allem in Berlin tätig. Nach dem Krieg "baute er eines der größten Reklameateliers Österreichs mit zahlreichen Mitarbeitern" (Bernhard Denscher, Österreichische Plakatkunst 1898-1938, Wien 1992, S. 200) auf und emigrierte 1938 nach London und später nach Australien, wo er in Melbourne ein überaus erfolgreiches Atelier für Graphic Design gründete. - Faltspuren. {BN#17972} (mehr) |
Neumann, Hans. Filmplakat zu "Poker Cavaliere". Wien, Neumann, um 1924. Farblithographie. Ca. 95 x 124,5 cm.
€ 180
| Plakat zu einer Western-Produktion der "Micco"-Film. Der renommierte Wiener Plakatkünstler Hans Neumann (1888-1960) war nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bis zum ersten Weltkrieg vor allem in Berlin tätig. Nach dem Krieg "baute er eines der größten Reklameateliers Österreichs mit zahlreichen Mitarbeitern" (Bernhard Denscher, Österreichische Plakatkunst 1898-1938, Wien 1992, S. 200) auf und emigrierte 1938 nach London und später nach Australien, wo er in Melbourne ein überaus erfolgreiches Atelier für Graphic Design gründete. - Faltspuren. {BN#17973} (mehr) |
Ottani, Gaetano. Libro primo di cartelle dedicate a sua altezza reale il signor Duca di Savoja inventate e disegnate da Gaetano Ottanni Bolognese pittore e musico tenore accademico clementino. O. O., 1766. XVI Bll. und gedr. Widmungsblatt (an Carlo Emanuele III.) mit gest. figuraler Initiale. Folio (ca. 485:335 mm). Lose.
€ 2.000
| Schöne Dekorationsfolge mit elaboraten Kartuschen und Sinnbildern, teils mit architektonischer bzw. maritimer Staffage. Der Bologneser Architektur-, Dekorations- und Theatermaler Gaetano Bernardino Ottani (1736-1827), lange in Turin tätig, schuf u. a. 1742 die Bühnendekoration des Teatro Formagliari in seiner Heimatstadt und führte ebendort die Ausmalung der Gebetskapelle in der Chiesa della Madonna del Ponte delle Lame aus. - Die Tafeln zumeist gestochen von Dionisio Valesi, außerdem von Pietro Peiroleri und Angelo Ghizzardi. Im Rand teils etwas knittrig bzw. braun- und fingerfleckig (gest. Titel und Widmungsblatt stärker). Es fehlen die beiden von Ghizzardi gestochenen Portraits. Selten; das Exemplar an der San Francisco State Univ. Library ohne die gedr. Widmung, die von Princeton und Harvard ausgewiesene Aufnahme nennt ein Portrait sowie die Tafeln VII und XIII als fehlend. - Ornamentstichkat. Berlin 592. Guilmard, Les maitres ornemanistes (Paris 1880), S. 334. OCLC 34976429 u. 27192168. Vgl. N. Aprà, Dizionario enciclopedico dell'antiquariato (Milano 1969), s. v. Thieme/Becker XXVI, 86. {BN#23119} (mehr) |
Perger, Anton Ritter von, Zeichner und Maler (1809-1876). Portrait des Dichters Julius von der Traun (d. i. Alexander Julius Schindler, Schriftsteller und Politiker, 1818-1885) mit 5 eigenh. Zeilen und U. Schindlers. O. O. u. D. Bleistiftzeichnung auf bläulichem Papier, signiert ?Perger?. 35,9:21,5 cm (Bildausschnitt) auf Untersatzkarton (43:32,3 cm).
