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Kultur- und Sittengeschichte
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[ABC-Buch]. Aabcchdef. Leipzig, Friedrich Christian Dürr, [ca. 1770]. 16 nn. SS. Titel in rot und schwarz, mit 48 Holzschnitten auf 8 Seiten. Illustrierter Originalhalblederband. 8vo.
€ 1.500
| Reizend illustriertes, frühes ABC-Buch für Kinder mit Gebeten und Glaubensbekenntnis. "Mit 48 Holzschnitten zum Alphabet, unter den Holzschnitten lustige Verse" (Wegehaupt). - Der mit dem Bildnis eines Trommlers zu Pferd (Hinterdeckel) bzw. einem Zieralphabet illustrierte Verlagseinband stark berieben, innen durchgehend gebräunt und etwas fingerfleckig. Kleiner Ausriß (ca. 22:6 mm) im untersten Rand des Titelblattes mit Verlust von 4 Buchstaben im Druckernamen; im ganzen aber ordentliches Exemplar im originalen Einband. - Selten. - Wegehaupt 2 (mit farb. Abbildung). Nicht bei Seebaß. {BN#4205} (mehr) |
Alberti, Giuseppe Antonio. I giochi numerici fatti arcani palesati da Giusepp-Antonio Alberti Bolognese. Bologna, Bartolomeo Borghi, 1747. VIII, 313, (1) SS. Mit 16 gest. Tafeln und mehreren gedr. Schemata im Text. Flexibler italienischer Pappband der Zeit. 8vo.
€ 4.000
Erste Ausgabe. - Der Ingenieur und Architekt Giuseppe Antonio Alberti (1715-68), Sohn eines nach Bologna ausgewanderten Baumeisters aus Lugano, "zeichnete sich schon in früher Jugend im Studium der Mathematik, der Architektur und der Hydraulik aus. Er wurde ins Bürgerrecht der Stadt Bologna aufgenommen, in der er fast sein ganzes Leben zubrachte. Von seinen Arbeiten weiss man nur, dass er allein unter allen Architekten von Rom, Florenz und Ferrara eine wichtige hydrostatische Arbeit, den Aquädukt in Perugia, ausführen konnte. Dafür erhielt er vom Papst ein Geschenk von 200 Dukaten" (Hist.-biogr. Lex. der Schweiz I, zit. n. DBA II 16, 369). Zu seiner baumeisterlichen Tätigkeit vgl. auch Thieme/B. I, 196. Viel gedruckt (zuletzt: Florenz 1979) wurde sein vorliegendes zahlentheoretisches Werk, auf dem sein Nachruhm hauptsächlich beruht, "operetta di qualche interesse, la quale oltre i giuochi numerici contiene ancora dilettevoli giuochi di prestigio" (Riccardi). "Contains arithmetical puzzles, tricks with cards and dice, problems relating to the theory of numbers, sleight of hand, etc." (Honeyman). Eine von Albertis Hauptquellen war nach Singmaster der vierte Band der 'Récréations mathématiques et physiques' (1723) von Jacques Ozanam (1640-1717); daneben dürfte er vom beliebten spanischen Zauberbuch "Engaños á ojos vistas y diversion de trabajos mundanos" von Pablo Minguet É Yrol angeregt worden sein, das wie Albertis eigenes Werk noch jahrhundertelang Neudrucke erlebte. - Die erste Ausgabe enthält noch die Widmung an Albertis Freund Domenico Casaglia, der 1760 ein Werk über Handelskorrespondenz verfaßte; ab der zweiten Ausgabe fehlt außerdem der letzte Absatz des Vorworts. - Breitrandiges Exemplar, durchgehend leicht braunfleckig und mit Wurmspuren. Selten; nur 3 Exx. in USA (UB Iowa; Chicago; Michigan). - Riccardi I/1, 15, 297. Honeyman I, 47. Poggendorff I, 23. Caillet I, 145. OCLC 23643054. Nicht bei Stott. Nicht bei Schaaf. {BN#5968} (mehr)
André, Julius Christian Heinrich. Gründliche Anleitung zur Reitkunst für angehende Bereiter, Officiere der Cavallerie, besonders auch zum Selbstunterricht für Liebhaber des Reitens. Zweite verbesserte und vermehrte Ausgabe. Halle, (Friedrich Grunert für den Verfasser) und in Commission bey A. Wienbrack in Leipzig, 1823. XII (falsch: XIV), 388 SS. Zeitgenössischer Pappband mit goldgepr. rotem Rückenschildchen. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
€ 280
| Zweite Ausgabe der im Selbstverlag erschienenen Reitschule des "königlich Preußischen Stallmeisters bey der vereinigten Friedrichsuniversität in Halle". - Einband berieben; Ecken und Kanten bestoßen. Einige alte Anstreichungen. Am vorderen Innendeckel Sammlungsetikett "Hans Schütz". - Vgl. Huth 73 (EA 1805). {BN#22786} (mehr) |
Arpe, Peter Friedrich. De prodigiosis naturae et artis operibus talismanes et amuleta dictis cum recensione scriptorum huius argumenti. Hamburg, Christian Liebezeit, 1717. (6), 184, (16) SS. Titel in rot und schwarz. Mit gest. Frontisp. und gest. Titelvignette. Mod. Pappband mit Buntpapierbezug. 8vo.
€ 600
Erste Ausgabe. - Kritische Würdigung der Literatur über Amulette und Talismane. Bespricht über 500 Werke und bringt auch eine Fülle biographischer Details. "Interesting transition work on the astrological and fetishistic superstitions" (Faber du F.) - Vereinzelte Verstärkungen mit Japanpapier, sonst gutes Exemplar des sehr seltenen Werks. - Caillet 446. Rosenthal 1814. Faber du Faur 1576. {BN#10688} (mehr)
[Barach, Moriz; Pseud.:] Märzroth, J. Brause-Pulver. Album für Drollerien und Pikanterien. Mit Originalzeichnungen von E. Young. Wien und Leipzig, Josef Stöckholzer v. Hirschfeld, 1847. 172, (2) SS. Mit lith. Frontispiz, blau gedrucktem "Widmungs-Blatt" (leer) und 5 lith. Tafeln. Marmorierter Pappband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen. Gr.-8vo.
€ 300
Erste der zwei einzig erschienenen Nummern des humoristischen Albums, "in welchem [Barach] erstmals in Wien die Karikatur einsetzte" (Czeike). - Der Wiener Schriftsteller M. Barach (1818-88), geschätzt von M. G. Saphir, A. Bäuerle und I. Jeitteles, war seit 1837 Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften; auch gründete er die Zeitschriften "Die komische Welt" und das "Wiener Feuilleton" (vgl. DBE). Nachdem er 1854 "den bedeutenden Haupttreffer in einer Privatlotterie [machte]" (Wurzbach I, 148), zog er sich nach Baden, später nach Salzburg zurück. - Papierbedingt teils etwas braunfleckig; stellenweise auch minimal wasserrandig. Der Einband berieben. Selten. - ZDB-ID 1436787-7. Czeike I, 248. ADB 52, 226. {BN#12374} (mehr)
(Bentz, Adolph Christoph). Das in der tieffesten Krufft vergrabene und nunmehro entdeckte Kleinod, welches ist der alleredelste Schatz der Philosophorum, nemlichen Lapis Philosophorum seu medicina universalis. Wie uns auf was Weise zu derselbigen zu gelangen, gantz deutlich und ohnverdeckt beschrieben. Nebst einem Anhang einer Warnungs-Schriftt der falschen Gold- und Silber-Tincturen, Pulver und Pillen [...]. Frankfurt, Johann Adolph, 1714. (30), 112 SS. Grüne Marmorbroschur der Zeit (Rücken fachmännisch erneuert). 8vo.
€ 580
| Erste Ausgabe. - Bentz war Stadtarzt in Uffenheim; "he is said to have collected medical rather than chemical secrets" (Ferguson). Er signiert am Titel mit "A[dolph] C[hristoph] B[entz] M[edicinae] D[octor]" und nennt sich am Schluß von Widmung und Vorwort mit vollem Namen. Sein Gegner Fictuld verunglimpfte seine Werke als "Sudel-Schrifften". - Papierbedingt wie stets durchgehend gebräunt; kleiner, alt hinterlegter Randeinriß in der Widmung. Titel mit altem ungarischem Bibliotheksstempel (Kir. Magyar Természet-Tudományi Társulat - Kgl. Ungar. Geolog. u. Geograph. Gesellschaft). - Ferguson I, 96. Blake 41. Ferchl 35. Neu 400. OCLC 56865020. {BN#22282} (mehr) |
Berghofer, Armand. Berghofers Schriften. Wien, Kroyß, 1783. 2 Bde. X, 70, 59, 46, (6) SS. 124 SS. Titel des zweiten Bandes mit gestochener Vignette in Kupferstich (I. Adam fecit). Marmorierter Pappband der Zeit mit zeitgenössisch weiß überklebtem Rücken und handschriftlichem Rückentitel. 8vo.
€ 280
| Seltene erste Ausgabe der Schriften des von Wieland als "österreichischer Rousseau" gerühmten Autors, lt. Impressum noch im Selbstverlag erschienen. Armand Berghofer (1745-1825) wirkte zunächst als Direktor der k. k. Hauptschule in Steyr, legte 1787 aber sein Amt nieder und lebte an verschiedenen Orten der österr. Monarchie, Deutschland und der Schweiz als Schriftsteller. Während seines vierjährigen Aufenhalts im Helenental bei Baden stand er mit den beiden führenden Persönlichkeiten der Freimauerei in Wien in engem Kontakt, nämlich mit dem Grafen Fries und Ignaz von Born, dem er den vorliegenden ersten Band seiner Schriften auch widmete. "Berghofer schrieb zu einer Zeit, in der die ganze östreichische Literatur in Flugschriften bestand, [...] wenn nicht eben umfangreiche, so doch durch ihren Inhalt noch heute bemerkenswerthe, interessante Bücher" (Wurzbach), die ganz den Idealen der Freimauerei und der Aufklärung entsprechen. - Titel mit kleinem zeitgenössischen Monogrammstempel. Der zweite Band wohl wegen der dekorativen Titelvignette in unserem Exemplar vorgebunden. - Schönes Exemplar. - Goedeke VI, 603, 8. Wurzbach 1, 307f. {BN#6989} (mehr) |
Bernt, Joseph. Vorlesungen über die Rettungsmittel beim Scheintode und in plötzlichen Lebensgefahren. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit fünf Kupfertafeln. Wien, Johann Baptist Wallishausser, 1837. VIII, 248 SS. Mit 5 Tafeln (dav. 4 gest., 1 lith.). Leinenband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und -fileten. 8vo.
€ 500
Zweite Ausgabe (EA 1819). - Der böhmische Mediziner J. Bernt (1770-1842) wurde "1808 an der Prager, 1813 an der Wiener Universität zum Professor der medicinischen Polizei und gerichtlichen Arzneikunde ernannt. Bernt hat den böhmischen Aerzten an der Wiener Hochschule zuerst Auctorität verschafft. Seine wissenschaftlichen Arbeiten im Gebiete der Staatsarzneiwissenschaft und Medicinalpolizei [sind] noch heute sehr geschätzt und maßgebend" (Wurzbach). - Gutes, fast fleckenfreies Exemplar; die gleichmäßig leicht gebräunten Tafeln zeigen Rettungsmittel für Verunglückte (Such- und Fangzangen, Tragkörbe, das "Eisboot" etc.). Die letzte Tafel, einen Retter im "Paulin'schen Apparat" (ein gasdichter Anzug mit Luftschlauch) darstellend, signiert "E. K. Frühwirth litho". - Engelmann 57. Hirsch/H. I, 496. Lesky 66. Wurzbach I, 332. Nicht bei Osler, Waller, Wellcome etc. {BN#12480} (mehr)
[Biercomment]. Leipziger Biercomment. Großes Plakat-Format. Officielle S.-C.-Ausgabe neueste Revision. Leipzig, Literarische Anstalt August Schulze, 1877. Wandanschlag 70:43 cm, mehrfach gefaltet in bedruckter grüner Originalbroschur. 8vo.
€ 120
Dekorativer Wandanschlag des Leipziger Bierkomments in der Fassung von 1870. Bis auf etwa 10 cm langen Einriß im Bug tadelloses Exemplar des seltenen Plakates. {BN#11188} (mehr)
[Blumen]. Die Blumensprache und die Blumen-Uhr. Wien, 1843. (41) beschriebene, (13) weiße SS. Originale Heftung 8vo.
€ 180
Hübsche, alphabethisch gegliederte Handschrift zur symbolischen Bedeutung der verschiedenen Blumenarten, reichend von "Adonisauge: Mädchenehre ist wie geschliffener Stahl, ein Hauch und er erblindet" bis "Zwiebelblühten: Ich fliehe Dich". Kuriose Sammlung vormärzlicher Liebessymbolik. {BN#18643} (mehr)
Boccaccio, Giovanni. Von etlichen frowen. Ulm, Johann Zainer, um 1473. Daraus Blatt c [100] mit 2 kolorierten Holzschnitten.
€ 1.500
| Die beiden altkolorierten Holzschnitte zeigen auf der Vorderseite die Königstochter Beronice, die ihren Bruder mit dem Schwert tötet und damit den Mord an ihrem Mann und ihren beiden kleinen Söhnen rächt. Auf der Rückseite die erste gedruckte Darstellung einer Vergewaltigung: Die Ehefrau des Königs Drigiagontis wird in römischer Gefangenschaft vom bewachenden Hauptmann zum Liebesdienst gezwungen (linke Bildhälfte). Nach ihrer Befreiung rächt sie die Schmach und überbringt ihrem Gatten das Haupt des Schänders (rechte Bildhälfte). Unterhalb der beiden Darst. Text mit jeweils einer kolor. Holzschn.-Initiale. - Breitrandig, im w. Rand gering fleckig u. knitterig sowie im seitl. Rand hinterlegter Einriß. - GW 4486. Hain 3333. Schramm V, 76 u. 77. {BN#17322} (mehr) |
[Bussy-Rabutin, Roger Comte de]. Amours des dames illustres de France, sous le regne de Louis XIV. Tome premier. "Köln, Pierre Marteau" (fingiert), [wohl 1734]. (10), 501, (1) SS., l. w. Bl. Titel in rot und schwarz. Mit gest. Frontispiz (F. M. la Cave sculps.) und 7 gest. Tafeln. Pergamentband der Zeit mit schwarz gepr. Rückentitel auf 3 durchzogenen Bünden. Dreiseitiger Farbschnitt. 12mo.
€ 150
Etwas spätere Ausgabe des beliebten Werkes zur Sittengeschichte des französischen Hofes unter dem Sonnenkönig. Bussy-Rabutin, "der berüchtigte Verfasser der 'Histoire amoureuse des Gaules'" (Englisch 352), war "in seiner Langeweile auf den Einfall gekommen, die galanten Abenteuer großer Damen niederzuschreiben. Das geschah zum Teil auch zur Erheiterung seiner Geliebten, Madame de Monglas". Er wurde von Ludwig XIV. für 13 Monate in der Bastille eingekerkert, da einige Höflinge dem König hatten einreden können, "daß seine Mätresse übel in der Kompilation weggekommen sei [...] Bussy-Rabutin kennt man außerdem noch als Verfasser der äußerst obszönen Komödie 'La comtesse d'Olonne'" (ebd.). - Druckjahr nach Datierung des Frontispizes. Titel mit hs. Besitzvermerk des frühen 19. Jhs. Es fehlt der zweite Band. - Preuss. Gesamtkat. 4.1179. Vgl. Hayn/Gotendorf II, 379. Nicht bei Barbier. {BN#14115} (mehr)
[Chiarizia, Ottavio]. Lamenti delle vedove ovvero rimostranze delle vacanti chiese del Regno di Napoli. Filadelfia [d. i. Neapel], o. Dr., 1784. 2 Bde. in 1. 264 SS. 199, (1) SS. Lederband der Zeit mit gepr. Rückenschildchen und beriebener Rückenvergoldung. 8vo.
€ 250
Durchgehend etwas braunfleckig und mit stärkeren Wurmspuren (teils auch den Text betreffend). Selten. {BN#11067} (mehr)
Christ, Joh(ann) Ludwig. Der neueste und beste deutsche Stellvertreter des indischen Kaffeh, oder: der Kaffeh von Erdmandeln zu Ersparung vieler Millionen Geldes für Deutschland und längere Gesundheit tausender von Menschen [...]. Frankfurt a. M., [Hermann], 1802. 59, (1) SS. Mit zwei gefalteten Kupfertafeln. Zeitgenössischer Halbleinenband. 8vo.
€ 350
Vierte Ausgabe, gegenüber der Erstausgabe von 1800 auf den doppelten Umfang vermehrt. "Improved edition [...] enlarged with a supplement treating similar surrogates, namely the 'earth nut', the 'earth chestnut' and the 'earth artichoke' [...]" (Hünersdorff). - Die hier vorgeschlagenen Kaffee-Ersatzstoffe bekamen bei der Kontinentalsperre ab 1807 große Bedeutung, da zu diesem Zeitpunkt auch die Einfuhr von Kaffee zum Erliegen kam. - Minimal gebräunt bzw. fleckig; Exlibris der Slg. "J. Ru?" im vorderen Innendeckel. - Hünersdorff II, 305. Mueller 47. {BN#14055} (mehr)
Christ, Johann Ludwig. Aufruf an die Landleute und Bekanntmachung eines vortrefflichen, gesunden und wohlfeilen Caffee, der so gut, wo nicht besser ist, als der Caffee der übers Meer kommt. Graz, Gebrüder Tanzer, 1803. (16) SS. [Beigebunden:] Ders. Der neueste und beste Stellvertreter des indischen Kaffeh oder der Kaffeh von der Erdmandel [...]. Frankfurt 1802. 59 SS. Mit zwei mehrfach gefalteten, gest. Tafeln. [Beigebunden:] Ders. Nachtrag zu dem neuesten und besten Stellvertreter des indischen Caffee's [...]. Frankfurt 1803. 52 SS. [Beigebunden:] Dallinger, F. X. Belehrung die Erdmandel anzubauen, und zu benutzen [...]. Weissenburg 1802. 44 SS. Mit gest. Frontispiz. [Beigebunden:] Entdecktes Geheimniß von siebzehn inländischen Kaffee-Surrogaten, wodurch der ausländische Kaffee entbehrlich gemacht und aus Deutschland ganz verbannt werden kann [...]. Leipzig 1806. 88 SS. Zeitgenössischer marmorierter Pappband mit goldgeprägtem Rückenschildchen. 8vo.
€ 2.800
| Sammelband mit fünf durchwegs sehr seltenen Werken über die Surrogate des Kaffees, darunter Erdmandel, Erdäpfel, Erdartischocke, Reis, getoastetes Brot, Chicorree und verschiedene Grasarten. Behandelt weiters deren Anbau sowie die Verarbeitung und Zubereitung der Substitute. Das letzte, anonym erschienene Werk bringt nach einer Auflistung der gebräuchlichsten Ersatzstoffe auch eine Anleitung, "fünferley Schokoladen zu verfertigen". Die Kupfer zeigen unterschiedliche Sorten der Erdmandel (Cyperus esculentus), die ursprünglich aus dem vorderen Orient stammt und heute "zu den schlimmsten Unkräutern der Welt" (Wikipedia) gezählt wird. - Hochbedeutende Sammlung; mit einer Ausnahme waren die hier zusammengebundenen Werke auf Auktionen der letzten Jahrzehnte auch einzeln nicht nachweisbar. Das erste Werk des hessischen Pomologen Christ (1739-1813) in der vorliegenden Ausgabe auch über Bibliothekskataloge nicht nachweisbar. - I: Vgl. Hünersdorff 306, Müller 47 u. Bode 372. II: Hünersdorff 305. Müller 47. III: Hünersdorff 306. Vgl. Müller 47. IV: Vgl. Hünersdorff 382. V: Nicht bei Hünersdorf oder Mueller. {BN#17348} (mehr) |
[Cober, Gottlieb]. Der aufrichtige Cabinet-Prediger, welcher bey abgelegten Visiten Hohen und Niedrigen Standes Persohnen Ihre Laster, Fehler und Anliegen nebst dem heutigen verkehrten Weltlauffe in 100 sententiösen und annehmlichen Discours-Predigten bescheidentlich entdecket, diesselben wohlmeynend warnend, ernstlich vermahnet und kräfftig tröstet. Nebst einer Anweisung, wie diese Predigten bei denen Sonn- und Fest-Täglichen Evangelien u. Episteln können gelesen und nützlich angewendet werden. O. O., Eigenverlag ("Auf Kosten guter Freunde gedruckt?), 1711. Mit gest. Frontispiz und einem Portraitkupfer. (16), 432 , (80) SS. Pergamentband der Zeit. 8vo.
€ 1.000
Erste, wohl kaum auffindbare Ausgabe, da gleich bei Erscheinen verboten. Das Hauptwerk des Altenburger Predigers (1862-1717), das bis 1783 mindestens 60 Auflagen erfuhr und auch in späteren Auflagen recht selten geworden ist. "Das Buch machte ein ungemein großes Aufsehen und wurde besonders vom gemeinen Manne stark gelesen und geliebt, weil es alle Schäden und Gebrechen, auch jene der höchsten Stände freimüthig und schonungslos geißelte. Um so schlechter aber gefiel es den großen Herren [...]" (ADB IV, 370). Der Verfasser, "einer der besten populär-theologischen Schriftsteller" (ADB), hatte sich nach dem Verbot 1711 seiner Verhaftung durch Flucht entzogen. Enthalten sind derbe, kräftige und sicherlich auch satirisch gedachte Predigten über Huren, Trunkenbolde, "gut gemeinte Schläge des Liebhabers" etc. Das Widmungsportrait zeigt einen "unbenannten, Doch Welt-bekannten Durchlauchtigsten Erb-Prinzen" (d. i. der zwölfjährige Erbprinz und spätere Herzog Friedrich III. von Gotha-Altenburg) und ist nur dem Erstdruck beigegeben gewesen. - Papierbedingt durchgehend etwas gebräunt, alter Besitzvermerk auf Innendeckel. - Selten, auf keiner deutschen Auktion der letzten fünfzig Jahre. - Nicht bei Holzmann-Bohatta, da offensichtl. nur die erste Ausgabe anonym erschien. Vgl. Hayn-G. I.625 (nur spätere Ausgaben). ADB IV, 370 (führt die Erstausgabe an). {BN#2097} (mehr)
[Diderot, Denis und d'Alembert, Jean Le Rond. Recueil de planches, sur les sciences, les arts libéraux, et les arts méchaniques, avec leur explication (...)]. Perruquier / Barbier / Baigneur-Etuviste. [Paris, Briasson, 1771]. 2 Bll., 11 (statt 12) gest. Tafeln (Benard fecit), dav. 3 mehrf. gefaltet. Geheftet (der Index lose). Folio.
€ 300
11 der 12 Tafeln zu Perückenmachkunst und Badeanstalten aus der Erstausgabe von Diderots und d'Alemberts "Encyclopédie" (Tafelband VIII). Es fehlt Tafel 1. - Lough 11. {BN#19965} (mehr)
Digby, Kenelm. Eröffnung unterschiedlicher Heimlichkeiten der Natur [...], vornemlich von einem wunderbaren Geheimnüß in Heilungen der Wunden, ohne Berührung, [...] durch die Sympathiam, discurßweise gehalten in einer hochansehnlichen Versamlung zu Montpelier [...] Zum dritten mahl gedruckt [...]. Frankfurt/Main, Balthasar Christoph Wust, 1664. (2), 123, (7) SS. (2), 82, (6) SS. Marmorierte Broschur der Zeit (Rücken fehlt). 8vo.
€ 500
| Seltene dritte deutsche Ausgabe (zuvor 1660, 1661) des bekannten, bis weit ins 18. Jh. wiederaufgelegten Traktats mit der Erfindung und Anwendungsweise des Wunderheilmittels "Pulvis sympatheticus" (ferrum sulfuricum siccum). Sir Kenelm Digby (1603-65) führte ein abenteuerliches Leben, war als Diplomat aktiv und fuhr auch als Kaperkapitän zur See. Nach dem Tode seiner Frau zu den Naturwissenschaften hingezogen, führte er zahlreiche chemische Experimente durch. "In 1657 his increasingly poor health led Digby to take the waters at Montpellier, where he gave his famous account of the 'powder of sympathy', which cured wounds by being rubbed on the weapon that inflicted them. It was a strong solution of vitriol (copper sulfate) in rainwater, which could be improved by drying in the sun and by mixture with gum tragacanth" (DSB IV, 95). "The discourse on the powder of sympathy, one of the most famous of Digby's productions" (Ferguson VI, 22), erschien zuerst 1658 in Paris (in französischer Sprache), dann im selben Jahr in London auf Englisch und hernach in der Übersetzung von H. Hupka auf Deutsch. Der 2. Teil (neu in dieser Ausgabe) mit dem Zwischentitel: "Petri Servii von Spoleto [...] außführliches Bedenken von des insgemein so genannten Waffen-Salben". "Ce P. Servius, de Spolette, ne serait-il pas le moine qui vendit le secret au chevalier Digby?" (Caillet). - Einband stärker berieben und lädiert; Deckel gelockert; einige Wurmgänge im Text. Papierbedingt durchgehend gebräunt. Vorderer Vorsatz mit hs. Kaufvermerk "F. J. Schirrmann ao. 1699" sowie mit späteren Stempeln der Sammlung Zabusch. Ohne das anderen (früheren und späteren) bei Wust gedruckten Ausgaben beigegebene gestochene Frontispiz (als Faksimile beiliegend). International nur 5 Exemplare in Bibliotheken nachweisbar (keines in Deutschland): Univ. of London, Glasgow, NLM, Yale, Princeton (Fürstenberg-Ex.). - Krivatsy 3250 (ebenfalls ohne Frontispiz). Ferguson (Books of Secrets) VI, 23. OCLC 14321856. Vgl. Caillet 3126. Ferchl 125. DSB IV, 96. Nicht im VD 17. {BN#19695} (mehr) |
Digby, Kenelm. Eröffnung unterschiedlicher Heimlichkeiten der Natur [...], vornemlich von einem wunderbaren Geheimnüß in Heilungen der Wunden, ohne Berührung, [...] durch die Sympathiam, discurßweise gehalten in einer hochansehnlichen Versamlung zu Montpelier [...] Zum zweytenmal gedruckt [...]. Frankfurt/Main, Balthasar Christoph Wust, 1661. (6), 131, (5) SS. Pappband. 8vo.
€ 500
| Seltene, Ferguson unbekannte zweite deutsche Ausgabe (zuvor 1660) des bekannten, bis weit ins 18. Jh. wiederaufgelegten Traktats mit der Erfindung und Anwendungsweise des Wunderheilmittels "Pulvis sympatheticus" (ferrum sulfuricum siccum). Sir Kenelm Digby (1603-65) führte ein abenteuerliches Leben, war als Diplomat aktiv und fuhr auch als Kaperkapitän zur See. Nach dem Tode seiner Frau zu den Naturwissenschaften hingezogen, führte er zahlreiche chemische Experimente durch. "In 1657 his increasingly poor health led Digby to take the waters at Montpellier, where he gave his famous account of the 'powder of sympathy', which cured wounds by being rubbed on the weapon that inflicted them. It was a strong solution of vitriol (copper sulfate) in rainwater, which could be improved by drying in the sun and by mixture with gum tragacanth" (DSB IV, 95). "The discourse on the powder of sympathy, one of the most famous of Digby's productions" (Ferguson VI, 22), erschien zuerst 1658 in Paris (in französischer Sprache), dann im selben Jahr in London auf Englisch und hernach in der Übersetzung von H. Hupka auf Deutsch. - Papierbedingt durchgehend gebräunt. Ohne das gestochene Frontispiz (als Faksimile beiliegend). Alter hs. Besitzvermerk am Titel verso. - VD 17, 3:625237G. BL (German books) D 459. Ferchl 125. Vgl. Krivatsy 3250 (3. A., ebenfalls ohne Frontispiz). Ferguson (Books of Secrets) VI, 23 ("of the second edition, I do not know the date"). DSB IV, 96. {BN#22288} (mehr) |
Dinkel, Josef. Neueste Wagen nach deutscher, französischer, und englischer Bauart. Augsburg, Vincenz Zanna & Comp., [1845-1850]. 1 Blatt Widmung, 100 lithogr. Tafeln im prachtvollen, teils silber- und goldgehöhten Originalkolorit. Lose in acht illustrierten Original-Lieferungsumschlägen. Kl.-qu.-4to (245:150 mm). Halblederkassette mit goldgeprägtem Rückentitel.
€ 35.000
| Die vollständige Folge des umfangreichsten und schönsten Vorlagenwerks zum Thema. Hier das Exemplar des Herzogs Maximilian in Bayern, dem die Veröffentlichung auch gewidmet war. Von größter Seltenheit; insgesamt nur 3 vollständige Exemplare in Bibliotheken und Sammlungen weltweit nachweisbar; jenes der Bayerischen Staatsbibliothek inkomplett. Das Werk des Münchner Zeichners enthält hundert Entwürfe von anspruchsvollen Staats- und Alltagsfahrzeugen. Die prachtvoll kolorierten bzw. gold- und silbergehöhten Tafeln zeigen ein- und zweiachsige, offene und geschlossene Wagen, Transportkutschen, Omnibusse, Gesellschaftswagen, Schlitten, Eisenbahnwagen und einen Leichenwagen, die Tafel in Golddruck einen Monogrammentwurf für Bockdecken und Wagentüren. Dinkels Werk, "von dem merkwürdig wenige Exemplare bekannt sind" (Wackernagel), erschien in acht Lieferungen von jeweils 12, zuletzt 16 Umriß-Steindrucken. Der Verleger Zanna widmete es dem Herzog Maximilian in Bayern (1808-88), Vater der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Das Widmungsblatt ist in zwei Ausführungen bekannt: mit dem bayerischen Rautenmuster geprägt (wie hier) und mit ausgemalter Schrift ohne Prägung. - Die Lieferungsumschläge in den Rändern minimal fleckig, sonst tadelloses Exemplar aus der Bibliothek der Herzöge in Bayern auf Schloß Tegernsee. - Engelmann, Suppl., 23 (nennt nur 6 Hefte à 12 Bl.). Faksimile des vorliegenden Werks mit Kommentar: R. H. Wackernagel, Joseph Dinkel, Wagenmoden im Biedermeier. Stadtwagen, Reise- und Sportfahrzeuge zwischen 1830 und 1840. Dortmund 1981 (= Die bibliophilen Taschenbücher Bd. 239). Zu Dinkel vgl. AKL XXVII, 484. {BN#24524} (mehr) |
Eleonora Maria Rosalia Herzogin zu Troppau und Jägerndorf. Freywillig-aufgesprungener Granat-Apffel, des Christlichen Samaritans, Oder: Aus Christlicher Lieb des Nächsten eröffnete Geheimnuß, Vieler vortrefflichen, sonders-bewährten Mitteln, und Wunder-heylsamen Artzneyen [...]. Aufs neue vermehrt [...]. Wien, Peter Conrad Monath, 1752. 2 Teile in 2 Bänden. (8), 588, (10) SS. Mit gest. Frontispiz (S. Dorn sc.). Titel in rot und schwarz gedruckt. (Teil 2:) Seelig, Georg Adam. Des freywillig aufgesprungenen Granat-Apffels des Christlichen Samariters Anderer Theil: Oder aus Christlicher Liebe des Nächsten eröffnete Geheimnüsse vieler vortreflicher bewährter Artzneyen [...]. Vierte Auflage. Ebd., 1753. (6), 563, (5) SS. Mit gest. Frontispiz. Titel in rot und schwarz gedruckt. Einheitliche weiße Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen (oxydiert) und rotbraunem Marmor-Deckelbezug. 4to.