€ 500
Die eh. Verse am unteren Rand der Darstellung: ?Ach - unser Leben leitet | Ein starrer Herrscherblick. | Und jeder glaubt bereitet | Ein neues sich und schreitet | Nur durch ein alt Geschick?. - Seiner politischen Schriften wegen 1854 aus dem Staatsdienst entlassen, wurde Traun 1859 Generalsekretär der Versicherungsanstalt ?Vindobona? in Wien und später Mitglied des Reichsrats, wo er sich als liberaler Gegner des Tiroler Klerikalen Josef Greuter zu profilieren wußte. Von 1870 an lebte der mit Theodor Storm befreundete Schriftsteller zurückgezogen auf Schloß Leopoldskron bei Salzburg und verfaßte u. a. die später von Carl Zuckmayer bearbeitete Novelle ?Der Schelm von Bergen? (1879) und die an Heine orientierten ?Exkursionen eines Österreichers? (1881). Vgl. Kosch III, 2475f. (Schindler) und Giebisch-G. 359. - Das schöne Brustportrait stammt aus der Hand des Wiener Malers Anton Ritter von Perger, der seit 1845 als Professor der Anatomie an der Wiener Kunstakademie tätig war. Vgl. Thieme/B. XXVI, 411 und Fuchs III, 216. {BN#4176} (mehr)
Petrini, Giovanni. La Pietà. Wohl Rom, um 1790. Gestochene Kupferplatte (120:169 mm).
€ 400
| Schön gestochene Darstellung Mariens als Mater Dolorosa mit dem Leichnam des vom Kreuze abgenommenen Christus. Der Reproduktionsstecher Petrini (geb. um 1750) war bis 1810 in Rom tätig (vgl. Thieme/B. 26, 500 u. Nagler 11, 188). Als Schöpfer der Vorzeichnung wird "L. Agricola" genannt (d. i. Luigi Agricola, Vater des Historienmalers Filippo Agricola?). Mit Druckervermerk: "In Roma presso Agapito Franzetti al Corso". {BN#18020} (mehr) |
Pichler, Gerd (Bearb.). Bertold Löffler. Zeichnungen - Skizzen - Entwürfe. Kommentiertes Verzeichnis eines Teilnachlasses des Jugendstilkünstlers und Mitglieds der Wiener Werkstätte. Wien, Inlibris, 2001. 148 SS., 200 Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur. 8vo.
€ 22
Beschreibt den umfangreichen Teilnachlaß, größtenteils aus der Zeit vor 1930 stammend, der das bisher bekannte Werk des großen Wiener Jugendstilkünstlers, der zu den bedeutendsten Mitarbeitern der Wiener Werkstätte, "innerhalb welcher er an nahezu allen wesentlichen Projekten beteiligt war" (Cabuk, s. u., 93), zu zählen ist, um mehr als die Hälfte erweitert. Entwürfe für Löfflers berühmte Buchillustrationen für den Wiener Verlag (1903-06) sind ebenso vertreten wie Plakatenwürfe aus den zwanziger Jahren und Skizzen für sein Erstlingswerk bei der Wiener Werkstätte, eine Kassette für eine Ehrenurkunde (abgebildet in Dekorative Kunst 19 (1911), S. 28). Auch ein Entwurf für den 1912 von Josef Hoffmann und Bertold Löffler im Auftrag der Wiener Werkstätte geschaffenen Salzburger Volkskeller, für den die beiden ebenso verantwortlich zeichneten wie für die geniale Konzeption des berühmten 'Caberet Fledermaus', findet sich im hier dokumentierten Bestand. Mit einem Aufsatz zu Leben und Werk. [ISBN 3-9500813-7-2] {BN#3030} (mehr)
[Pius IX.]. Pio IX. P. M. Wohl Rom, 1860. Gestochene Kupferplatte (103:133 mm).
€ 200
Unsigniertes Portraitkupfer des Papstes Pius IX. (Giovanni Maria Mastai-Ferretti; 1792-1878), datiert 1860, im Jahr, da die päpstlichen Truppen in der Schlacht von Castelfidardo von den piemontesischen Truppen geschlagen wurden. {BN#18039} (mehr)
[Plakat - Atelier Fischinger]. Messeplakat für "Wiener Internationale Messe 8.-14. März 1925". Wien, Paul Gerin, 1925. Farbdruck. Blattgröße 121,5:95 cm, gefaltet.
€ 360
| Großes Wirtschaftsplakat für die Wiener Messe aus dem Atelier Fischinger, das in der Wiener Druckerei Gerin im Fünffarbendruck hergestellt wurde. Als Bildmotiv wählte man eine große Glocke, die vor dem rot-weiß-rotem Band die Wiener Messe einläutet. Dekoratives Blatt im typischen Zeitstil der zwanziger Jahre in gutem Erhaltungszustand. {BN#2346} (mehr) |
[Plakat - Hans Neumann]. Werbeplakat für "Residenzmodenhaus Zwieback am Fleischmarkt". Wien, um 1925. Farbdruck. Blattgröße 125:93 cm, gefaltet.
€ 360
| Großes Wirtschaftsplakat aus dem Wiener Atelier Hans Neumann für das renommierte Modehaus Zwieback am Fleischmarkt im ersten Wiener Gemeindebezirk. Hans Neumann (1888-1960) war nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bis zum ersten Weltkrieg vor allem in Berlin tätig. Nach dem Krieg "baute er eines der größten Reklameateliers Österreichs mit zahlreichen Mitarbeitern" (Bernhard Denscher, Österreichische Plakatkunst 1898-1938, Wien 1992, S. 200) auf und emigrierte 1938 nach London und später nach Australien, wo er in Melbourne ein überaus erfolgreiches Atelier für Graphic Design gründete. {BN#2348} (mehr) |
[Plakat. - Rudolf Bacher]. Plakat Secession Studien - Skizzen. Wien, A. Berger, 1913. Lithographie. 67,5:50 cm.
€ 350
Plakat zur 45. Ausstellung der Wiener Secession, die im November und Dezember 1913 stattfand. Die Schau hatte Entwurfsstudien und Skizzen zum Inhalt. - Gefaltet und an den Rändern rissig. {BN#9246} (mehr)
Prosseda, Lodovico. Ven. Societas SS. Sacramenti et Rosarii Moriconis. Wohl Rom, um 1820. Gestochene Kupferplatte (142:177 mm).
€ 450
| Schön gestochene Madonna mit Kind, beide einen Rosenkranz haltend. Zum Kupferstecher Lodovico Prosseda vgl. A. M. Comanducci (Dizionario illustrato dei pittori, disegnatori e incisori italiani; Milano 1970ff.) und L. Servolini (Dizionario illustrato degli incisori italiani; Milano 1955). {BN#18036} (mehr) |
[Ranftl, Johann Matthias, Maler (1805-1854), zugeschrieben]. Portrait Erzherzog Ludwigs (1784-1864). O. O., [nicht vor 1831]. Brustbild, nach links gewandt. Aquarell auf Papier, 124:96 mm.
€ 5.000
| Schöne Aquarellstudie, rückseitig von fremder Hand bezeichnet. - Nach dem Tod von Franz I. (1835) wurde sein Bruder Ludwig Erzherzog unter dessen Nachfolger Ferdinand I. (1835-1848) zum Vorsitzenden der Staatskonferenz be- und somit zur Regentschaft gerufen, da dieses Gremium die Geschäfte für den seiner Epilepsieerkrankung wegen regierungsunfähigen Kaiser Ferdinand führte. {BN#3553} (mehr) |
Roux, Oswald. Kriegsbilderausstellung k. u. k. Armeeoberkommando Kriegspressequartier (Kunstgruppe). Salzburg Künstlerhaus. Wien, Berger, 1916. Originalithographie in Farbe, im Stein signiert. 100 x 70 cm.
€ 400
| Schönes Ausstellungsplakat des als Kriegsmaler im Ersten Weltkrieg tätigen Oswald Roux (1880-1961). - Faltspuren; kl. Eckabriß unten rechts. {BN#17970} (mehr) |
[Scott, Sir Walter]. Sechs handgezeichnete Illustrationen zu Werken Walter Scotts für eine Wiener Ausgabe. [Wien], 1825. Bleistiftzeichnungen mit einfacher Rahmung und tw. in brauner Feder ausgeführten Bildunterschriften auf Bütten bzw. Velin. Blattgrößen zwischen 275:213 mm und 235:186 mm variierend.