€ 1.500
| Spätere Ausgabe des verbreitetsten Kompendiums der Volksmedizin zur Barockzeit, erstmals 1695 (nicht, wie vielfach behauptet, 1696) erschienen. "Liebenswerte Buch-Kuriosität [...] Gibt Ratschläge zur volkstümlichen Heilpraxis und eine Zusammenstellung der wunderlichsten Heilmittel" (Durstmüller I, S. 111). Schelenz macht aufmerksam auf die "die Verfasserin und ihre Leserinnen in eigentümliches Licht setzenden Vorschriften z. B. 'gegen Gebrechen des männlichen Gliedes', gegen 'verlorene Mannschaft', Venusseuche u. dgl. [...], deren Behandlung ebenso wenig vom 'Notfall' diktiert, wie überhaupt Sache edler oder von Frauen im allgemeinen sein dürfte" (S. 516). Das mit separatem Titel ("Ein neues und nutzbahres Koch-Buch", Bd. I, S. 467) versehene Kochbuch mit 531 Kochrezepten und Register, "zumeist aus dem ältesten Grazer Kochbuch der Druckerei Widmannstetter entlehnt" (ebd.), war den ersten Auflagen noch nicht beigegeben. "Die Rezepte sind alle irgendwo abgeschrieben und bieten, abgesehen von einigen Gulaschs und einer österreichischen Hechten-Pasteten, nichts besonderes" (Schraemli, Schloss Jegenstorf, Nr. 66, zur Ausg. 1701). - Einbände berieben; Ecken und Kanten bestoßen. Innen papierbedingt durchgehend etwas gebräunt. - Blake 460. Vgl. Schelenz 515f. Vgl. Wellcome II, 518; Lesky 186; Ferguson I, 235f.; Horn/A. 125ff. (nur andere Ausgaben). {BN#21780} (mehr) |
Eleria, Karl [d. i. Pseud. für Michaeler, Carl Joseph]. Hat dich keiner verdammt? eine frische Anfrage für die Langeweile bey den Klostergelübden und dem Cälibate; zugleich eine Antwort auf die kurze Erinnerung eines Ungenannten wegen der Ordensgelübde. Wien, Mathias Andreas Schmidt, 1783. 182 SS. Halbpergamentband im Stil der Zeit um 1920 unter Verwendung alten Materials (Deckelbezüge mit Kattunpapieren und Vorsatzpapiere um 1800) angefertigt, Rückenvergoldung und goldgeprägtes rotes Rückenschildchen. 8vo.
€ 300
Einzige Ausgabe. - Exemplar aus der Bibliothek des Wiener Bibliophilen Theodor v. Karajan mit dessen Exlibris am Titel verso. Der Germanist und Historiker Karajan (1810-73) war der dritte Präsident der Akademie der Wissenschaften, verfaßte bedeutende historische und philologische Abhandlungen und gab wichtige Texteditionen heraus. 1848 wurde er fürs rechte Zentrum ins Parlament gewählt; sein Professorenamt mußte der Sohn griechischer Eltern aufgrund der Diskriminierung der Nichtkatholiken niederlegen. - Später in der Bibliothek von Dr. Hans Wittak mit dessen von Rudolf Köhl entworfenen Exlibris am vorderen Innendeckel. - Nicht im Auktionshandel nachgewiesen; nur 2 Exemplare in Bibliothekskatalogen nachweisbar (ÖNB; WStLB). Seltenes Josephinicum über den Zölibat in einem Exemplar mit interessanter Provenienz. - Wernigg 3299. Nicht bei Hayn/Gotendorf. Nicht bei Holzmann/Bohatta oder Weller (Pseud.). {BN#12359} (mehr)
Entlicher, Friedrich. Zweites Lesebuch für Blinde. Wien, k. k. Schulbücher-Verlag, 1876. Titel, 117 SS. Halbleinenband der Zeit mit Rückenschildchen in erhabenen Lettern. Gr.-4to.
€ 450
| Erste Ausgabe; schon 1873 hatte Entlicher, Direktor der nö. Landes-Blindenschule in Wien-Oberdöbling, seine "Fibel und erstes Lesebuch für Blinde" herausgebracht. Die Recto- und Versoseiten sind jeweils separat mit Relieflinien und Stachelpunkten geprägt und dann gegeneinander auf Fälze montiert. Das hier praktizierte, bereits 1807 von Johann Wilhelm Klein erfundene "Stachelschrift"-Verfahren folgt der Form lateinischer Versalien, die durch bis zu 18 geprägte Perforationspunkte tastbar, aber auch für Sehende unmittelbar lesbar waren. Aufgrund der großen Komplexität der im Relief geprägten oder durch eine große Anzahl von Punkten ("Stacheln") gesetzten Buchstaben war das Ertasten dieser Texte sehr zeitaufwendig für den Leser; außerdem konnte der Blinde diese Schriften nicht selbst schreiben. Das heute gebräuchliche Braille-Punktschriftsystem, um 1825 von Louis Braille entwickelt und 1850 in Frankreich an Blindenschulen offiziell eingeführt, begann sich erst Mitte der 1870er Jahre auch in Österreich und Deutschland durchzusetzen. - Etwas gebräunt und fleckig; altes Bibliothekssignaturschildchen am Vorderdeckel (am Titel in Bleistift wiederholt). Vorderdeckel und erste 10 Bll. mit kl. Durchstichspur. - Mayer II, 169. Vgl. Mell (Handbuch des Blindenwesens), 189f. {BN#22480} (mehr) |
[Ernst August, Herzog zu Sachsen-Weimar]. Zu dem höchsten alleinigen Jehovah gerichtete theosophische Herzens-Andachten. "Philadelphia" [d. i. Preßburg, Mahler], 1786. 359, (5) SS. Mit gest. Frontispiz. Marmorierter Pappband um 1800. 8vo.
€ 450
Vierte und letzte Ausgabe des erstmals 1742 erschienenen Werkes. "Enthält die Resultate der Forschungen des Herzogs zur Ergründung des Zwecks der Maurerei" (Wolfstieg). Privatdruck, den der Herzog nur in Geschenk-Exemplaren für seine engsten Freunde drucken ließ. - Das Frontispiz zeigt ein theosophisches Weltdiagramm zwischen den Mächten Wille, Wohl und Wehe. - Titel mit Numerierung und Exlibris "Lukanényei-Luka-László", dat. 1904, verso. - Wolfstieg 42101. Kloß 269. Weller (Druckorte) I, 131. {BN#10689} (mehr)
[Erotica - Sedaine, Michel Jean]. La tentation de Saint Antoine. London [d. i. Paris, Cazin], 1782. (2), 11, (1) SS. (Beigebunden:) Pour le jour de Saint Pierre. Ebenda, 1782. 5, (1) SS. (Beigebunden:) [Lalleman, Pierre]. Le pot-pourri de Loth. Ebenda, 1782. (4), 12, 16 SS. (2), 6 SS. (4), 12, 24 SS. Mit 2 Frontispizen und zusammen 17 gestochenen Tafeln. Hellbrauner Maroquinband der Zeit auf fünf Bünden mit Rückentitel und reicher -vergoldung, dreifache Deckelfileten, reiche Steh- und Innenkantenvergoldung. Marmorierte Vorsätze, dreiseitiger Goldschnitt. Lesebändchen. Im vorderen Innendeckel goldgeprägte Signatur: "Thivet". Kl.-8vo.
€ 2.500
Erste Taschenausgabe der teils sehr explizit illustrierten erotischen Libretti. Das erste und letzte der drei Werke waren bereits im Jahr zuvor in größerem Format beim selben Drucker erschienen, das Werk über das Martyrium Saint Pierres hier in erster Ausgabe. Die schönen Kupfer von François Elluin nach Vorzeichnungen von Antoine Borel zeigen Dämonen, Schlangen und Drachen, die Stadt Sodom in Flammen sowie den Inzest zwischen Lot und seinen Töchtern. Das vorliegende Exemplar mit den vier meist fehlenden Tafeln aus der letztgenannten Illustrationsfolge, die den meisten Exemplaren auf Grund der explizit pornographischen Darstellungsform nicht beigegeben wurden (vgl. u. a. B. Gilbert [online catalogue]: "Several sources note that this work should be accompanied by eight illustrations (as in the first edition), instead of the four found here"). Zwei der Werke mit 16- bzw. 24seitiger durchgehend gestochener Musikbeilage. Sedaine "was probably the most important and influential librettist of opera comique in the later 18th century, taking a major role in the transformation of that genre from its mid-century identity (dominated by Favart) to its operatic maturity at the outset of the Revolution" (New Grove Dict. of Music). - Seltenes Erotikum in einem dekorativen französischen Meistereinband der Zeit, ausgezeichnetes Exemplar auf bläulichem Papier, tadellos erhalten. - I: Nicht bei Cioranescu. Pia (Livres de l'Enfer) 1302. Gay/Lemonnyer III, 1189. II: Pia 1083. Gay/Lemonnyer III, 829. III: Cioranescu 36150. Pia 1081-82. Gay/Lemonnyer III, 1189. {BN#10175} (mehr)
Finella, Filippo. De quatuor signis, quae apparent in unguibus manum. Neapel, Giacopo Gaffari, 1649. 68, (4 [statt 6]) SS. Mit ganzseitigem Verfasserportrait in Holzschnitt am Titel verso und 4 (wdh.) halbs. Textholzschnitten. (Beigebunden) II: Ders. [Soliloquium salium. Ebd., 1649.] 130, (6) SS. (fehlen 14 SS. Vorstücke und das Portrait). (Beigebunden) III: Ders. [Primo libro de nevi. Antwerpen (fingiert, d. i. Neapel, Gaffari), 1632]. 102, (2) SS. (fehlen 14 SS. Vorstücke und das Portrait). Mit 100 halbs. Textholzschnitten. Interimspappband des 18. Jhs. mit gepr. Rückenschildchen. 8vo.
€ 600
Sammelband mit drei durchwegs sehr seltenen, hier unterschiedlich komplett vorliegenden Werken des neapolitanischen Astrologen und Alchimisten Filippo Finella (geb. um 1584; vgl. Jöcher II, 617): seiner Abhandlung über Fingernägel (bis auf das letzte Registerblatt vollständig), seiner Abhandlung über die Salze (fehlen die Vorstücke; im Faksimile beiliegend) sowie dem separat erschienenen ersten Teil seiner Abhandlung über Muttermale (fehlen die Vorstücke). - I: Behandelt die Bedeutung verschiedener Verfärbungen und Flecken in den Fingernägeln, je nach Hand, Fingerglied, Geschlecht etc., auch unter Bezugnahme auf die Humores. "Ouvrage excessivement rare, imprimé à Naples, sur les marques des ongles, avec un portrait à pleine page gravé sur bois de 'Philippus Phinella' et 4 figures également gravées sur bois" (Dorbon-Ainé). - II: "A tract on salts, dealing extensively with the extraction of salts and their medical uses. Finella's work clearly shows that in Naples the use of chemical remedies was widely accepted and that physicians and apothecaries were engaged in chemical investigations on substances (salt of tartar, salt of mercury and salt of lead) that Paracelsian physicians had long been promoting" (The practice of reform in health, medicine, and science [Ashgate, 2005], S. 77). - III: Über die Bedeutung von Muttermalen im Gesicht und auf dem Hals, abgelesen aus Lage, Größe, Geschlecht des Trägers etc. Umfassend illustriert mit kuriosen, teils grotesken Gesichtsdarstellungen; die Muttermale teils zeitgenössisch mit Tinte ergänzt. - Etwas gebräunt. I und III zuletzt 1978 auf einer deutschen Auktion, II nicht im JAP oder ABPC. - I: Wellcome III, 26. Krivatsy 4074. Caillet III, 8634. Dorbon-Ainé 1650. Ackermann IV, 544 (ebd. incpl.). OCLC 14316771. ICCU BVEE 31999. - II: Wellcome III, 26. Krivatsy 4076. Rosenthal 300. Ferchl 155. Brüning 1751. OCLC 14317066. ICCU NAPE 04956. - III: Wellcome I, 2288. Krivatsy 4075. Caillet III, 8633. Ackermann IV, 542 (ebd. incpl.). OCLC 249388404. ICCU NAPE 04960. Nicht bei Ferguson, Duveen, Du Prel, Graesse, etc. {BN#24779} (mehr)
Fischer, Eberhard Heinrich. Albertus Magnus der Andere. Das ist: Geheimnisse der Natur und Kunst vor alle Stände, als für Künstler, Jäger, Oekonomen, Professionisten, Handwerker etc. zum Besten aus eignen Erfahrungen aufgesetzet und mit nöthigen Registern herausgegeben. In zweyen Theilen. Altona und Leipzig, Johann Heinrich Kaven, 1797. (14), 200 SS. (10), 182 SS. Mit gest. Frontispiz. Interimsbroschur der Zeit mit hs. Rückentitel. 8vo.
€ 550
| Dritte Ausgabe (EA 1790). - Sammlung von 206 Rezepten für Haus- und Landwirtschaft, Volksmedizin (u. a. Mittel gegen Impotenz und Inkontinenz), auch Haushaltsmittel, Zauberkunststücke, Experimente, chemische Versuche etc. Außerdem zur Herstellung imitierter Edelsteine, zur Verübung grober praktischer Scherze ("Zu machen, daß einem Trinkenden der Becher, Glas oder Krug am Munde hangen bleibt"; "Zu machen, daß das auf dem Tisch getragene warme Essen blutig aussehe") usw. Bemerkenswert sind auch die Rezepte zur Herstellung des berühmten, im Altertum gefürchteten "Griechischen Feuers". - Papierbedingt vereinzelt gering braunfleckig; insgesamt gutes, unbeschnittenes Exemplar. - Ferguson I, 279. Rosenthal 304. Nicht bei Lindner. {BN#21915} (mehr) |
[Flittner, Christian Gottfried]. Gynaeologie oder über Jungfrauschaft, Liebe und Ehe etc. Neue wohlfeile Ausgabe. Zwölfter Band. (Der Mädchenfreund). Berlin und Hamburg, o. Dr., 1805. (4), 138 SS., l. w. Bl. Mit altkol. gest. Frontispiz (Meyer sc.). Gest. blaue Originalbroschur. 8vo.
€ 150
Zweite Ausgabe. - Zwölfter Band der nach Kayser insgesamt 24bändigen sexualaufklärerischen Reihe des Arztes und Apothekers C. G. Flittner (1770-1828), hier zu venerischen Krankheiten. - Papierbedingt teils leicht gebräunt; Broschur leicht berieben und knittrig. Erste Lage gelockert; Rücken mit Fehlstellen. - Vgl. Hayn, Bibl. gynaecol. et cosmetica 156. Hayn/Gotendorf IX, 255. {BN#15123} (mehr)
(Friedrichsfeld, Erwin von [d. i. Treu, Georg]). Vom blau-weiss-goldenen Banner. Eine österreichische Antwort auf römische Angriffe. Wien, Brüder Winter, 1877. XVI, 126, (2) SS. Mod. marmorierter Pappband. Dreiseitiger marmorierter Farbschnitt. 8vo.
€ 80
Erste Ausgabe dieses Versuchs "zur Erklärung des Wesens der Freimaurerei und der Thätigkeit der Freimaurer-Logen mit besonderer Rücksicht auf die Länder der österr.-ungarischen Monarchie" (Untertitel). Die sieben enthaltenen Aufsätze verstehen sich als "Abwehr gegen die Angriffe der ultramontanen Brochüren 'Der Hammer der Freimaurer am Throne der Habsburger' und 'Der stille Krieg gegen Krone und Althäre' (beide erschienen bei J. Habbel in Amberg)". - Gutes Exemplar. - Wolfstieg 12798. {BN#17810} (mehr)
[Fürstbürger Phosphorus]. Fürstbürger Phosphorus oder die Allerweltpfaffenharlekinade. Eine komische Geschichte aus der Sphäre des Mondes. [Braunschweig, Vieweg, 1795]. Gest. Frontispiz, Titel mit mont. gest. Vignette, 304 SS. Neuer Halblederband im Stil der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschildchen. 8vo.
€ 480
| Erste Ausgabe, hier in der selteneren Titelvariante (statt "Allerweltsharlekinade"). "Burleskes antipfäffisches Gedicht (Pasquill) in Blumauer's Geschmack, gegen Minister v. Wöllner und Consorten" (Hayn/G.). Der schwermütige Mondfürst Phosphorus wird von seiner Depression geheilt durch befreiendes Lachen über die größten Narren des Erdplaneten - die "Pfaffen", die über eine Leiter zum Mond emporklettern und, ihre Glaubensartikel hervorkramend und sich gegenseitig beschimpfend, dem Herrscher unfreiwillig eine burleske Szene darbieten. Phosphorus "erkennt nebenbei den allen Religionen gemeinsamen Kern: den Gott der Liebe und das Ideal der Tugend" (Z&K 36, 1862). - Druckvermerk: "Alethiopel, gedruckt im dritten Jahre der Vernunft". Entgegen den Aufschlüsselungen bei Hayn/G. und Holzmann/B. ist das Druckjahr mit 1795 zu datieren, da das "Jahr der Vernunft" das Erscheinungsjahr von Kants "Religion innnerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft", 1793, ist. Kants Schrift fiel unter die Zensur des berüchtigten Religionsediktes, das Friedrich Wilhelms Minister und Hausgeistlicher J. C. v. Wöllner zum Entsetzen aller aufgeklärt gesinnten Zeitgenossen eingeführt hatte. Der Autor des vorliegenden Werks (womöglich der radikale Aufklärungstheologe Carl Friedrich Bahrdt) hatte, wie aus den Anmerkungen hervorgeht, bei Kästner in Göttingen studiert und dürfte dem Kreis der radikalen Berliner Publizisten zuzurechnen sein. Einige Bibliographen nennen irrig Wöllner als Verfasser, wohl weil die Auflage von 1808 scheinbar zweideutig "Allerweltpfaffenharlekinade von Woellner" untertitelt ist. Das Frontispiz zeigt die zum Mond kraxelnden Pfaffen auf der Leiter, die Vignette (F. Ramberg, nach J. D. Schubert) Pfaffen bei ihren vom Glauben auferlegten Selbstkasteiungen, über ihnen der lachende Teufel. - Rest des Vorsatzes erhalten mit zeitgenöss. hs. Legende: "Zum Kriechen bin ich nicht geboren / Der Pfaffen Gunst bedarf ich nicht! / Dem Heuchler hab ich Haß geschworen / [...] verfolg ich meine Pflicht." - Hevesi 385. Hayn/Gotendorf VIII, 561 ("1797"). Holzmann/Bohatta III, 8908 (Ausg. 1808, Wöllner zugeschrieben) und VII, 7995 (Ausg. "1797", J. F. E. Albrecht zugeschrieben). Weller, Druckorte I, 168. Goed. V, 453, 34 und 552, 29. Rümann, 18. Jh., 1285. Hirschberg 751. {BN#3213} (mehr) |
Genlis, [Stéphanie Félicité, Comtesse] de. Mythologie ou les attributs de toutes les divinités de la fable; en 54 planches [...]. Ouvrage fait pour servir à l'éducation de la Jeunesse. Wien u. Triest, Geistinger, [ca. 1815]. Teil 1 (von 2). XXXIV, 35-192 SS. Mit 55 [!] gest. Tafeln. Lederband mit goldgepr. Rückenschildchen und Deckeltitel. 8vo.
€ 250
Nachdruck der Ausgabe Paris, Charles Barrois, 1810-1811. Die Kupfer dieser Erstausgabe wurden von Gaile (nach Genlis) gestochen. "Un des plus curieux ouvrages illustrés de cette époque. Les [...] planches, d'une composition extraordinaire, comportent les attributs des divinités et leurs noms 'doubles pour la symmetrie'" (Gumuchian 2699). Die Kupfer, "gravées d'après les dessins coloriés de Madame de Genlis" (Titel), zeigen höchst originelle Arabesken aus feinstem Zierrat und Symbolen, meist Namenszüge der behandelten Götter und Halbgötter etc. - Vortitel ("Arabesques mythologiques") mit hinterlegtem Einriß. Tafeln meist leicht stockfleckig. Auf 2 Bll. der Satzspiegel bis knapp an die Grenze des Beschnitts verschoben. - Seemann (Geistinger) 64. Schug 206 (ebenfalls nur Tl. 1: Arabesques mythologiques, Geistinger 1815). Vgl. Wegehaupt IV, 669 (ebenso, nur Tl. 2 mit 73 Taf.). Doderer I, 437. {BN#12333} (mehr)
[Gerber, Karl]. Die Freymaurerey betrachtet in ihren möglichen und nothwendigen Verhältnissen zu dem Zeitalter der Gegenwart. Für Maurer und Nichtmaurer. Schmalkalden, Th. G. Fr. Varnhagen, 1821. 94, (2) SS. Mitgeheftet 1 Errata-Zettel. Bedr. Original-Broschur (hinterlegt und restauriert). 8vo.
€ 300
Erste Ausgabe. - Der 1792 in Kassel geborene Jurist und Staatsdiener Gerber schrieb im Alter von 11 Jahren seinen ersten Roman. 1816 wurde er Hessen-Kasselischer Gesandtschaftssekretär am Deutschen Bundestag in Marburg; ab 1822 war er Kreissekretär in Frankenberg. - Papierbedingt leicht gebräunt. Unbeschnittenes Exemplar. - Wolfstieg II, 21829. Goedeke X, 320, 3. Kloß 659. Holzmann/Bohatta II, 4074. {BN#10660} (mehr)
[Goudar, Ange de?]. Le proces des trois rois, Louis XVI. de France-Bourbon, Charles III. d?Espagne-Bourbon, et George III. d?Hanovre, fabricant de boutons, plaidé au tribunal des puissances-Européennes. Par appendix, l?appel au Pape. London [d. i. Paris?], George Carenaught, 1780. (8), 190 SS., l. w. Bl. Mit einem mehrf. gefalt. gest. Frontispiz. Weißer Halblederband der Zeit mit doppeltem goldgepr. Rückenschildchen in rot und grün sowie Rückenvergoldung. Lesebändchen. 8vo.
€ 300
Erste Ausgabe; selten. - Vorrevolutionäre französische Satire, in der die Herrscher und Fürsten von Marokko, Ungarn und Böhmen, Rußland, Portugal, Dänemark, Schweden, Polen, des Hl. Röm. Reichs usw. unter Vorsitz des Sultans Abdul-Hhamid über Ludwig XVI. von Frankreich, Karl III. von Spanien und George III. von England Gericht halten, wobei das Werk die gekrönten Häupter Europas durchwegs verhöhnt: Christian von Dänemark wird als Hahnrei, Katharina von Rußland als Dirne verspottet. Weitere Angriffe richten sich gegen den britischen Premier Lord North, dessen von George III. veranlaßte Politik gegenüber den amerikanischen Kolonien deren Abfall herbeigeführt hatte; der Unabhängigkeitskrieg - seit 1778 mit französischer Unterstützung geführt - währte im Druckjahr schon vier Jahre und sollte erst 1783 zum Frieden von Paris führen. - Die Verfasserschaft wird gewöhnlich dem in London gestorbenen Ökonomen Ange de Goudar (1720-91) zugeschrieben; als weitere mögliche Autoren werden S. N. Lingouet, Delaunay und Pellepore geführt. Der angebliche Übersetzer Bouffonidor dürfte ein Pseudonym sein. - Das Frontispiz (435:285 mm; gest. v. William Jones) zeigt das Tribunal mit den europäischen Monarchen, Fürsten und Vertretern der Republiken. Tafel mit kl. Einriß (nicht den Stich betreffend). Rücken und Deckel leicht berieben; sonst hübsches Exemplar. - Gay/Lemonnyer III, 869. Barbier III, 1050-f. {BN#3378} (mehr)
Gräffer, Franz. Clio's Curiositäten-Cabinet. Darstellungen außerordentlicher Thatsachen, picanter Charactere, seltener, zum Theil ungedruckter Urkunden, überraschender Momente, besonderer Denkwürdigkeiten und wenig bekannter Anecdoten aus der Geschichte aller Zeiten und Völker. Wien, Carl Gerold, 1814. VIII, (4), 236 SS. Mit einem mehrf. gefalt. gest. Frontispiz. Marmorierter Pappband der Zeit. 8vo.
€ 180
Erste Ausgabe der seltenen Sammlung von Anekdoten und Kuriositäten. - "U. a.: Merkwürdige Küsse. - Hof- u. Frauenleben unter Ludwig XIV. - Die Wiener im 15. Jahrhundert. - Rabbinische Münchhausiaden, etc. etc." (Hayn/G.). Das Kupfer zeigt ein aus verschiedenen anderen Tieren zusammengesetztes galoppierendes Pferd. Papierbedingt etwas gebräunt; insgesamt gutes Exemplar aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel. - Hayn/Gotendorf II, 655. Goedeke IX, 71, 11. Wurzbach V, 298. Roth 282. Kat. Gilhofer-Lit. in Ö. 1249. Slg. Mayer V, 5399 ("Selten und gesucht"). {BN#21809} (mehr)
Hirth, Fritz. Liederbuch für deutsche Studenten und Turner. 34. Auflage mit Buchschmuck von Franz Krenn. Neutitschein und Wien, Enders'sche Kunstanstalt, 1913. 246, (14) SS. Reich illustrierter Ganzleinenband im Stil der Löffler-Schule mit ornamentalen Vorsätzen und Buchschmuck von Franz Krenn.
€ 75
Hübsches Liederbuch des Deutschen Turnvereins in tadelloser Erhaltung. {BN#11137} (mehr)
(Jacobsen, Emil). Die Wunder der Uroscopie oder Zumptuarium uropoeticum. Qualitative Harnanalyse in chemisch-medicinischen Versen. Nebst einem Anhang über den Stein der Weisen und Unweisen. Freunden rhythmischer Repetition zum Nutzen, Stranguikern, Ischuikern etc. und solchen, die es werden wollen, zur Erheiterung. Breslau, Maruschke & Berendt, 1861. VII, (8)-54, (2) SS. Bedr., ill. blaue Originalbroschur. 8vo.
€ 200
Erste Ausgabe. - Der Danziger Chemiker Jacobsen war wissenschaftlicher Beirat und Aufsichtsratmitglied bei Schering; 1911 starb er in Berlin-Charlottenburg (vgl. DBA II 642, 394f.). - Nicht bei Holzmann/Bohatta oder Hayn/Gotendorf. {BN#12097} (mehr)
Jouy, [Victor Joseph Étienne de]. Guillaume le Franc-Parleur, ou observations sur les loeurs françaises au commencement du dix-neuvième siècle; suite de l'hermite de la Chausée-d'Antin [...]. Tome premier (-deuxième). Paris, Pillet, 1817. 2 Bde. (2 [statt 4?]), II, 388, (4) SS. (2), 334, (2) SS. Mit 3 gest. Tafeln (nach A. Desenne) und zahlreichen figuralen Ziervignetten in Holzschnitt. Marmorierte blaugrüne Pappbände der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen (fehlt dem 1. Band). 8vo.
€ 140
Mischexemplar der sechsten (Bd. 1) bzw. vierten Ausgabe (Bd. 2). "Geistvolle Schilderung französischer Sitten aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts" (Mayer, 6. A., s. v.). Unter den behandelten Sittenstücken: "Le ventriloque", "Une nuit de Paris", "Politique", "Le suicide", "Les bains" etc. Erstmals 1814 erschienenes Werk des geschätzten Schriftstellers, Dramatikers und Librettisten V. J. Étienne (1769-1846), der sich nach seinem Heimatort bei Versailles "Jouy" nannte (vgl. ausf. Hoefer 27, 89-100). Der ehemalige Militär und Südamerikareisende entkam knapp der Guillotine und wurde nach dem Sturz Robespierres ein geschätzter Autor sowie Bibliothekar des Louvre. - Einbände etwas berieben; innnen papierbedingt etwas braunfleckig. Dem ersten Band scheint ein Haupttitel zu fehlen. - Vgl. Hoefer 27, 98. Nicht bei Rost. {BN#13122} (mehr)
Jowiris, Richard. Der Studententeuffel, das ist: getrewliche Abkonterfeyung des aller erschröcklichsten Teuffels, so jetzo die Erde besäwet. Nebst etzlichen anderen Teuffeln. Leipzig, Otto Wigand, 1888. 102 SS. Bedruckte Originalbroschur. 8vo.
€ 90
Im Stil des 16. Jahrhunderts verfasste seltene Naturgeschichte des Studenten. - Buchblock angebrochen, sonst schönes, fleckenfreies Exemplar. Über KVK nur drei Exemplare nachweisbar. {BN#11185} (mehr)
[Kriminalistik]. Der Mädchenmörder Hugo Schenk. Erster [-Zweiter] Theil. Wien, C. Fritz, [1884]. Je 2 SS. Mit zusammen zwei halbseitigen Holzstichillustrationen. 8vo.
€ 150
Sehr seltene zeitgenössische Dokumente zu den Mädchenmorden des Hugo Schenk, einem der aufsehenerregendsten Fällen der Wiener Kriminalgeschichte des 19. Jahrhunderts. Die beiden sechsstrophigen Lieder wurden wohl anläßlich dessen öffentlicher Hinrichtung jeweils um ?5 kr.? (lt. Impressum) das Stück verkauft. Die Abbildungen zeigen ein Porträt des Mörders en face sowie denselben bei der Ermordung eines Mädchens im Wienerwald. ?Vierzig Dienstmädchen sind während der Wirkungszeit der Schenkbande abgängig gemeldet, die Verbrechen erregten ganz Wien. Die Bande wurde schließlich erwischt. Etwa hundert Personen wohnten Hugo Schenks Hinrichtung bei, am 22. April 1884. [...] Als Hugo Schenk unter den Galgen trat, lächelte er. Dann verbeugte er sich vor den Richtern und sagte zum Priester: ?Ich habe den Tod verdient. Bitte grüßen Sie meine Frau.? Drei Minuten später war er dahin? (Christoph Braendle. Liebe, Freud und schöner Tod, 126f.). - Die beiden Einblattdrucke alt auf Karton montiert, der so bezeichnete ?Zweite Theil? im Mittelfalz durchtrennt, sonst ordentlich. {BN#4061} (mehr)
[Lieder]. Neues Buch des Frohsinns und der heitern Laune. Für Freunde einer abwechselnden, lustigen und frohen Unterhaltung. [...] Dritte verbesserte und vermehrte Auflage. Reutlingen, J. J. Mäcken'sche Buchhandlung, 1812. (3)-280, (8) SS. Halblederband der Zeit (Rücken erneuert). 8vo.
€ 30
Enthält den 2. Teil der Sammlung, nämlich die "Auswahl der beliebtesten Arien und Gesänge von den besten Dichtern Deutschlands" (die hier nicht vorliegenden Teile 1 und 3 bildeten "Historische Unterhaltungen und geistreiche Anekdoten aus dem Leben berühmter Menschen" sowie "Gesellschaftsspiele für gesellschaftliche Zusammenkünfte"). {BN#15236} (mehr)
[Liederheft]. Heidelberg. Abschieds-Commers am 8. August 1860. Heidelberg, 1860. (4) SS. 8vo.
€ 80
| Anlässlich eines Festkommerses in Heidelberg gedrucktes Programm, enthaltend die Liedertexte der Festfolge. - Hs. Besitzvermerk mit Zirkel am Titel. {BN#11163} (mehr) |
Lorenz, Carl. Molecula fidelitatis. Sammlung heiterer Lieder und Gesänge für Naturforscher, Mathematiker, Mediziner und deren Freunde. Berlin, Fischer, [1886]. IX, 270 SS. Bedruckte Originalbroschur. 8vo.
€ 100
Originelle und seltene Sammlung von nach Berufsgruppen geordneten Studentenliedern. - Buchblock gebrochen und Umschlag rissig, innen schönes, fleckenfreies Exemplar. Über KVK nur zwei Exemplare nachweisbar (Staatsbibliothek Berlin und Bayerische Staatsbibliothek). {BN#11184} (mehr)
[Lottospiel]. Sammlung von Lottobrettchen. O. O., um 1850. 11 Faltbrettchen (je ca. 207:191 mm) mit Leinengelenk und aufgezogenen Spielfeldern (geteilt in neun mal zehn Felder; die jeweiligen Zahlenwerte von 1 bis 90 in zufälliger Anordnung mit Tinte eingetragen). Zusammen in maßgefertigtem Original-Kartonschuber.
€ 350
| Hübscher, wie der paßgenaue Originalschuber belegt, vollständiger Satz von elf Lottobrettern, jedes in neun mal zehn Felder von 1 bis 90 geteilt. - Das im 16. Jahrhundert in Italien entwickelte Lottospiel hatte in den folgenden Jahrhunderten einen Siegeszug durch Europa angetreten, war in Frankreich stark raffiniert worden und diente vielen Regierungen als bequeme zusätzliche Einnahmequelle. Obwohl man dem vom Kindern gepflogenen Spielen grundsätzlich skeptisch gegenüberstand, gebrauchte man das Lottospiel insbesondere in Deutschland gerne als pädagogisches Instrument, um Kindern Schreiben, Tiernamen wie auch Multiplikation beizubringen - ein Zweck, dem auch das vorliegende Set gedient haben dürfte, wie die zahlreichen Bleistiftproben, Kinderzeichnungen und Schreibübungen auf mehreren der Brettchen belegen. - Ecken teils minimal bestoßen (am Schuber stärker); im ganzen von hübscher Erhaltung. {BN#24133} (mehr) |
[Lottospiel]. Jeu de Loto. [Wohl Frankreich, um 1830]. 24 Lottobrettchen (vier verschiedenfarbige Sätze zu je sechs Brettern), je ca. 180:100 mm. Mit originalem Leinensäckchen mit 36 rosa gefärbten Jetons aus Bein. Zusammen in originaler blau marmorierter Pappschachtel (ca. 120:195:140 mm) mit Klappdeckel (Bindebänder und Griffband), darin aufgezogen die Spielanleitung.