€ 350
Hübsche, fein ausgeführte Entwurfszeichnungen eines von uns nicht eruierbaren Künstlers mit geübter Hand, die offenbar zur Vorlage bei der Zensur bestimmt waren. Drei Blätter weisen den eigenhändigen, mit 17. Juni 1825 datierten Imprimaturvermerk von Franz Sartori (1782-1832) auf, der 1814-32 dem Wiener Bücher-Revisionsamt vorstand und heute vor allem durch seine Tätigkeit als produktiver Reiseschriftsteller bekannt ist. Die Blätter illustrieren folgende Werke Walter Scotts: Die Schwärmer, Das Gefängnis von Edimburgh, Quentin-Durward, der Astrolog, Waverley und Kenilworth. Ob die als Frontispiz geeigneten Zeichnungen auch gedruckt wurden, ist für uns nicht nachweisbar. - Am Rand vereinzelt etwas knittrig, schöne fleckenfreie Blätter. {BN#13581} (mehr)
Stern, Ernst, Graphiker und Bühnenbildner (1876-1954). 3 eigenh. Kostümentwürfe für eine nicht identifizierte Revue oder Operettenproduktion. [Wohl Berlin, um 1925]. Aquarell und Deckfarben über Bleistift auf festem Zeichenkarton, alle eigenh. bezeichnet und monogrammiert "E St.". Je 216:298 mm.
€ 900
| Die schön ausgeführten Kostümbilder zeigen weibliche Allegorien (Rote Rose, Glocken- bzw. Mohnblume) und sind lt. Sterns eigenh. Bezeichnung der "Gruppe Schmetterlinge", einer für uns nicht identifizierbaren Tanzproduktion, zuzuordnen. - Dekorative Gouachen des 1933 über Paris nach Hollywood emigrierten Künstlers. {BN#10889} (mehr) |
Sterrer, Karl. Beethoven-Ausstellung der Stadt Wien. Wien, Secession, 1920. Originalithographie in Farbe, im Stein signiert. 94,5:62,5 cm.
€ 500
| Beeindruckendes Plakat des langjährigen Professors an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Karl Sterrer (1885-1972), der meisterhaft das Genialische des Komponisten visualisiert hat. - Breitrandiges Exemplar, gering knick- und knitterspurig. {BN#17969} (mehr) |
Teichl, Wolfgang, Bühnenbildner (1924-1942). Eigenh. Entwurfsmappe mit 7 eh. Bühnenbildzeichnungen zu W. A. Mozarts ?Idomeneo?. Wien, 1941. Titel mit Aktverzeichnis, 8 SS. auf 55 Bll. Originalbroschur. 4to. Beiliegend: Robert und Hedwig Teichl: Wolfgang Teichl. 1924-1942. Einem werdenden Bühnenbildner zum Gedächtnis. Wien, im Selbstverlag, 1943. Mit 12 Tafeln. 20 SS. Originalbroschur. Qu.-4to.
€ 500
Die sieben jeweils 9,7:15,2 cm großen Zeichnungen in Bleistift auf Transparentpapier sind rechts unten signiert; eine achte ist nicht näher ausgeführt. Weiters findet sich auf fast jedem Blatt eine die Bühne aus der Vogelperspektive darstellende Skizze mit gelegentlich notierten Positionen des Inventars. - Das Bühnenbild zu dem 1941/42 in der Wiener Staatsoper aufgeführten ?Idomeneo? in der neuberabeiteten Fassung von Richard Strauss und Lothar Wallerstein war die letzte Arbeit des jungen, verheißungsvollen Bühnenbildners, der im November an den Folgen einer Ruhrerkrankung, die er sich in Stalingrad zugezogen hatte, an Herzlähmung sterben sollte. - Wie aus dem von Teichls Eltern zusammengestellten Erinnerungsband an ihren so früh verstorbenen Sohn hervorgeht, gingen ihr Bühnenbilder und -modelle zu ?Ein Diener zweier Herren?, ?Macbeth?, ?Peer Gynt? sowie zu ?Auerbachs Keller? und ?Der Prinz von Homburg? voran. - Wolfgang Teichl, Sohn des Ersten Direktors der Nationalbibliothek Robert Teichl (1883-1970), war Schüler an der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (NPEA) Wien-Breitensee, die er im März 1942 abschloß; gleich anschließend wurde er als ordentlicher Hörer der Akademie der bildenden Künste aufgenommen. Seines frühen Todes wegen war es ihm nicht vergönnt, eine seiner Arbeiten an einem authentischen Ort umgesetzt sehen zu können, allein die Heimbühne der NPEA hatte ihm ein erstes und letztes Betätigungsfeld geboten. - Weiters beiliegend ein gedr. Faltblatt zu ?Idomeneo? mit einer Einführung von Paul Stefan (8 SS. auf Doppelblättern, 8vo). {BN#7866} (mehr)
[Tertiaren]. Terzo Ordine. Wohl Rom, um 1780. Gestochene Kupferplatte (118:66 mm).