€ 950
Vollständiges französisches Lottospiel aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. "Ce Jeu est composé de vingt-quatre Cartons. Avant de commencer le Jeu, chaque Joueur convient du prix de chaque carton; chacun met sa mise dans uns Corbeille, et l'on tire une Boule l'une après l'autre dans le Sac; chaque Joueur marque sur son carton les numéros sortans; et lorsqu'il y a cinq numéros marqués sur la même ligne, il gagne la Poule. On recommence de nouveau, en remettant toujours le Sac à la droite de celui qui a commencé" (Nouvelle Règle du Jeu de Loto). - Die Schachtel an Ecken und Kanten etwas bestoßen; das Deckelgelenk angeplatzt. Einige der Beinjetons mit kleinen Randabplatzungen; insgesamt sehr schön erhalten. {BN#24132} (mehr)
Lüpscher, Anton / Gömmel, Franz. Theorie der Fechtkunst. Eine analytische Abhandlung sämmtlicher Stellungen, Stöße, Paraden, Finten u.s.w., überhaupt aller Bewegungen im Angriffe und der Vertheidigung. Nach dem Traité d'escrime par le Chevalier Chatelain [...] frey bearbeitet. Wien, Anton Strauß für die Verfasser, 1819. (6), XX, (2), (21)-188, (2) SS. Mit 2 gedr. Tabellen und 20 lithogr. tafeln (C. P. Goebel fec.). Bedr. Originalbroschur. 8vo.
€ 580
| Erste Ausgabe. - Eine von zwei im selben Jahr erschienenen Übersetzungen von René Julien Chatelains "Traité d'escrime" (Paris, 1817); die andere erschien ohne Verfassernennung in Leipzig. - Papierbedingt durchgehend etwas braunfleckig. - Vgl. Gelli 266 und 288. {BN#22891} (mehr) |
[Mangelsdorf, Karl Ehregott]. Historisch-statistisch-moralisches Lesebuch zur Unterhaltung für die erwachsene Jugend und andere. Halle, Johann Jacob Curt bzw. Curts Wwe., 1780-1784. 3 Tle. in 1 Bd. (16), 232, (4) SS. 233-472, (2) SS. 194 SS. Halblederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen und dreiseitigem Rotschnitt. 8vo.
€ 450
| Erste Ausgabe, vollständig mit allen drei Bänden wie vorliegend selten. - K. E. Mangelsdorf (1748-1802), Professor der Rhetorik und Geschichte in Königsberg, veröffentlichte neben seinem poetischen Jugendwerk "Hero und Leander" (1769) "vornehmlich erzieherische Monographien mit historischem Hintergrund. Mit Werken wie dem 'Versuch einer Darstellung dessen, was seit Jahrtausenden in Betreff des Erziehungswesens gesagt und gethan worden' (1779) beteiligte er sich an der pädagogischen Diskussion der Zeit" (DBE). - Papierbedingt durchgehend etwas braunfleckig. Ecken leicht bestoßen. Mit Stempel der "von Lindheimschen Bibliothek Schloss Berghof (Lilienfeld)" am vorderen Vorsatz. - Holzmann/Bohatta III, 1598. Brüggemann/Ewers 553 (nur Bd. 1 u. 2). Nicht bei Wegehaupt. Nicht bei Seebass. {BN#18600} (mehr) |
[Masonica]. Gesammlete Nachrichten von den Armen-Einrichtungen der Freymäurer in Chur-Sachsen vom 17. Jenner 1772 bis zum Jahr 1775. [Dresden], o. Dr., 1775. 188, (2) SS. Mit gest. Titelvignette, gest. Kopf- und Schlußstück und mehrf. gefalt. gest. Tafel. Lederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen (lädiert) und Rückenvergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Buntpapiervorsätze. Lesebändchen. 8vo.
€ 350
Erste Ausgabe. - Das Titelbild zeigt ein Armenhaus und seine Einrichtungen nebst der es umgebenden Gärten. - Kapitale minimal bestoßen, ein Teil des Rückenschildchens abgeplatzt. Schönes, fleckenfreies Exemplar mit alten Bibliothekstempeln an den Vorsätzen und der Versoseite des Titels. - Kloß 392. Taute 1239. Wolfstieg 37570 ("Selten"). {BN#11235} (mehr)
[Masonica]. Nachträgliche Sammlung der von der Großen Landes-Loge von Deutschland nach und nach gegebenen Gesetze und Bestimmungen. I. Allgemeine Bestimmungen, welche den Bund tangieren. (Und:) II. Gesetze und Bestimmungen für die hiesige Lokalität. Wohl Berlin, um 1836. 2 Bde. Lithographierte deutsche Handschrift. 74, 15, (1) SS. 13 (recte: 14) num. SS. Mit (wdh.) gest. Kopfvignette und zeitgenöss. hs. Ergänzung. Späterer Halbleinenband bzw. blauer Pappband der Zeit. 4to.
€ 350
Lithographisch reproduzierte hs. Gesetzessammlung der deutschen Johannislogen für die Jahre 1777-1835. Mit chronologischem Inhaltsverzeichnis. - Einige etwas spätere hs. Anstreichungen und Marginalien; im 2. Bd. zeitgenöss. hs. Nachtrag für die Jahre 1813-1833 von ca. 2/3 Seitenumfang. Stempel der Bibliothek der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland am Titel; späterer Prägestempel "Státni Knihovna Ùst[rední?] Praha" am Titel des 1. Bandes. - Nicht bei Wolfstieg. {BN#14431} (mehr)
[Masonica]. Urkunde über die Ernennung des Johann Fußner zum Ehrenmitglied der Darmstädter Loge "Johannes der Evangelist zur Eintracht". Darmstadt, 22. III. 1871. Hs. ausgefüllte lithogr. Urkunde mit goldgehöhtem Kolorit. 1 S. auf Doppelblatt.
€ 100
"Wir Meister vom Stuhl Alt u. deputirter Meister Aufseher Beamte und sämmtliche Mitglieder der ger. und vollk. St. Joh. [Loge] Johannes der Evangelist zur Eintracht im Or. von Darmstadt urkunden und bekennen hierdurch, dass wir den Ehrwürdigen Br. Johann Fussner früheren Meister von Stuhl unserer Loge (5868/69) in Würdigung seiner um die Pgflege der Königlichen Kunst erworbenen Verdienste, und um Ihm einen bleibenden Beweis unserer aufrichtigsten Bruderliebe zu geben, zum Ehrenmitgliede unserer Werkstätte ernannt haben [...]". - Unterzeichnet vom amtierenden Meister vom Stuhl, Dr. Heinrich Künzel (1810-73) sowie dem Altmeister und Deputierten Meister, dem Ersten und Zweiten Aufseher sowie dem Deputierten Sekretär. Mit Stempelung der Darmstädter Loge "Johannes der Evangelist zur Eintracht". - Etwas braunfleckig. {BN#18045} (mehr)
[Masonica.] Tilford, Frank. Proceedings of the M. W. Grand Lodge of Ancient Free & Accepted Masons of Utah, at its Eighth Annual Communication, Held at the Masonic Hall, Slat Lake City, November 11th and 12th, A.D. 1879, A.L. 5879. Salt Lake City, Tribune Printing and Publishing Company, 1879. 129, (3) SS. Mit einer Holzstich-Illustration. Halbleinenband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. Gr.-8vo.
€ 150
Einzige Ausgabe dieses Sitzungsberichtes der Großloge von Utah im Jahre 1879. - Stempelungen ungarischer (Freimaurer-)Bibliotheken; am vorderen Innendeckel montiertes Bibliotheksetikett der Bibliothek der ungarischen János-Großloge. Altes Bibliotheksetikett am Vorderdeckel. {BN#14349} (mehr)
Michaelis, C. F. Das goldene Buch für hohe und niedere Stände, oder Grundregel, gut, klug und leicht durch die Welt zu kommen. Zweite verbesserte Auflage, aus dem Englischen nach der eilften Ausgabe übersetzt. Leipzig, Baumgärtnersche Buchhandlung, (1818). XII (falsch: VIII), 276 SS. Marmorierter Pappband der Zeit. 8vo.
€ 70
Zweite deutsche Ausgabe der seit dem frühen 18. Jahrhundert von immer neuen Herausgebern aufgelegten Werks "Rule of Life in select sentences collected from the greatest authors". - Papierbedingt teils minimal gebräunt. Durchgehened mit Bleistiftanstreichungen im Rand. Einband an Ecken, Kanten und Gelenken berieben und bestoßen; Rücken mit kl. Fehlstellen. Selten; nicht in Frankfurt, Göttingen etc. {BN#13327} (mehr)
Mischko, Bolon. Ungarische Paprika. Eine Sammlung volksthümlicher Charakterzüge und belustigender Anekdoten. Meissen, Friedrich Wilhelm Goedsche, 1831. Koloriertes Frontispiz, 154, (1) SS. Zeitgenössischer brauner Halbleinenband mit Marmorpapierbezug, schlichte goldgeprägte Rückenfileten. 8vo.
€ 75
Seltene Anekdotensammlung in einem Exemplar mit vereinzelten Anstreichungen und Papierverstärkungsstreifen. Das hübsche altkolorierte Frontispiz zeigt eine gesellige Wirtshausszene. Als Anhang zwei Blätter mit zeitgenössischen handschriftlichen Anekdoten: "In Ungarn ist alles besser. - Szene bei einem Wiener Uhrmacher". {BN#9961} (mehr)
[Molé, Guillaume François Roger]. Histoire des modes françaises, ou révolutions du costume en France depuis l?etablissement de la monarchie jusqu?a nos jours. Amsterdam & Paris, Costard, 1773. (4), XXIV, 205 (statt 360), (1) SS. Halblederband der Zeit mit goldgepr. rotem Rückenschildchen; Rücken mit goldgepr. Blütensemé im Rautengitter sowie Druckjahr am Schwanz. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.
€ 100
Einzige Ausgabe. - Behandelt auch die Haare und Bärte bei den Franzosen, die Haartracht der Alten etc. Ohne das "Supplément contenant les recherches sur les chevelures artificielles" (S. 207ff.), welches hier nie beigegeben war. - Der hübsche Einband schwach berieben; Ecken und Kanten etwas bestoßen; Vorderdeckel oben mit altem Etikett. - Lipperheide Na 35. Barbier II, 758. {BN#15535} (mehr)
[Monogramme]. Privatsammlung von Wappen und Monogrammen in farbigem Reliefdruck. Wohl Wien, um 1900. 3 Bde. (von 8). Zus. 138 numerierte Bll. (durchgehend mit Schutzblättern) mit über 600 reliefierten farbigen Wappen- und Monogrammminiaturen. Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückennumerierung ("5", "7" und "8"). 8vo.
€ 650
Die sehr fein geprägten Monogramme und Wappen mit zahlreichen (Farb-)Varianten. Durchgehend verso beschriftet und numeriert (187-236, 304-391); unter den Namen: Auersperg, Batthyany, Czernin, Esterhazy, Forgacz, Hoyos, Lobkowitz, Odescalchi, Schönborn, Szechenyi, Taaffe, Wasa, Zichy usw. Das "Durchl. Fürst Colloredo Mannsfeld" beschriftete Blatt mit Blindstempel der traditionsreichen Wiener Papierhandlung "M. Theyer & Sohn", aus der später die Firma Theyer & Hardmuth hervorging. - Berieben und etwas fingerfleckig. {BN#23580} (mehr)
[Needham, John Turberville?]. Les vrais Quakers, ou Les exhortations, harangues, & prédictions des vrais serviteurs du Seigneur Dieu: A un mechant frere, specialement au sujet de ses maximes sur le luxe, & de ses persécutions contre un frere dans le malheur. London [d. i. Paris?] (und Brüssel), (Antoine D?Ours), 1770. (4), XII, 183, (1) SS. Marmorierter Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschildchen und -vergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.
€ 450
Erste Ausgabe. - ?A satirical work with several references to Voltaire and J. J. Rousseau? (OCLC). Mit fortlaufend paginierten separaten Zwischentiteln: "Extrait d'un discours prononcé a Pekin cent ans après la mort d'un poete historiographe et celle d'un orateur-philosophe, ou, Le parallele. Màne - Thékel - Pharès. A Londres, MDCCLXX" (S. 75) und "Correspondance entre un oncle & son neveu, ou Pieces critiques, morales & philosophiques [...] A Londres, (et se vend) a Bruxelles, chez Antoine D'ours, imprimeur-libraire. MDCCLXX" (S. 105). Das Exemplar der NYPL trägt am Vortitel eine hs. Widmung, die offenbar vom Verfasser stammt: ?To the Right Hnble. the Earl of Marchmont from his humble servant T: Needham editor?. Der anonyme Autor wäre demnach wohl zu identifizieren mit dem englischen Naturforscher und katholischen Priester John Turberville Needham (1713-81), der die Theorie der Urzeugung vertrat. Needham schrieb auf französisch und war ab 1768 Direktor der Brüsseler literarischen Gesellschaft. Er korrespondierte mit Voltaire; ihr Briefwechsel wurde im Jahre 1769 publiziert (vgl. DNB XIV, 157ff.). - Mit einigen hs. Verbesserungen und Einfügungen der Zeit, möglicherweise vom Verfasser oder von einem Verlagslektor, offenbar Korrekturen für eine spätere Ausgabe. Durchgehend gleichmäßig schwach gebräunt. Auf S. 53f. kl. Einriß im oberen w. Rand; 2 Bll. (S. 67-69) mit kl. Ausriß im inneren w. Rand. Ecken bestoßen, oberes Kapital lädiert; Vordergelenk angeplatzt. - Eine 1771 erschienene 2. Ausgabe (die uns nicht zum Vergleich vorlag) ist mikroverfilmt (The 18th c., 3961, 11. Woodbridge, Research Publ., 1986). Selten; international seit 1970 nicht auf Auktionen; in Bibliotheken nur nachgewiesen in BNF, Leeds und NYPL. - OCLC 44758707. Nicht bei Weller (Druckorte) oder Barbier. Nicht bei Brunet oder Graesse. {BN#7996} (mehr)
[Nicolai, Friedrich]. Recherches historiques sur l?isage des cheveux postiches et des perruques, dans les temps anciens et modernes. Traduit de l?Allemand de Mr. Nicolai. Paris, Leopold Collin, [1809]. 221, (1) SS. Mit gest., ill. Titel und 65 Kupferstichen auf 2 mehrf. gefalt. gest. Tafeln. Rote Marmorbroschur der Zeit mit gedr. Rückenschildchen. Gr.-8vo.
€ 300
Erste französische Ausgabe von Nicolais 1801 erschienenem Werk ?Über den Gebrauch der falschen Haare und Perrucken in alten und neuen Zeiten?, übertragen von Henri Jansen. ?Die 66. Darstellung der deutschen Ausgabe ist hier die Titelvignette? (Hayn/G.). - Unbeschnittenes, breitrandiges Exemplar; die zeitgenössische Broschur an den Kanten etwas lädiert. Eine Tafel mit größerem Bugeinriß; Bugriß der zweiten mit Klebeband verstärkt. Vorne eingebunden eine doppelblattgroße lith. Werbung des Friseurs Ferdinand Croisat für seine ?Création d?un nouveau genre de Coiffure de bal, imité des Impératrices Romaine? und andere ?nouveaux articles de toilette? (um 1860). - Lipperheide Na 51 (1687). Colas 2199. Cicognara 1732. Barbier IV, 23. Vinet 2110. Hayn/Gotendorf V, 42. Vgl. Borst 904. {BN#7864} (mehr)
[Olympische Zwischenspiele 1906]. Ephemerasammlung von den Athener Olympischen Spielen 1906. Athen und Wien, 1906. Sammlung von 8 Eintrittskarten, Einladungszetteln, Ausweiskarten u. a. für Joseph Johann Bachmayr. Beiliegend: 6 bedr. Gepäckkarten für einen "Olympischen Spieler" (unausgefüllt), zwei voradressierte unausgefüllte Briefumschläge für Post aus Wien an Sportler in Athen, ein hs. adressiertes Kuvert des Hellenischen Olympischen Komitees an Bachmayr sowie eine hs. tabellar. Aufstellung der an den Spielen teilnehmenden österr. Sportler (gefaltet, 418:340 mm). Beiliegend ferner ein hs. adress. Briefumschlag des Bürgermeisters der Stadt Wien an Leopold Bachmayr (vor 1886).
€ 450
Hübsche Sammlung von Materialien zu den Athener Olympischen Spielen des Jahres 1906, aus dem Besitz von Joseph Johann Bachmayr, offensichtlich ein Wiener Sportler, der zunächst für die Teilnahme an den Spielen vorgesehen war, aber letztlich nur als Zuschauer nach Athen reiste. Es liegen vor der mit "Nr. 163" numerierte und von Bachmayr unterzeichnete Personalausweis für die Spiele, mit denen man Einlaß zu sämtlichen Veranstaltungen der Spiele erhielt; Einlaßgutschein und entwertete Einlaßkarte (Nr. 485) zum Panathinaikon-Stadion, Einlaßkarten für die außerhalb des Stadions stattfindenden Wettbewerbe (eine von Bachmayr ausgefüllt), eine Platzkarte für das Sportlerquartier im Zappeion für den ersten Tag der Spiele sowie Eintrittskarten für Festveranstaltungen während der nächsten Tage (darunter zu einer Aufführung von Kleonos Rankavis Drama "I Doukissa ton Athinon"). Obwohl die Gepäckkarten, die Bachmayr offensichtlich gemeinsam mit den Kuverts (voradressiert an "Monsieur ... Athlète Autrichien des Jeux Olympiques 1906" [...] Athènes, Grèce") und dem übrigen Material vom Hellenischen Olympischen Komitee zugesandt erhielt, den Empfänger klar als Athleten ausweisen, dürften unbekannte Umstände dessen Teilnahme als Sportler verhindert haben, und sein Name scheint auf der hier vorliegenden hs. "Liste des participants aux Jeux Olympique 1906 - Comité de Vienne" auch nicht auf. Seine Kollegen brachten jedenfalls je drei Gold-, Silber- und Bronzemedaillen nach Hause. - Der beiliegende Briefumschlag an den Leopoldstädter Seifensieder Leopold Bachmayr (1817-85; vgl. Czeike I, 224) gibt einen biographischen Hinweis auf das familiäre Umfeld des verhinderten Olympioniken, der wohl der Sohn des hier vom Bürgermeister angeschriebenen Wiener Kaufmanns und Gemeinderats war. - Obwohl die olympischen Spiele 1906, vom 22. April bis 2. Mai abgehalten, heute vom IOC nicht mehr als offizielle Spiele anerkannt werden, ist ihre Bedeutung für die modernen olympischen Spiele doch beträchtlich: Nach dem Erfolg der ersten neuzeitlichen Spiele 1896 in Athen hatte Griechenland versucht, die Spiele ganz an sich zu binden, was jedoch den Interessen des Begründers Pierre de Coubertin zuwiderlief. Nach den nur als Anhängsel zu den Weltausstellungen 1900 (Paris) und 1904 (St. Louis) abgehaltenen Spielen, die sich über Monate hinzogen, schlecht organisiert waren und zuletzt kaum noch ausländische Beteiligung anzogen, drohte die olympische Idee wieder vollends unterzugehen. Das IOC unterstützte daher das Hellenische Komitee bei der Organisation der griechischen "Zwischenspiele", die wie die Internationalen Spiele im Vierjahresturnus ausgetragen werden sollten (und damit einen Zweijahresrhythmus bedeutet hätten, wie er seit 1994 durch die Winterspiele verwirklicht ist). Die Spiele 1906 brachten zahlreiche Neuerungen, die sich bis heute erhalten haben: Erstmals wurden alle Athleten durch das nationale olympische Komitee registriert; es fand erstmals die heute übliche Eröffnungszeremonie mit Einmarsch der Athleten als Nationalteams statt. Mit der gemeinsamen Unterbringung der Sportler im Zappeion wurde das "Olympische Dorf" geboren; auch die Schlußzeremonie und das Hissen der Landesflaggen für die Sieger geht auf die Spiele von 1906 zurück. Am bedeutendsten freilich war der Popularitätsschub, den diese heute vom IOC nicht zu den Olympischen Spielen gerechneten Spiele dem damals hochgefährdeten modernen Olympia-Projekt neuerlich zu geben vermochten. {BN#23520} (mehr)
[Orbis Pictus]. Bilder-Sammlung. Picture-book. Collection d'images. Guben, Fechner, [um 1840]. 12 nn. Bll. Späterer Pappband mit aufkaschiertem Originalumschlag. Kl.-4to.
€ 350
Hübsches Bilderbuch mit jeweils drei bis fünf reizend kolorierten Bilder auf den nur einseitig bedruckten Blättern. Die Bezeichnung derselben jeweils dreisprachig. - Die unbedruckten Rückseiten vereinzelt mit unbedeutenden Bleistiftkritzeleien und etwas fleckig. Im ganzen aber wohlerhalten und sauber. - Sehr selten, weder über Bibliothekskataloge noch in den bekannten Kinderbuchbibliographien nachweisbar. - Nicht bei Wegehaupt, Brüggemann, Teistler etc. {BN#20268} (mehr)
[Papierpuppen]. Sammlung von 15 Puppen aus Papier und Stoff, einliegend in Schreibübungsheft. [Schweden], 5. III. - 2. V. 1702. Die Puppen ca. 70:110 bis 140:180 mm. Schreibheft: 34 (von 40?) beschr. SS., sämtlich mit uniform wiederholtem doppelseitigem Übungstext. Halblederband der Zeit. 4to.
€ 3.500
| Einliegend in das Schreibheft finden sich 15 Papierpuppen: die mit Tinte gezogenen Linien sind an den Rändern fein säuberlich mit dem Messer nachgeschnitten, sodaß sich feinteilige Papiergittergebilde von gerade etwa 1 mm Stegbreite ergeben. Diese sind aufwendig mit verschiedenfarbigen Stoffen hinterlegt, wodurch die Figuren erst ihre Stabilität gewinnen und eine außerordentlich lebendige Farbigkeit annehmen. Die verwendeten Stoffe sind von großer Vielfalt; so finden sich weitmaschiges Leinen mit eingewobenen Mustern (für eine Schürze), farbig dekorierte Leinenstücke, changierende Brokatstoffe und schimmernde Seide. Hautpartien, Gesichter etc. sind nicht hinterlegt, sondern meist hübsch koloriert. Neben drei fechtenden Soldaten mit Säbeln sind mehrere verschieden gewandete Bäurinnen zu nennen, ferner zwei kleinere tanzende Gestalten mit erhobenem Weinglas, ein bunter Vogel sowie ein vielfarbiger Harlekin mit besonders kleinteiliger Gestaltung des Kostüms. - Das Heft selbst enthält einen über sämtliche Doppelblätter wiederholten uniformen Übungstext, bestehend aus den Buchstaben des Alphabets in deutscher und lateinischer Schreibschrift sowie jeweils einem Text in schwedischer und lateinischer Sprache. Am Schluß ist jede Doppelseite datiert und signiert: "Adam Flemingh" (5. März bis 2. Mai 1702). Ferner einliegend finden sich noch zehn unvollendete Papiermuster (zumeist floral, aber auch ein Figuren- und ein Vogelmotiv), die zwar schon ausgeschnitten, jedoch noch nicht mit Stoff hinterlegt sind, sodaß die fragilen Gebilde meist Knicke und Knitterungen aufweisen. Ferner einliegend zwei getuschte Portraitschattenrisse, zwei kleine Strichzeichnungen mit floralen Mustern sowie eine kleine Landschaftszeichnung mit Fischereiszene (rote Tusche auf Papier; 74:75 mm; mittig durchgerissen), die von einem "Gabriel Posse" signiert ist. Am vorderen Innendeckel findet sich die etwas spätere datierte Notiz: "Den 29. November ano 1736. då fick jag denna boken. Wendela Posse". - Schreiber des Übungsheftes ist wahrscheinlich Adam Fleming von Liebelitz (1688-1717), Quartiermeister und (ab 1709) Kornett beim Upplands Tremännings-Kavallerieregiment. Liebelitz begleitete den schwedischen König Karl XII. auf seiner Flucht nach Bender in Moldawien, verließ die schwedische Gruppe jedoch ohne Erlaubnis 1713 und starb kinderlos im Ausland. Zwei seiner Schwestern waren mit der Familie Posse befreundet. - Einband berieben; Ecken und Kanten etwas bestoßen. Es dürften mindestens vier Blätter fehlen, die aber offensichtlich auch nur den vorliegenden Übungstext enthalten haben dürften. {BN#17642} (mehr) |
[Parodien]. Sammlung von Parodien, besonders geeignet zur heitern Deklamation in gesellschaftlichen Zirkeln. Sämmtlichen Parodien steht der Originaltext zur Seite. Wien, Franz Wimmer's Buchhandlung, 1844. Späterer Halbleinenband mit Marmorpapierbezug. 8vo.
€ 750
Unter eigenem Titel 1844 herausgegebene Parodiensammlung, die alle vierzehn separat zwischen 1836 und 1844 bei Franz Wimmer erschienenen Parodienhefte vereinigt. Die Hefte sind einzeln paginiert und auf unterschiedlichem Papier gedruckt. Folgende Parodien sind enthalten: Der Zwetschkenkrampus (über Goethes "Erlkönig"), (7) SS. Der Kampf mit der Obstlerin (über Schillers "Der Kampf mit dem Drachen"), 31, (1) SS. Das Schnupftuch (über Schillers "Der Handschuh"), 11 (1) SS. Der Hausknecht und die Wäscherin (Über Bürgers "Lenardo und Blandine"), 29, (1). Der Schuster und sein Hausherr (über Schillers "Bürgschaft"), 15, (1) SS. Das Abentheuer im Zögerlkeller (Über Schillers "Taucher"), 15, (1) SS. Die Fahrt nach der Brigittenau (über Bürgers "Leonore"), 25, (3) SS. Der Kunstreiter und sein Pferd (über Bürgers "Prinzessin Europa"), 31, (1) SS. Die Linzer-Nanni und der schöni Pepi (über Bürgers "Bruder Graurock und die Pilgerin"), 15, (1) SS. Die Entführung auf dem Zeiselwagen (über Bürgers "Karl von Eichenhorst"), 29, (3) SS. Die blonde Sepherl und die schwarze Bärberl, (über Bürgers "Der wilde Jäger"), 23, (1) SS. Das kleine Hexchen und die modernen Walzer (über Bürgers "Raubgraf"), 27, (1) SS. Das tägliche Spectakel (über Zedlitz' "Die nächtliche Heerschau"), 9 SS. Meister Rothkopf (über Stollbergs "Die Büßende"), 23, (1) SS. - Teils leicht braunfleckig. {BN#13927} (mehr)
Paunzen, Arthur. Sechs Radierungen zum Lied von der Erde von Gustav Mahler. Wien, Richard Lányi, 1920. 6 Originalradierungen, jede vom Künstler eigenh. signiert und numeriert. Lose im bedruckten Orginalumschlag, dieser ebenfalls vom Künstler numeriert und signiert. Imp.-Folio.
€ 450
Eines von 100 numerierten Exemplaren. {BN#24171} (mehr)
Perucci, Francesco. Pompe funebri di tutti le nationi del mondo. Raccolte dalle storie sagre, et profane [...]. Verona, Francesco Rossi, 1639. (10), 5-97, (1) SS. Mit gest., ill. Titel und 32 Textkupfern von Girolamo Porro (dav. 1 wdh.) sowie mehreren Initialen und Zierstücken in Holzschnitt. Halblederband des frühen 19. Jahrhunderts mit goldgepr. Rückentitel. Marmorvorsätze. Dreiseitiger gesprenkelter Farbschnitt. Kl.-Folio.
€ 950
| Erste Ausgabe dieser Geschichte der antiken und zeitgenössischen Sepulkralkultur. Mit den seitenverkehrten Nachstichen der Kupfer aus Tommaso Porcacchis "Funerali antichi" (1574) sowie neun zusätzlichen Kupfern (meist mit Gerätschaften). - Der Index (4 Bll.) in diesem Exemplar hinter die Widmung (und vor den Text) gebunden. Im Rand stellenweise leicht braunfleckig, sonst hübsches Exemplar in einem späteren Einband in einheitlichen Brauntönen. - Brunet IV, 524. Graesse V, 216. Cicognara 1753. Mortimer 395 (Anm.). Lipperheide Ba 4. Hiler 702. Jöcher/Adelung V, 1958. {BN#19797} (mehr) |
Pfister, Otto von. Studentisches Verdeutschungs-Wörterbuch für alle Hochschulen und Richtungen. Leipzig-Reudnitz, Max Hoffmann, 1893. Titel, 52 SS. Brauner Halblederband im Stil der Zeit mit vorgebundener bedruckter Originalbroschur, goldgeprägter Rückentitel, Marmorpapierbezüge. 8vo.
€ 200
Seltene Originalausgabe des 1984 faksimilierten Wörterbuchs der Studentensprache in einem schönen Exemplar. {BN#11142} (mehr)
[Preußen]. Das preussische Heer unter Friedrich Wilhelm IV. Mit besonderer Berücksichtigung der neuesten Uniformirung und Bewaffnung aller Truppentheile. Berlin, Sachse, 1843-1845. 6 Hefte. 36 kolor. lithogr. Tafeln. Lose in den bedruckten Originallieferungsumschlägen. Halblederkassette. Folio.
€ 3.500
| Erste und einzige Ausgabe. - Ausgezeichnetes, vollständiges Exemplar, die Tafeln im schönen zeitgenössischen Kolorit, teilweise eiweißgehöht. "Schließt sich an das 1830 im gleichen Verlage erschienene Tafelwerk von Elsholz, Rechlin u. Schulz an" (Lipperheide). - Aus der Bibliothek des Herzogs Max in Bayern (1808-88), Vater der Kaiserin Elisabeth von Österreich. - Hiler 722. Colas 2420. Berckenhagen/W. 194-196. Lipperheide Qdb 44. {BN#24464} (mehr) |
Raff, Georg Christian. Naturgeschichte für Kinder. Wien, Anton v. Haykul, 1829. (2), XI, (1), 529, (1) SS. Mit 15 gestochen Tafeln (inkl. Frontispiz). Zeitgenössischer marmorierter Pappband. 8vo.
€ 150
Lt. Titel dreizehnte verbesserte Auflage, jedenfalls die erste mit ?Abbildung der Giraffe, welche sich in der k. k. Menagerie in Schönbrunn befindet?. "Raff gilt als bedeutender Pädagoge und Jugendschriftsteller des Philanthropismus; sein wichtigstes Werk ist die ?Naturgeschichte für Kinder?, in der Pflanzen, Tiere und Mineralien teils beschrieben, teils im Lehrer-Schüler-Gespräch behandelt oder - bei einigen Tieren trifft dies zu - selbst zum Sprechen gebracht werden? (Brüggemann). ?Das Werk war außerordentlich beliebt und erlebte bis 1861 sechzehn Auflagen und zahlreiche Nachdrucke? (Wegehaupt). ?Eine Perle unter den Sachbüchern des 18. Jahrhunderts? (Kunze, 130). - Seltene und gesuchte Ausgabe, die hier abgebildete Giraffe war erst im Sommer des Vorjahrs als Geschenk des ägyptischen Vizekönigs nach Wien gelangt. - Papierbedingt gleichmäßig gebräunt, die Tafel sauber und fleckenfrei auf besserem Papier. - Vgl. Wegehaupt 1725. Slg. Brüggemann I, 654. Schug 185. Lex. KJL III, 119. Hobrecker 138. Rümann, Kinderbücher 278. Seebaß 1491ff. {BN#7781} (mehr)
Realis [d. i. Gerhard Robert Walter Ritter von Cöckelberge-Dützele]. Ränke und Schwänke der heimatlichen Vorzeit. Historische Novellen, Chronikblätter, Orts- und Familiensagen, Abenteuer in Ernst und Scherz. Wien, Pfautsch & Compagnie, 1846. Lithogr. Frontispiz (Ludwig Steiner del.), (4), 193, (1) SS. Etwas späterer Halbleinenband mit Marmorpapierbezug, goldgeprägter Rückentitel. 8vo.
€ 75
Erste Ausgabe der Sagensammlung des produktiven Schriftstellers, der unter dem Pseudonym Realis neben historischen Novellen auch heimatkundliche Werke schrieb, die "alle von den Viennensiasammlern begehrt werden" (Rabenlechner, Streifzüge eines Bibliophilen 1, 104). Rücken am Gelenk rissig. - Hayn/G. VIII, 490 und V, 458 (?selten?). Kosch, I, 289. Slg. Mayer 289. {BN#9960} (mehr)
[Reineke Fuchs]. Reineke Fuchs am Ende des philosophischen Jahrhunderts. "Itzehoe und Crempe" [d. i. Altona, Johann Heinrich Kaven], 1797. (2), IV, 236 S. Mit gest. Titelvignette. Hübscher geglätteter Kalbslederband um 1900 im Stil des frühen 19. Jhs. mit goldgepr. blauem Rückenschildchen und floraler Rückenvergoldung. Dreiseitger gesprenkelter Rotschnitt. Marmorvorsätze. 8vo.