€ 650
Kupferplatte mit zwei Andachtsbildchen: das Minoritenwappen (ein bloßer und ein kuttentragender Arm mit Stigmata vor einem Kreuz, von einem Strick umkränzt) sowie der Hl. Franziskus, kniend und die Stigmata empfangend. Unter der letzteren Darstellung findet sich die Legende, die auf den schon 1221 begründeten Dritten Orden der Franziskaner hinweist. {BN#18041} (mehr)
[Turniere]. Pergamentblatt mit vier turnierenden Rittern. O. O. u. D., [um 1880]. 467:393 mm. Unter Passepartout.
€ 650
| Sehr hübsch ausgeführte aquarellierte Federzeichnung des Historismus, in der Art ihrer Darstellung den Turnierbüchern der maximilianischen Zeit nachempfunden; links oben vier Wappen, darunter möglicherweise die der Familien Montfort, Stauf von Ehrenfels, Gemmingen oder Schellenberg; rechts unten monogrammiert "H.W.M.". - Einige kleine Einrisse im rechten weißen Rand, stellenweise leicht fleckig und angestaubt, im ganzen jedoch sehr ordentliches Blatt in kräftigen Farben. {BN#21937} (mehr) |
[Votivblatt]. Boix, F[rancesc]. Votivblatt für 90 Tage Ablaß. O. O., 1778. 274:390 mm (Plattenmaß 201:285 mm). Unter Passepartout.
€ 600
| Die Darstellung zeigt ein allegorisches Prunkschiff, darin Maria als Himmelskönigin mit Christuskind. Untertitelt: "Rezando la Salve ala Vizgen, con acatam.to y pronunciando los dulces nombres de Iesus, y de Maria, se ganan 90 dias de indulgencia por diferentes summos Pontifices. à esta Santa Imagen dela Nave." Gedruckt auf Kosten von Josefa de Montoliu, Priorin des Klosters Santa María la Real de Sijena (bei Villanueva de Sigena in Aragon). Die außerordentlich reiche Gemeinschaft, der nur Töchter aus Königs- und Adelsfamilien angehörten, war das wohl mächtigste Frauenkloster des Hospitalordens auf der iberischen Halbinsel. Zum Stecher Boix vgl. José F. Ráfols, "Diccionario biográfico de artistas de Cataluña" (Barcelona, 1951 ff.). {BN#21588} (mehr) |
Wirrich (Wirri), Heinrich. Ordentliche Beschreibung des Christl., Hochlöbl. und Fürstl. Beylags oder Hochzeit, so da gehalten ist worden durch [...] Carolen, Ertzhertzog zu Osterreich [...] mit [...] Maria, geborne Hertzogin zu Bayrn, den XXVI. Augusti in der Kayserl. Statt Wienn. Wien, Blasius Eber, 1571. Daraus 8 figürliche Holzschn. auf 6 (einer gefalteten) Tafeln. Beiliegend das Textblatt R4 (mit einem kolorierten Wappenholzschnitt). Lose in Leinenkassette mit geprägtem Deckeltitel. Folio.
€ 500
Aus einem der schönsten und seltensten Wiener Drucke des 16. Jahrhunderts. Komplette Exemplare sind nahezu unauffindbar. - Vorliegend 4 doppelblattgroße Holzschnitte mit Mitgliedern der Wiener Bürgerwehr und 4 Einzelblätter mit je einem Fahnenträger zu Fuß (Hans Christoph Kastner, Urban Lauffenawer, Hans Schilmaier und M. R. Scheller). - Gering gebräunt und fleckig, einige Ausbesserungen. - VD 16, 3587. Lipperheide Sc4. Mayer I, 112, 634. Goedeke II, 326, 4, 4. Drugulin II, 44. K. Vocelka, Habsburgische Hochzeiten 1550-1600, Wien 1976, S. 47-77. Vinet 659 ("volume de plus grand rareté"). Ruggieri 937 (mit genauer Kollation der Tafeln). {BN#14048} (mehr)
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