€ 250
Erste Ausgabe. 1807 nachgedruckt; 1980 erschien bei Winter in Heidelberg eine Faksimileausgabe. - Satirische Nachdichtung des Reineke Fuchs, in welcher der Gedanke der Demokratie geäußert und für die Abschaffung des Königtums sowie der europäischen Kleinstaaterei plädiert wird. Die Titelvignette zeigt den von Reineke im gespaltenen Holzstamm gefangenen Bären Braun. - Am Titel zeitgenöss. hs. Besitzvermerk "Bibl. Nitr. S. P."; verso alter Besitzerstempel. Die Lage D (SS. 49-64) liegt auf altem Papier faksimiliert vor. - Menke 354, 31. Weller (Druckorte) I, 170. Nicht bei Holzmann/Bohatta. {BN#17755} (mehr)
Réstif de La Bretonne, Nicolas Edme. Les Gynographes, ou idées de deux honnétes-femmes sur un projet de reglement proposé à toute l'Europe, pour mettre les femmes à leur place, & opérer le bonheur des deux sexes [...]. Première (-seconde) partie. Den Haag, Gosse & Pinet u. Humblot in Paris, 1777. 2 fortlaufend paginierte Teile in 1 Band. VIII, 567, (1) SS. Mod. marmorierter Pappband der Zeit. Kopfrotschnitt. 8vo.
€ 850
Zweite Ausgabe; die erste mit Nennung des Verfassers (zuvor 1776 anonym bei Humblot erschienen; 1988 erschien in Genf ein Reprint der vorliegenden Ausgabe). "'Les Gynographes' (1777) est un projet de règlement pour 'mettre les femmes à leur place et opérer le bonheur des deux sexes'. 'Mettre les femmes à leur place' c'est évidemment condamner l'émancipation féminine en cours au 18e siècle et rappeler que l'homme est, dans une famille de type patriarcal, le chef et le maître. Dans cet ouvrage s'exprime de la façon la plus radicale la pensée de Rétif sur cette question du statut social et familial de la femme. Au-delà d'une idéologie judéo-chrétienne et pseudo-biologique (l'homme détient seul le principe actif de la procréation), elle se nourrit de la tradition familiale vécue dans l'enfance à la ferme de La Bretonne, et de toute l'amertume laissée par un mariage désastreux" ("Je suis né auteur, pour ainsi dire" - N.-E. Rétif de la Bretonne. Dossier de presse, Auxerre [2006], 19). - Rétif de La Bretonne (1734-1806) gilt als de Sades Antipode, "der ihm jedoch in vielen Dingen gleicht, ausgenommen in der nur Sade typischen Grausamkeit" (Englisch, 480). Zu seinen Hauptwerken zählen die oft als sog. "Serie des Graphes" zusammengefaßten "Le Pornographe", "La Mimographe", "Les Gynographes", "L'Andrographe" etc. Der schlüpfrige Vielschreiber - ein gelernter Drucker, der zwecks Zeitersparnis dazu überging, ohne Manuskript direkt aus dem Setzkasten zu schreiben - gilt als "einer der fruchtbarsten Schriftsteller. In Hayns Bibliotheca Germanorum Erotica ist für die dt. Übersetzungen Rétifscher Werke ein ganzer Druckbogen notwendig! [...] Und als Vorbemerkung zu diesen Aufzählungen stellt Hayn die zwei Worte an die Spitze: Sämtlich Seltenheiten!" (Stern-Szana, S. 152). "Rétifs sexuelle Fixierung auf Schuhe, geschildert in dem Roman 'Le Pied de Fanchette', führte zu der Bezeichnung 'Retifismus' für diese Art Fetischismus [...] Retif konnte sich rühmen, jenseits des Rheines der meistgelesene französische Autor zu sein" (Wikipedia). "Neben der Liebhaberei für schöne Schuhe scheint der Verfasser besonders eine Vorliebe für den Cunnilingus gehabt zu haben" (Englisch, 484). - Papierbedingt etwas gebräunt bzw. braunfleckig. - Gay/L. II, 448. Barbier II, 598-d. Nicht bei Hayn/Gotendorf. {BN#17870} (mehr)
[Richter, Joseph]. Umsturz der christlichen Moral oder der Kloster-Fasching. Mit Kupfern. [Erstes] u. zweytes Heft. [Wien], 1787. 2 Teile in einem Band. 106 SS. 100 (von 102) SS. Mit 50 durchgehend numerierten blattgroßen satirischen Kupferstichen. Schlichter schwarzer Pappband aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. 8vo.
€ 700
Äußerst seltenes antiklerikales Josephinicum mit virtuosen satirischen Kupfern in kräftigen Abzügen, die laut einer handschriftlichen Notiz am Titel von Mansfeld stammen sollen. In der Vorrede wird zu den bissigen Blättern festgestellt: "Wer die innere Verfassung der Klöster kennt, und den Mönch unter Mönchen gesehen hat, wird finden, daß sie nach der Natur gezeichnet sind. Oder wenn sie hie und da an Karikatur gränzen, so sind sie nur insoweit Karikatur, als jede Kutte und jeder Mönch selbst Karikatur ist." Unser Exemplar enthält das im gleichen Jahr erschienene zweite Heft, das in den einschlägigen Bibliographien und der ÖNB fehlt. - Das letzte Blatt im zweiten Heft in Maschinschrift ergänzt und eingebunden. Sehr breitrandiges, unbeschnittenes Exemplar; Titel und die ersten Blätter stärker wasserrandig. - Slg. Mayer 2628 (nur erstes Heft). {BN#13928} (mehr)
[Ried]. Eintritts-Karte zum Nieder Gesellschafts-Vereine auf den Iten Solar-Semester 1836/37. Ried, 1836/37. 3 Bll. Qu.-kl.-8vo.
€ 50
Hübsche typographische Eintrittskarten auf grünem, rosa und gelbem Papier handschriftlich ausgestellt für den Pfleger Eisselthaller. Gültig für drei Semester. {BN#22788} (mehr)
Schelwig, Samuel (praes.) / Falck, Nathanael (resp.). Dissertatio theologico-philologica de capillamentis, vulgo Von Parücken [...]. Danzig, Johann Zacharias Stoll, 1715. 72 SS. Geheftet. 4to.
€ 300
Wohl dritte Ausgabe. - Seltene barocke Disputationsschrift über Perücken unter dem Vorsitz des aus Lissa gebürtigen Theologen S. Schelwig (1643-1715), Pastor an der Dreifaltigkeitskirche und Rektor des akademischen Gymnasiums. Der Verfasser, der jungverstorbene Danziger Theologe Nathanael Falck (1663-93), promovierte 1683 mit dieser Schrift; sie dürfte allerdings erst 1701 (in Danzig) und dann nochmals 1707 (in Leipzig) gedruckt worden sein. - Papierbedingt leicht gebräunt; Titel mit kl. Eckläsuren. Letzte Bll. im w. Rand mit kl. Wurmschäden. {BN#12682} (mehr)
Schmid, Christoph von. Das Lämmchen. Eine Erzählung für Kinder und Kinderfreunde. Wien, Anton Mausberger, [um 1830]. (2), 62 SS. Mit einem gest. Frontispz (Schindler del. / Dirnbacher sc.). Holzdeckelband der Zeit mit goldgepr. Rückentital am lädierten Papierrücken. 8vo.
€ 45
Dritte Ausgabe des erstmals 1826 erschienenen Werks C. v. Schmids (1768-1854); Band 5 der 20 Bände umfassenden Wiener "unrechtmäßige[n] Ausgabe" (Wegehaupt) von Schmids Jugendschriften. - Durchgehend etwas fingerfleckig. - Wegehaupt 1909, 5. {BN#11173} (mehr)
Schmid, Jakob, SJ. Das von der Welt verachtete, bey Gott angenehme Völcklein, das ist, Unterschidliche Geschichten von allerhand heiligen Gerichts-Dienern, Schorgantern, Kerker-Huttern, und Wächtern, wie auch Stock- und Eisen-Meistern, dessgleichen von allerhand heiligen Scharpffrichtern und Henckers-Knechten: welche von Zeiten auf diser Welt veracht [...]. Augsburg u. Würzburg, Martin Veith, 1752. (24), 82, (2) SS. Titel in rot und schwarz. Mit gest. Frontispiz. (Beigebunden) II: Ders. Trauben der Heiligkeit aus denen Dörnern der Bossheit, oder, Verwunderliche Bekehrungen allerhand Mördern, Raubern, Zauberern [...] welche entweders noch frühezeitig, oder wenigst vor ihrem Tod herrlich Buss gewurcket. Ebd., 1752. (30), 370 SS. Titel in rot und schwarz. Mit gest. Frontispiz. (Beigebunden) III: Ders. Die Spihlende Hand Gottes Mit denen Menschlichen Hertzen: Auf Erden, Vorgestellt durch allerhand Leben und Bekehrungen Heil. Gauckler, Spihllent und Comödianten [...]. (24), 120 SS. Ebd., 1756. Titel in rot und schwarz. Mit gest. Frontispiz. (Beigebunden) IV: Ders. Die weise Thorheit Erwiesen In unterschiedlichen Heiligen, Welche um Christi willen sich von der Welt für Thoren und Narren haben halten lassen [...]. Ebd., 1756. (14), 104 SS. Mit gest. Frontispiz. Zeitgenössischer Pergamentband mit zwei intakten Messingschließen. 4to.
€ 3.500
| Sammelband mit den vier Hauptwerken des aus Bozen stammenden Jesuiten Jakob Schmid (1689-1740) zu den auf den jeweiligen Titel genannten und oben zitierten Randgruppen der Gesellschaft seiner Zeit. Während das erste Werk über die "saints & martyrs among the despised and outcast" (Jantz) berichtet, behandelt das zweite "stories of converted criminals", u. a. "an American Indian magic, converted by the wonder-working image of the Virgin at Guadalupe; after the stories comes a guide for the priest ministering to the condemned" (J.). Das dritte Werk setzt sich mit der Geschichte der Bekehrungen unter fahrendem Volk, Schauspielern und Spielleuten auseinander; der letzte Band bringt schließlich die Viten von Heiligen, die aus anderen als den bereits genannten Gründen zu Lebzeiten Außenseiter der Gesellschaft gewesen sind. - Alle Werke selten und gesucht (drei davon noch im 20. Jhdt. als Nachdruck herausgebracht); kein vergleichbar umfangreicher Sammelband der Werke Schmids auf dt. Auktionen seit 1950. - Das Frontispiz des ersten Werkes etwas knittrig und mit kl. Ausriß im breiten weißen Rand. Die letzten beiden Bll. mit unbedeutenden Wurmspuren, innen papierbedingt vereinzelt leicht gebräunt bzw. fleckig. Im ganzen wohlerhaltene Sammlung im zeitgenössischen Einband. - I: De Backer/Sommervogel VII, 802, 6. Jantz 2236 (die vorliegende dritte A.). - II: De Backer/Sommervogel VII, 802, 5. Jantz 2235 (zweite A. wie vorliegend). - III: De Backer/Sommervogel VII, 803, 7. Hayn/Gotendorf VII, 186 (nur zweite A. wie vorliegend). Nicht bei Jantz. - IV: De Backer/Sommervogel VII, 803, 8 (zweite A.). Nicht bei Jantz etc. {BN#14176} (mehr) |
Schmid, Joseph. Wahrheit und Irrthum in Pestalozzi's Lebensschicksalen, durch Thatsachen dargelegt [...]. Iferten, ohne Drucker, Juli 1822. VII, (1), 139, (1) SS. Etwas späterer Halbleinenband. 8vo.
€ 950
Erste Ausgabe der Schrift des aus dem Bregenzerwald stammenden Pädagogen (1785-1851) über seinen großen Lehrer, mit dem gemeinsam er bis 1825 die berühmte Lehrerbildungsanstalt in Yverdon leitete. - Sehr selten, in der ÖNB nur auf Mikrofilm. Zuletzt 1977 auf einer dt. Auktion (dieses Exemplar, Katalogausschnitt beiliegend). Durchgehend etwas stockfleckig. Aus der Bibliothek des Vorarlberger Rechtsanwalts Dr. Karl J. Steger mit dessen gest. Exlibris (Ranzoni [sculpsit] 1950) im vorderen Innendeckel. - Nicht in Goedeke u. bei Kosch. {BN#11861} (mehr)
Schoppe, Amalia. Bunte Reihe, oder belehrende und unterhaltende Erzählungen aus der Jugendwelt, für Knaben und Mädchen von acht bis zwölf Jahren. Berlin, C(arl) F(riedrich) Amelang, [1834]. 240 SS. Mit gest., ill. Titel und 6 gest. Tafeln (dav. 1 als Frontispiz; sämtlich im ansprechenden Kolorit der Zeit). Bedr., ill. Pappband der Zeit. 8vo.
€ 650
| Sehr seltene Originalausgabe. Enthält 17 Erzählungen. Das sehr sorgfältige Kolorit der "hervorragenden Kupfer" (Seebaß) von größter Frische. Verschiedentlich wird das Werk als mit 8 Kupfern komplett angegeben; jedoch kommt es nie mit mehr als 6 vor (vgl. Seebaß, Wegehaupt) und dürfte im vorliegenden Umfang vollständig sein. - Die Fehmarner Arzttochter Amalia Weise (1791-1858) heiratete 1811 den Juristen F. H. Schoppe, der 1829 beim Baden in der Elbe ertrank. 1851 wanderte sie zu ihrem Sohn nach Schenectady, New York, aus, wo sie auch starb. "Nicht so sehr der fruchtbaren und mäßigen Schriftstellerin, als der gutherzigen, wenn auch philiströs-beschränkten Gönnerin des jugen Hebbel ist ein freundliches Andenken gesichert" (Goedeke). - Einband berieben; letzte Lage gelockert. Einige geringfügige Randläsuren (kein Textverlust). - Kayser VIII, 336. Seebaß II, 1803. Wegehaupt IV, 2015. Goedeke IX, 421, 108. Nicht bei Hobrecker, Gumuchian, Brüggemann etc. {BN#20349} (mehr) |
Schütze, Tobias. Harmonia macrocosmi cum microcosmo. Das ist, eine Ubereinstim[m]ung der grossen mit der kleinen Welt als dem Menschen, in zwey Theil abgetheilet. Frankfurt/Main, Daniel Reichel, 1654. (28), 124, (8), 106, (18) SS. Pappband. 8vo.
€ 350
| Wohl einzige Ausgabe. - "The first part of the text describes the superior and inferior worlds, while the second is devoted to astrological medicine, dealing successively with Saturnine diseases of the spleen and remedies for them, Jovial liver complaints, Martial ailments of the gall, solar diseases of the heart, Venus and kidney disease, Mercury and the lungs, and lunar diseases of the head" (Thorndike). Behandelt außerdem Zahnerkrankungen. - Es fehlen das gest. Portraitfrontispiz (als VD-17-Scan beliegend) und die beiden Faltkupfer (Sphärenkarte sowie Zodiacus mit Planetenallegorien). - VD 17, 12:161910P. Krivatsy 10121. Caillet 10038. Thorndike VIII, 312. Nicht im STC. {BN#22289} (mehr) |
[Soumille de Villeneuve-les-Avignon, Bernard Laurent, Abbé]. Le grand Trictrac, ou methode facile pour apprendre sans maitre la marche, les termes, les regles, et une grande partie des finesses de ce jeu, enrichie de 288 planches ou figures, avec les décisions des cas particuliers. Nouvelle édition, revue, corrigée & considérablement augmentée. Paris, du fonds de P. F. Giffart chez De Hansy le jeune, 1766. XVI, 357, (3) SS. Mit zahlreichen Textholzschnitten. Halblederband der Zeit mit goldgepr. grünem Rückenschildchen. 8vo.
€ 380
Dritte Ausgabe (EA 1738) der reich illustrierten Spielanleitung des Backgammon (das beim vorrevolutionären französischen Adel beliebte "Trictrac"). Anonym verfaßt vom frz. Ingenieur, Mathematiker und Theologen B.-L. Soumille (1703-74). - Stellenweise leicht braunfleckig und vereinzelt minimal fingerfleckig. Einband an Ecken und Kanten berieben und bestoßen. Gelenke angeplatzt. - Querard IX, 230. Hargrave 208. OCLC 6968861 u. 52793714. Barbier II, 565 c. BN 175, 954. {BN#13045} (mehr)
[Spielbank]. Sammlung von Spieljetons in dekorativen Lackschatullen. O. O., ca. 1840. 416 Beinjetons in verschiedenen Farben (2 Serien). Farbig sortiert in 11 Pappschatullen (ca. 35:82:64 mm) mit separatem Deckel, sämtlich aufwendig verziert mit strukturiertem Lackpapier und Goldfileten; die Deckel mit kolorierten Kupferstichmotiven innerhalb einer aufgelegten Goldbordüre unter Schutzlack. Zusammen in großer Schmuckkiste mit Klappdeckel (ca. 130:268:178 mm).
€ 1.500
| Hübsche Spielbank aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der in elf Schmuckkästchen zwei verschiedene Jetonserien aufbewahrt werden. Die erste Serie besteht aus den vier Farben blau, gelb, grün und rot mit je ca. 28 Jetons in 3 unterschiedlichen Werten, die zweite Serie in blau, gelb, rot und naturfarben hat je ca. 80 Jetons pro Farbe (bis zu sechs verschiedene Werte). Die große Schachtel (bestoßen und angestaubt) zeigt auf dem Deckel das Berliner Stadtschloß. Beiliegend 5 Kärtchen mit dem "Tarif des Boston-Whist-Spieles". {BN#24134} (mehr) |
Starklof, [Karl Christian Ludwig]. Rouge et Noir oder die Geschichte von den vier Königen. Aus den Papieren des Staatskanzlers Rolichon. Mainz, Florian Kupferberg, 1829. (2), 248, (2) SS. Mit kolor. lithogr. Falttafel. Moderner marmorierter Pappband, darin die bedr., ill. Originalbroschur mitgebunden. 8vo.
€ 280
Erste Ausgabe. - K. C. L. Starklof (1789-1850) veröffentlichte zahlreiche Bühnen- und Prosastücke, von denen einige, wie das vorliegende, Swifts "Gulliver"-Satire angelehnte Werk, aufgrund ihrer moralischen Freizügigkeit Anstoß erregten. - Die an Tafel zeigt eine "Uebersicht der Personen und Verhältnisse aus den Reichsarchiven von Lilliput und Blefuscu zusammengetragen", die in seinem Werk als Spielkartentrümpfe einer frivolen Hofkomödie fungieren. - Titel mit blassem Stempel; teils schwach braunfleckig. Unbeschnittenes Exemplar. Die eingebundene Originalbroschur etwas brüchig und vorne gelockert. - Goedeke X, 298, 11. Hayn/Gotendorf VII, 423. {BN#10661} (mehr)
[Steinsberg, Carl Franz Guolfinger Ritter von]. Der 42jährige Affe. Ein ganz vermaledeites Mährchen! Aus dem Französischen. Berlin [d. i. Prag, Schönfeld], 1784. 250, (2) SS. Titel in rot und schwarz und mit gest. Vignette. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rpückenschildchen und floraler Rückenvergoldung. Dreiseitiger Rotschnitt. Buntpapiervorsätze. 8vo.
€ 250
| Erste Ausgabe. - "Diese scharfe u. pikante Satyre wurde bisher sonderbarerweise als gegen Voltaire gerichtet bezeichnet, während sie in Wirklichkeit unverkennbar auf Joseph II., der damals 42 Jahre alt war, sich bezieht. Das Buch war beim Erscheinen so rasch vergriffen, dass bald kein Expl. unter 6-12 Dukaten zu kaufen war" (Hayn/G.). 1786 sollte noch ein zweiter Teil folgen. - Einband stärker berieben; Ecken und Kanten bestoßen; Kapitale defekt. Papierbedingt durchgehend gebräunt. Es fehlt das letzte Indexblatt (hier von alter Hand ergänzt). Am vorderen Innendeckel hs. Besitzeretikett "Herm. Martens", dat. 8. Mai 1891. Aus der Viennensia-Sammlung Prof. Dr. Ferdinand Engel. - Hayn/Gotendorf I, 31. Goedeke V, 349, 217. {BN#21805} (mehr) |
Stolle, Ferdinand. Na da lacht zu! oder Der Dorfbarbier in seiner besten Laune. Plauen, August Schröter, 1851. (4), 330 SS. Mit lithogr. Portraitfrontispiz. Marmorierter Pappband der Zeit. 8vo.
€ 140
Erste Ausgabe. - Ludwig Ferdinand Stolle (1806-72) arbeitete als Journalist und freier Schriftsteller in Grimma und Leipzig. ?1844 Gründer der freisinnig-oppositionellen Zeitschrift ?Der Dorfbarbier?, welche nach 1852 vom Verleger Ernst Keil gekauft wurde und seither als ?Illustrierter Dorfbarbier? unter Stolles Leitung erschien. [Stolle war] verantwortlicher Redakteur von Keils ?Gartenlaube?? (Kosch XX, 341). - Durchgehend etwas stockfleckig; Vorsätze mit Bleistiftkritzeleien von Kinderhand. Kapitale defekt. - Kosch XX, 342. {BN#9995} (mehr)
Tanara, Vincenzo. L'economia del cittadino in villa [...]. Libri VII. Bologna, eredi di Dozza, 1651. (8), 624, (16) SS. Mit gest. Titelvignette ("Il Coriolano f.") und zahlr. Textholzschnitten (zumeist im Rand). Pappband der Zeit mit hs. Rückentitel in rot und schwarz. 4to.
€ 750
| Dritte Ausgabe des gastronomisch-agronomischen Klassikers, bis 1761 in mindestens 18 Ausgaben erschienen. Erstmals 1644 (und dann wieder 1648) aufgelegt. Die vorliegende, überarbeitete Ausgabe enthält als erste das Schlußkapitel über die Eigenschaften eines guten Jägers und bietet somit als erste den endgültigen Text der Folgeauflagen. Die ersten beiden Kapitel widmen sich hauptsächlich der Winzerei, behandeln aber auch das Brotbacken und die Imkerei. Andere Kapitel widmen sich der Landwirtschaft, dem Gartenbau, dem Pfropfen, der Verwendung der einzelnen Teile des Tieres beim Kochen, den medizinischen Qualitäten verschiedener Speisen sowie den vier Jahreszeiten (mit ausführlicher Aufstellung jeweils geeigneter Menüs). "Interesting on account of the appendix dealing with the qualities and virtues which a hunter should stand possessed of" (Schwerdt). Im selben Jahr erschien eine weitere Ausgabe in Rom. - Titel mit zeitgenöss. Monogrammstempel. Der Einband gelb angefärbt und etwas berieben. Am vorderen Innendeckel herald. Signaturschildchen der aufgelösten "Biblioteca Sommi Picenardi" in der Villa Sommi Picenardi bei Cremona. - Westbury 211f. Souhart 452. Vgl. Simon (Bibl. Gastr.) 1443f. (nur spätere Ausgg.). Schwerdt II, 247b (Ausg. 1658). Diese Ausgabe nicht bei Kress oder Goldsmiths'. Nicht bei Bitting oder Vicaire. Nicht bei Simon (Bibl. Vin.). {BN#19798} (mehr) |
[Trescho, Sebastian Friedrich]. Brief aus den Elisäischen Gefilden von Keith an den Weltmeister von Sans-Souci. Aus der Sprache der Todten in die Französische, und aus dieser in zehen andere Sprachen übersezt. "Elisäum, 1762". 14 Bll. Deutsche Handschrift auf Papier. (Nachgebunden) II: Lavater, [Johann Kaspar]. Ein Wort eines freyen Schweizers an die große Nation, sammt Lavaters Schreiben an Rewbel, bey Uiberreichung des Worts eines freyen Schweizers. Zürch [!], o. Dr., (1798). 24 SS. Pappband der Zeit. 8vo.
€ 650
Zeitgenössische Abschrift der an König Friedrich II., den Großen gerichteten, 1762 in Königsberg aufgelegten Schrift. Der ev. Theologe S. F. Trescho (gest. 1804; vgl. ADB 38, 574), Diakon von Mohrungen, "der zwischen Pietismus und Aufklärung in subjectiven Stimmungen sich bewegte", beschäftigte den jungen Herder als Kopisten. - Beigebunden seltene, frühe (bibliographisch nicht verzeichnete, in Mikroverfilmung in den meisten wiss. Bibliotheken verbreitete) Ausgabe von Lavaters Protestnote gegen die Unterdrückung der Schweizer durch die revolutionären Franzosen: "Am 10. Mai 1798 faßte er in dem 'Wort eines freien Schweizers [...]' alle Anklagen zusammen, die er als Patriot und Diener der Wahrheit gegen die Franzosen erheben konnte, und sandte sie entschlossenen Muthes an den Director Rewbell. Als er nach Ablauf eines Monates eine aus Sophismen zusammengesetzte officielle Antwort aus dem Directorium erhielt, erneuerte er seinen Protest" (ADB). Der Haupttext ist datiert "im ersten Jahre der schweizerischen Sclaverei, den 10. May 1798"; Lavaters nachgestelltes "Schreiben an Rewbel" datiert "Zürch den 12. Sept. 1798". - Am Titel des Manuskripts verso das Holzschnitt-Wappenexlibris des Johann Baptist Graf Orlik Freiherr von Lazischka. - I: Vgl. Holzmann/Bohatta VII, 1850. Weller (Druckorte) I, 96 (ohne Auflösung). Nicht bei Wolfstieg. II: ADB 18, 793. Vgl. Goedeke IV/1, 275, 84 a. Schulte-Strathaus 132, 220 a. Borst 817. Barth I, 4079. {BN#12335} (mehr)
Täuber, Isidor. Studiosus jovialis. Ad modum libri, eandem inscriptionem ostendentis, quem olim ad jocose et honeste discurrendum Odilo Schreger collegit. Wien, Carl Doll, 1846. V, (3), 304 SS. Bedruckte Originalbroschur. 8vo.
€ 240
"Wir leben nun, Gott sei gelobt! in einer Zeit, wo die Gesinnung fortgeschritten ist und ganz andere Gesinnungen hervorgebracht hat. Unsere Studiosi werden nicht Anlaß geben, daß solche Klagen geführt werden, wie man sie vernehmen mußte. Sie werden gebildet und lernen frühzeitig verabscheuen, was jeden Gebildeten anwidert; sie verschähen aber nichts was ihren Geist auf eine anständige Weise zu erheitern vermag. Aus diesem Grunde entschloß ich mich, nach der Art des alten Studiosi Jovialis, der ohnehin schon sehr selten geworden, und zu viel für unsere Zeiten Unpassendes enthält, einen neuen zusammenzustellen und dem gegenwärtigen Zeitgeiste genießbar zu machen" (Vorrede). Interessante, auf die Wiener Verhältnisse des Vormärz ausgerichtete Sammlung von Wissenswertem und Komischem in lateinischer und deutscher Sprache, verfaßt von dem Bibliothekar an der Universitätsbibliothek in Wien Isidor Täuber (1803-1864). - Bernstein 2387. Wurzbach XLIII, 15. {BN#11144} (mehr)
Vallisneri, Antonio. Dell' uso edell' abuso delle bevande e bagnature calde, o fredde [...] cui evvi annessa una erudita dissertazione del celebre suo zio, intitolata De potu vini calidi [...]. Neapel, B. Gessari, 1743. 2 Teile in einem Bd. (10), 124, 48 SS. Zeitgenössischer Pergamentband mit hs. Rückentitel. Dreiseitig gesprenkelter Farbschnitt. 4to.
€ 580
Frühe Ausgabe des erstmals 1725 erschienen Werks über heiße und kalte Getränke sowie Bäder. Die im Anhang veröffentlichte Abhandlung über Glühwein und dessen medizinischen Nutzen stammt vom J. B. Davini, dem Onkel des Verfassers. Der in Padua niedergelassene Arzt Vallisneri (1661-1730) "advised the consumption of hot drinks as medically very beneficial [...] hot coffee has a strengthening effect on the body [...] the author recommends tea and coffee instead of water for the relief of the thirst" (Hünersdorff). - Der Pergamentbezug des Einbands mit kleiner Fehlstelle an der unteren Ecke des Vorderdeckels. Papierbedingt durchgehend leicht braunfleckig, am Titel hs. Besitzvermerk der Zeit "Antonio Ercolani". - Vgl. Blake 468, Bagnasco 1966f., Hünersdorff 1538f., Mueller 210, Simon 1519, Vicaire, 250 sowie Bitting 117 (alle für andere Ausgaben des vorliegenden Werks). {BN#17345} (mehr)
Verhellouw, H. J. Geschiedenis van het Delftsch Studentencorps 1848-1898. Delft, J. Waltman jr., 1898. Frontispiz in Chromolithographie, (6), 180 SS. mit 18 Abbildungstafeln. Originaler blauer Maroquinband mit zwei eingelassenen Silberplaketten als Deckeldekor, goldgeprägter Rückentitel, Innenkantenvergoldung, Seidenvorsätze, Kopfgoldschnitt. Folio. - Beiliegend 3 hs. Briefe an den Verfasser a. d. Jahr 1898.
€ 650
Schöne, auf festem Büttenpapier gedruckte Prachtausgabe im edlem [sic] Maroquinband mit den punzierten Silberplaketten, in den [sic] sicher nur ein keiner [sic] Teil der Auflage als Vorzugsausgabe gebeunden [sic] wurde. Unser Exemplar wurde vom Autor als Geschenk übersandt. - Weiters beiliegend eine Rezension des Werks aus dem "Delftsch Studenten-Weekblad" (1. Jg., No. 1 v. 1. X. 1898). {BN#11191} (mehr)
Wenzel, G[ottfried] I[mmanuel]. Der Mann von Welt oder Grundsätze und Regeln des Anstandes, der Grazie, der feinen Lebensart, und der wahren Höflichkeit. Sechste unveränderte Auflage. Pest, C. H. Hartleben, 1817. 152, (8) SS. Mit gest., ill. Titel. Etwas späterer marmorierter Halbleinenband. Dreiseitiger marmorierter Farbschnitt. Kl.-8vo.
€ 250
Sechste Ausgabe des beliebten Anstandsbuches. "Erfolgreichstes Werk" (DBE) des böhmischen Pädagogen und Philosophen G. I. Wenzel (1754-1809), der einige Jahre als Hauslehrer und Schriftsteller vorwiegend in Prag lebte und bis 1800 theoretische und praktische Philosophie am Lyzeum in Linz unterrichtete. "Er versuchte, die Ideen der josephinischen Aufklärung popularisierend zu verbreiten" (ebd.). Sein Benimmbuch "[erfreut sich] wie Knigge's 'Umgang mit Menschen' noch immer der Theilnahme jener Leser [...], denen es nicht gegönnt ist, von Jugend auf sich auf dem Parquet des Salons heimisch zu fühlen" (Wurzbach 55, 14). - Teils etwas wasserrandig und braunfleckig (Titel stärker); vereinzelt auch etwas fingerfleckig. Mit zeitgenöss. hs. Besitzvermerk der Sophie Muschka am Titel (dat. 1828). Vorderer Innendeckel mit Exlibris "J. Ru?". - Wurzbach 55, 15. Vgl. Killy XII, 251. {BN#14132} (mehr)
[Zauberei]. Mit hoher Präsidial-Bewilligung wird T. V. Schatral heute die Ehre haben sich mit mechanischen Tafel-Künsten zu produzieren. O. O., um 1830. Flugblatt (Wandanschlag). Mit Holzschnittbordüre. 4to (155:189 mm).
€ 850
| Sehr seltene Ankündigung des biographisch nicht nachweisbaren "Tafelkünstlers" (Zauberkünstlers) T. v. Schatral, welcher verspricht, "die höchste Gewandtheit mit den neuesten Kartenkünsten [zu] zeigen, viele Changierungen mit Gelstücken, Eyern, Uhren, Ringen, Kugeln etc. mehrere Verwandlungen, einen Handschuh in 2 Kinder, aus einer Kugel 12 Zwanziger, aus drei Blumen drei Karten, ein Kleinod aus einem Becher in 12 Becher, das Ey auf den Stab, die künstliche Dose, der magische Tänzer, der neu erfundene Eyersack aus Spanien, der kleine Jäger zeigt die Karte, der Bote aus Lisabon, die verschwindende Kugel. Da aber das Gebiet der natürlichen Magie zu ausgedehnte Gränzen hat, und mir sehr vielartige Kunststücke zu Gebote stehen, so gestattet der enge Raum dieses Blattes nicht alle seine Künste namhaft anzuführen, sondern er begnügt sich blos zu sagen, daß er mit einen angenehmen Unterhaltung seine Aufwartung machen kann [...] Nach Beendigung des Vortrages kann nach gütigem Belieben jedes edle gute Herz ihn mit einer freigebigen Spende erfreuen [...]". - Die freigelassenen Felder für "Ort der Production" und Beginnzeit unausgefüllt. Ränder mit minimalen Läsuren (links und rechts schmal hinterlegt). {BN#23328} (mehr) |
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